Kulturpolitische Gesellschaft e.V. - Der Verband

Kurznachrichten aus der Kulturpolitik

10/18

Brexit-Museum geplant

Für die Befürworter des Austritts aus der EU wird es an den »Kampf für die Unabhängigkeit der Vereinigten Königreichs« erinnern, für die Gegner ist es ein »Mahnmal der Tollheit«: das geplante »Museum of Sovereignty«, das als »akademische Schatztruhe« das Treiben der Euroskeptiker dokumentieren soll. Nationalstolze Briten sind aufgerufen, Wahlkampfplakate zum Referendum, Fotos, Briefe und andere Erinnerungsstücke beizusteuern.

www.theguardian.com

Dekolonialisierung auf Dänisch

In Kopenhagen wurde die erste Statue für eine dunkelhäutige Frau enthüllt. Die 7 Meter hohe Figur ist dem Gedenken an Mary Thomas gewidmet, die 1878 als »Rebellenkönigin« auf der karibischen Insel Saint Croix einen Arbeiteraufstand gegen die dänische Kolonialherrschaft angeführt hatte. Bei der Revolte waren 50 Plantagen niedergebrannt und die Inselhauptstadt Frederiksted zerstört worden.

www.iamqueenmary.com

Londons koloniale Schätze

Londoner Museen sind angefüllt mit Artefakten, die das Empire gewaltsam aus den Kolonien in die Hauptstadt verbracht hat. Das Victoria and Albert Museum erwägt nun, in Form von Dauerleihgaben einen Teil der geplünderten Kunstwerke zurückzugeben. Aktuelle Gespräche mit der äthiopischen Regierung anlässlich einer Ausstellung zum 150. Jahrestag des britischen Sieges über die abessinischen Truppen könnten nach Angaben des Museumsdirektors eine Wende in der Restitutionspolitik einleiten.

www.vam.ac.uk

Theater mit Weltkulturerbe

Bereits 2014 wurde die »Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft« auf Initiative des Deutschen Bühnenvereins und des Deutschen Musikrats in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Eintrag ist Vorbedingung für eine UNESCO-Nominierung als »Immaterielles Kulturerbe der Menschheit«. Nun hat das Auswärtige Amt den Antrag offiziell der UNESCO übergeben.

www.buehnenverein.de

Weiter Streit um Einheitsdenkmal

Nachdem die Regierungsbildung in Berlin vollzogen und der Bundeshaushalt kurz vor der offiziellen Verabschiedung steht, ist das längst beschlossene Freiheits- und Einheitsdenkmal wieder ins Gerede gekommen. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilte, ist die Grundstücksfrage zwischen dem Land Berlin und dem Bund noch nicht abschließend geklärt. Eine Einweihung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls sei daher höchst unwahrscheinlich.

www.freiheits-und-einheitsdenkmal.de

Starlight wird frauenfreundlicher

Die kulturelle Event-Branche hat ihr Herz für die Frauen entdeckt. Das mit rund 16 Mio. Zuschauern bundesweit erfolgreichste Musical Starlight-Express verpasst sich nach 30 Jahren erfolgreicher Aufführungspraxis eine künstlerische und genderspezifische Auffrischung. So soll zukünftig die zentrale Rolle der »Papa Dampflock« durch eine »Mama-Dampflock« ersetzt werden.

www.starlight-express.de

Spielkultur hat Konjunktur

Der deutsche Games-Markt hat im letzten Jahr bei einem Wachstum von 15 Prozent erstmals die 3 Mrd. Euro-Umsatzmarke überschritten. Für die Computer- und Videospielbranche ist indes das rasante Wachstum vor allem auf ausländische Importe zurückzuführen. Damit auch Spieleentwickler in Deutschland von der starken Marktentwicklung profitieren, brauche es eine bessere öffentliche Förderung, wie der Games-Verband mitteilte.

www.game.de

Stasi-Gedenkstätte im Besucherplus

1994 wurde sie in der zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit eingerichtet und informiert seitdem über das politische Unrecht, das in der DDR geschehen ist. Nun konnte die Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen ihren fünfmillionsten Besucher begrüßen. Für die denkmalgerechte Sanierung der Anlage, die im nächsten Jahr abgeschlossen werden soll, stellen Bund und Land rund 8.8 Mio. Euro bereit.

www.stiftung-hsh.de

Preis für Demokratietheater

Der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) schreibt erstmalig den bundesweiten Preis für Demokratietheater (BDAT) aus. Gesucht werden Gruppen, die mit beispielhaften Inszenierungen eine konstruktive Debattenkultur befördern. Die Auszeichnung ist mit 2.000 Euro dotiert und wird im Rahmen des Festivals zum Deutschen Amateurtheaterpreis amarena Ende September 2018 in Leipzig vergeben. Bewerbungsschluss ist der 21. Mai 2018.

www.bdat.info

Helmut-Kohl-Platz eingeweiht

Im April ist in Mainz anlässlich seines 88. Geburtstages der »Helmut-Kohl-Platz« eingeweiht worden. Der Platz umfasst ein Areal auf der Höhe des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in der City, in Sichtweite zu Kohls ehemaligen Wirkungsstätten Landtag und Staatskanzlei. Der Stadtrat hatte bereits im Februar diese Form der öffentlichen Erinnerung an den früheren rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten beschlossen.

www.faz.net

Antifaschistischer Frühjahrsputz

In der niedersächsischen Ortschaft Schweringen wurde an der Kirchenglocke das aus der NS-Zeit stammende Hakenkreuz von Unbekannten mit einem Winkelschleifer entfernt. Die Nazi-Glocke hatte bereits im Vorfeld die Dorfgemeinschaft gespalten. »Geschichte lässt sich nicht durch Wegflexen entsorgen«, unterstreicht der Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsischer Gedenkstätten, der die im Bekennerschreiben als »Frühjahrsputz 2018« titulierte Aktion kritisierte.

www.ndr.de/nachrichten

»Ich glotz TV«

Der alte Spruch Nina Hagens zum Fernsehkonsum aus den 1980er Jahren hat weiterhin Gültigkeit. Wie Eurodata TV Worldwide mitteilte, ist der weltweite Fernsehkonsum trotz wachsender Streaming-Angebote nahezu unverändert geblieben. Danach verbrachten Fernsehzuschauer durchschnittlich rund 3 Stunden täglich vor den TV-Geräten. Spitzenreiter waren dabei mit etwas mehr als 4 Stunden US-Amerikaner und Kanadier.

www.mediametrie.com

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9/18

Weltkulturerbe Baguette gefährdet

Noch vor kurzem sollte es sogar als immaterielles Weltkulturerbe geadelt werden: das französische Baguette, das in Form des »Jambon Beurre« zur beliebtesten Zwischenmahlzeit in Frankreich zählte. Doch nun hat der amerikanische Burger ihm den Rang abgelaufen. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Gira Conseil verzehrten die Franzosen im letzten Jahr ca. 1,46 Mrd. Burger, aber nur 1,21 Mrd. Butter-Schinken-Baguettes.

www.welt.de

Hebammen-Kultur

Nun hat es auch das Hebammenwesen in Deutschland auf die UNESCO-Kandidatenliste für das immaterielle Weltkulturerbe 2019 gebracht. Wie die Deutsche UNESCO-Kommission mitteilte, sind daneben sechs weitere Kulturformen neu in das Bundesweite Verzeichnis des materiellen Kulturerbes aufgenommen worden: darunter der Further Drachenstich, der Mansfelder Pfingsttanz und die Spergauer Lichtmeß.

www.unesco.de

WiFi4EU

Geht es nach Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker, dann wird bis 2020 jedes Dorf und jede Stadt in Europa über einen zentralen kostenlosen WLAN-Internetzugang verfügen. So will die EU den digitalen Binnenmarkt voranbringen. Vor diesem Hintergrund können sich ab sofort Städte und Gemeinden um Gutscheine im Wert von 15.000 Euro bewerben, um entsprechende Hot-Spots einzurichten.

www.wifi4eu.eu

Inklusive Emojis bei Apple

Der iPhone-Konzern hat neue Emojis präsentiert, die »Personen mit Behinderung besser repräsentieren« sollen. Die Ideogramme stellen u.a. eine Person im Rollstuhl, ein Ohr mit Hörgerät und einen Blindenführerhund dar. Noch liegt der Antrag beim zuständigen Unicode-Konsortium. Sollte er positiv beschieden werden, will Apple insgesamt dreizehn neue Ideogramme mit Handicaps einführen.

https://blog.emojipedia.org

Brückenbaupreis 2018

Die »Weimarer Schaukelbrücke« erhält den diesjährigen Brückenbaupreis (Kategorie Instandsetzung) der Bundesingenieurkammer und des Verbandes Beratender Ingenieure (VBI). Die Brückenkonstruktion mit Pfeilern aus Travertin und damit verspannten Stahlketten gilt als älteste erhaltene Hängebrücke Deutschlands. Laut Jury ist das Projekt »ein Paradebeispiel für den verantwortungsvollen Umgang mit dem baukulturellen Erbe«.

www.german-architects.com

Theatraler Bürgersinnn

Die Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses ist gesichert. Die Spendenkampagne „Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger für ihr Theater“ erbrachte schon jetzt 6 Mio. Euro und damit die Hälfte der voraussichtlichen Renovierungskosten. Nun sind die Stadt und das Land NRW in der Pflicht, die andere Hälfte beizusteuern. Die Spendenkampagne läuft allerdings noch bis zum Ende der Spielzeit im Juli 2018.

www.schauspielhaus2020.de

Interkulturelles Umdenken

Die Lebenswelt junger Geflüchteter war Gegenstand einer empirischen Untersuchung der Universität Siegen. Gefragt wurde u.a. nach den Erwartungen an den Angeboten der kommunalen Jugendkulturarbeit. Danach möchten die jugendlichen Flüchtlinge nicht wie Opfer behandelt werden, sondern suchen wie ihre deutschen Altersgenossen auch vor allem interessante Freizeitangebote und darüber vermittelte Freundschaften.

www.jugendhilfeportal.de

Islam-Institut ohne Ditib

Das an der Berliner Humboldt-Universität geplante Islaminstitut wird voraussichtlich ohne Beteiligung der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) errichtet. Die Universitätsleitung hatte darauf bestanden, dass Entscheidungen im eigens eingerichteten Beirat mit Zwei-Drittel-Mehrheit erfolgen, während die Ditib eine Sperrminorität eingefordert hatte. Die Repräsentanz konservativer Islam-Verbände in den Institutsgremien ist umstritten.

www.tagesspiegel.de

Musikfonds fördert

Der Musikfonds vergibt in seiner ersten Förderrunde in diesem Jahr an 42 Projekte insgesamt rund 465.000 Euro. Fristgerecht waren insgesamt 247 Anträge aus allen Bereichen der zeitgenössischen Musik mit einem Antragsvolumen von ca. 3,8 Millionen Euro eingegangen, über die Kuratorium zu entscheiden hatte. Die Antragsfrist für die zweite Förderrunde 2018 des Musikfonds endet am 30.04.2018.

www.musikfonds.de

Literaturarchiv wird Denkmal

Das Deutsche Literaturarchiv in Schillers Geburtsort Marbach ist vom Stuttgarter Regierungspräsidium unter Denkmalschutz gestellt worden. Das 1973 eröffnete Gebäude wird der Architekturepoche des »Brutalismus« zugerechnet, die sich durch einen »sorgfältigen Umgang mit Beton« auszeichnet. Das Literaturarchiv umfasst u.a. Handschriftensammlungen von Eduard Mörike, Ludwig Uhland, Rainer Maria Rilke und Franz Kafka.

www.dla-marbach.de

Förderfonds Interkultur Ruhr

Der Förderfonds Interkultur Ruhr vom Regionalverband Ruhr (RVR) und NRW-Kulturministerium fördert auch in diesem Jahr künstlerische, soziokulturelle und interdisziplinäre Initiativen, die Ideen für ein interkulturelles Zusammenleben im Ruhrgebiet entwickeln. 200.000 Euro stehen zur Verfügung. Neue Förderanträge können ab sofort eingereicht werden.

www.interkultur.ruhr

Gendergerechte Kulturarbeit

Nach Düsseldorf, Frankfurt am Main, Karlsruhe und Köln wird nun auch die deutsche Hauptstadt in der Jugendkulturarbeit sensibel für die geschlechtliche Vielfalt ihrer Bewohner. Demnächst soll es ebenso in Berlin ein Kulturzentrum für lesbische, schwule, bisexuelle und Transgender-Jugendliche geben. Im Doppelhaushalt der Stadt für 2018/19 wurden dafür bereits 175.000 Euro eingeplant.

www.queer.de

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8/18

Architekturbiennale in Venedig

Der deutsche Beitrag zur diesjährigen Architekturbiennale steht ganz im Zeichen des Mauerfalls. So sollen sich 28 Jahre nach der Grenzöffnung 28 Projekte der deutschen Teilung und ihrer Überwindung widmen. Präsentiert wird u.a. die städtebauliche Entwicklung auf dem früheren »Todesstreifen« an der innerdeutschen Grenze. Die »Unbuilding Walls« titulierte Ausstellung thematisiert darüber hinaus heutige Grenzziehungen und mentale Mauern.

www.labiennale.org

Dänischer Staatsrundfunk?

Dänemark hat sich vom Modell eines über Rundfunkgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehens verabschiedet. Stattdessen sollen zukünftig Steuereinnahmen den Betrieb der sechs Landessender garantieren. Gleichzeitig wird Danmarks Radio (DR) dazu verpflichtet, zukünftig auf ein Fünftel der Einnahmen zu verzichten. Kritiker befürchten eine stärkere staatliche Einflussnahme auf den dänischen Rundfunk.

www.n-tv.de

Auszeichnung für afrikanische Künstler

Der in diesem Jahr erstmalig vergebene Henrike Grohs-Preis geht an den Intermedia-Künstler Emkal Eyongakpa aus Kamerun für seine »universelle Belange der Menschheit« reflektierende Arbeit. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert und geht zurück auf die gleichnamige Ethnologin und Mitarbeiterin des Goethe-Instituts, die sich zeitlebens für Künstler aus Afrika engagiert hat und 2016 bei einem terroristischen Anschlag in der Elfenbeinküste ums Leben kam.

www.goethe.de

EU-Projekt zur Flüchtlingskrise

»Norms and Values in the European Migration and Refugee Crisis« lautet der Arbeitstitel eines dreijährigen Forschungsprojekts, das den möglichen Wandel europäischer Werte unter dem Einfluss der Flüchtlingskrise zum Thema hat. Neben der Universität Duisburg- Essen und dem Kulturwissenschaftlichen Institut sind u.a. Forschungseinrichtungen in Athen, Mailand und Paris an dem dreijährigen Projekt beteiligt, das die EU mit 2,5 Mio. Euro fördert.

www.uni-due.de

30 Mio. für Denkmalsanierung

Die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz will in diesem Jahr die Restaurierung von rund 360 Gebäuden und Anlagen mit rund 30 Mio. Euro fördern. Zu den ausgewählten Objekten zählen Pfarrhäuser, Klöster, Kirchen, Villen, Fachwerkgebäude und Konzertsäle. So erhält die Bonner Beethovenhalle ebenso einen Restaurierungszuschuss wie die Berliner Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche oder das historische Rathaus in Rothenburg ob der Tauber

www.denkmalschutz.de

Industrial Design als Studiengang

An der Folkwang Universität der Künste in Essen startet zum Wintersemester 2018/19 der neue Masterstudiengang »Industrial Design«. Ziel ist, »gestalterische Persönlichkeiten auszubilden mit generalistischer Professionalität und spezifischen Fachwissen«. Das Studienangebot ist eingebunden in den Folkwang Fachbereich Gestaltung und verleiht als Abschussgrad den Master of Arts.

www.folkwang-uni.de

Kulturelle Bildung an Schulen

An der Universität Marburg können Interessierte den neuen Weiterbildungsmaster »Kulturelle Bildung an Schulen« erwerben. Das berufsbegleitende zweijährige Studium richtet sich an Künstler, Kulturpädagogen und Lehrer, die an der Schnittstelle zwischen Kultureller Bildung und Schule arbeiten. Ziel ist u.a. die Befähigung zum »Schnittstellenmanagement im Hinblick auf die wissenschaftliche Reflexion pädagogischer, kultureller und ästhetischer Praxis«.

www.wbm-kubis.de

Buchmarkt mit Kundenschwäche

Lange Zeit haben sich Buchhändler und Verleger damit getröstet, dass die Leserschaft in Deutschland zwischen 2012 und 2016 lediglich einen Rückgang von weniger als 5 Prozent verzeichnete. Anlässlich der diesjährigen Leipziger Buchmesse wurde bekannt, dass die Zahl der Buch-Käufer im gleichen Zeitraum jedoch um rund 18 Prozent zurückgegangen ist. Der Umsatz blieb allerdings wegen höherer Preise und größere Verkäufe weitgehend stabil.

www.boersenverein.de

Bundesverband Künstliche Intelligenz

24 Unternehmen aus der IT-Branche in Deutschland haben sich zum Bundesverband Künstliche Intelligenz (KI) zusammengeschlossen. Ziel ist die Förderung eines ethisch vertretbaren Einsatzes von KI-Technologien. Der Verband wird sich in Arbeitsgruppen organisieren, um weitere Handlungsschritte vorzubereiten. Zur Mitarbeit sind auch Unternehmen eingeladen, deren Geschäftszweck nicht primär dem Thema KI gewidmet ist.

www.industry-of-things.de

Bach-Portal eröffnet

Pünktlich zum 333. Geburtstag des großen Komponisten hat das Bach Archiv Leipzig ein neues Online-Portal zu Leben und Werk des Musikers freigeschaltet. Präsentiert werden u.a. ein multimediales Fachlexikon sowie eine Datenbank zu Orten, Werken, Personen und Instrumenten rund um Johann Sebastian Bach. Als Kooperationspartner fungierten die Bach-Stiftung Sankt Gallen sowie Deutschlandfunk Kultur.

http://jsbach.de

Europas höchste Spielstätte

Europas höchstes Theater steht am Julierpass auf einer Höhe von 2.300 Metern im Schweizer Kanton Graubünden. Das rund 2 Mio. Franken teure Objekt wurde überwiegend aus Spenden finanziert, ist temporär angelegt, bietet Platz für 270 Zuschauer und wird 2020 wieder abgebaut. Der Intendant des Holz-Theaters beschreibt sein Gebäude als Bühnenbild in der Landschaft, »das aufgestellt, bespielt und wieder abgebaut wird«.

www.detail.de

Dackel-Museum

Anfang April eröffnet in Passau das weltweit erste Dackel-Museum. Auf 80 Quadratmetern werden dann in der City rund 2.000 Dackel-Exponate zu bewundern sein. Besucher erfahren hier Wissenswertes und Kurioses rund um den Dachshund, der als Symbol für bayerische Gemütlichkeit gilt und in einigen Geschäften der Stadt bereits zu »Dackel-Pizzen«, »Dackel-Pralinen« und »Dackel-Brezeln« geführt hat. Für Dackel ist der Eintritt übrigens kostenlos.

vhttp://www.dackelmuseum.de

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Künstlerische Freiheit sichern!

2016 ist laut UNESCO in 430 Fällen die öffentliche Präsentation von Kunst beeinträchtigt worden, überwiegend durch staatliche Zensurmaßnahmen. Die deutsche UNESCO-Kommission sieht sich vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte in der besonderen Verantwortung, für die Freiheit der Kunst einzutreten. So wird u.a. an die Bundesregierung appelliert, ein Programm für verfolgte Künstler einzurichten.

www.unesco.de

EU-Kulturerbe-Siegel verliehen

Die Europäische Kommission hat neun historische Stätten mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, darunter auch zwei deutsche. Das Siegel erhalten zum einen die Leipziger Musikerbe-Stätten, welche verschiedene musikgeschichtliche Stationen in der Stadt verbinden, zum anderen die deutsch-französische Gedenkstätte Natzweiler als Ort der Erinnerungskultur für das ehemalige nationalsozialistische Konzentrations- und Arbeitslager.

http://kultur.creative-europe-desk.de/nc/homepage.html

Geschlechtergleichheit bei BBC Proms

Anlässlich des Weltfrauentages hat sich die Leitung der BBC-Promenadenkonzerte für die „Gleichheit der Geschlechter in der Kulturindustrie“ ausgesprochen. Als sichtbares Zeichen soll bis 2022 die Hälfte aller Neuaufträge an Komponistinnen vergeben werden. Im vergangenen Jahr waren lediglich 10 von 29 aufgeführten zeitgenössischen Komponisten Frauen.

www.bbc.co.uk/proms

Österreichische Modernisierungsverluste

Die bereits 1919 aus der Taufe gehobene »Österreichische Musikzeitschrift« wird eingestellt. Das thematisch der deutschen Neuen Musikzeitung nahestehende Periodikum reagiert damit auf ein verändertes Leseverhalten und die Konkurrenz durch Gratispublikationen. Nach Aussage der Herausgeber sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zudem durch die sinkenden »Subventionen des Bundeskanzleramts und der Stadt Wien« verschärft worden.

www.oemz.at

Deutsche Welle plan türkischen Kanal

Die Deutsche Welle (DW) will in den nächsten Jahren einen türkischsprachigen Fernsehkanal aufbauen. Nötig dafür sei allerdings die Erhöhung des Sendebudgets, wie Intendant Peter Limbourg bei der Vorstellung der Pläne im Kulturausschuss des Deutschen Bundestages erläuterte. Der zwischen Union und SPD verabredete Koalitionsvertrag sieht eine merkliche Erhöhung des DW-Etats vor.

www.dw.com

Preußen ist wieder chic

Die Hohenzollerngruft im Kellergewölbe des Berliner Dom wird aufwendig saniert. Nachdem der Bund sich bereit erklärt hat, 90 Prozent der Kosten (17,3 Mio. Euro) zu übernehmen, können die Arbeiten in der rund 100 historisch wertvolle Särge umfassenden Gruft in Angriff genommen werden. Im letzten Jahr besuchten knapp 750.000 Menschen die Grablege der preußischen Könige.

www.berlinerdom.de

Deutsche Musikindustrie zuversichtlich

Ein Drittel der Umsätze in der deutschen Musikindustrie werden mittlerweile über Audio-Streaming getätigt. Das teilte der Bundesverband Musikindustrie in einer Presseerklärung mit. Ein Großteil des Umsatzes in Höhe von knapp 1,6 Mrd. Euro im letzten Jahr verdankt sich dennoch weiterhin analogen Datenträger. So bleibt die CD mit einem Anteil von 45 Prozent finanziell weiterhin wichtigster Tonträger.

www.musikindustrie.de

Bundesfilmförderung auf Wachstumskurs

Die Bundesfilmförderung kann auch in 2018 finanziell weiter zulegen. Wie Monika Grütters mitteilte, soll der Deutsche Filmförderfonds noch in diesem Jahr auf 125 Mio. Euro aufgestockt werden. zsammen mit weiteren Fördermaßnahmen aus dem Haus der Kulturstaatsministerin stehen damit für die Stärkung der deutschen Film- und Medienlandschaft rund 150 Mio. Euro zur Verfügung.

www.kulturstaatsministerin.de

Deutsches Chorfest 2020

Das nächste Deutsche Chorfest findet im Frühjahr 2020 in Leipzig statt. Das gaben die Verantwortlichen des aus dem Deutschen Sängerbund hervorgegangenen Deutschen Chorverbandes bekannt. Die Leipziger Zusammenkunft ist das mittlerweile 4. Deutsche Chorfest nach dem Auftakt in Bremen (2008) sowie weiteren Stationen in Frankfurt/M. (20012) und Stuttgart (2016). Erwartet werden wieder rund 20.000 Sänger.

www.deutscher-chorverband.de

Akademie für das Theater der Zukunft

In Dortmund ist eine Akademie für das Theater der Zukunft geplant. Laut dem verantwortlichen Intendanten des Dortmunder Theaters, Kay Voges, soll die zukünftige Einrichtung einen Ort markieren, »an dem sich alle Beschäftigten vom Requisiteur bis zum Regisseur weiterbilden und fit fürs digitale Zeitalter machen können«. NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen zeigte sich bei der Auftaktveranstaltung in Dortmund interessiert.

www.rundblick-dortmund.de

Staatspreis für Denkmalpflege

Die katholische Kirchengemeinde St. Marien im münsterländischen Telgte erhält den mit 7.000 Euro dotierten Rheinisch-Westfälischen Staatspreis für Denkmalpflege. Ausgezeichnet wird das vorbildliche Engagement bei der kulturellen Umnutzung der zum Abriss freigegebenen Johanneskirche. Dank der Initiative der Kirchengemeinde wurde aus dem ehemaligen Sakralbau ein Gemeindezentrum mit benachbartem Kindergarten.

www.land.nrw

Verbindende Bierkultur

Nicht nur Rheinländer und Westfalen mögen sich zuweilen nicht leiden, auch Düsseldorfer und Kölner pflegen ihre kulturellen Eigenarten. Dies gilt vor allem beim Bier, das für die einen Alt und für die anderen Kölsch ist. Ein neues Bier, »Költ« genannt, soll nun die rheinische Völkerfreundschaft weiter voranbringen. Es ist eine Mischung aus Kölsch und Alt und wird seit Karneval in Monheim gebraut.

www.koeltbier.de

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6/2018

KulturnetzwerkerInnen gesucht

»K2 – Kulturnetzwerke in Kommunen und Regionen« ist der Titel eines Projekts der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel e.V., das mit finanzieller Unterstützung des BMBF in sechs ausgewählten Kommunen und Regionen den Aufbau nachhaltiger Kulturnetzwerke fördert. Interessierte Kommunen können sich bis zum 15. März 2018 um eine Teilnahme bewerben.

http://bundesakademie.de/projekte/kulturnetzwerke

Vinyl-Revival

Die bereits seit 12 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte der Schallplatte wird fortgeschrieben. Wie das amerikanische Online-Musikmagazin »Pitchfork« mitteilte, wurden 2017 allein in den USA 8,6 Mio. Schallplatten verkauft und damit der Rekord der Vorjahres nochmals übertroffen. Weltweit stieg der Vinyl-Absatz auf 14,4 Mio., was eine Steigerung um 9 Prozent bedeutet.

https://pitchfork.com

Creative Europe-Umfrage

Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Befragung zur Zukunft von »Creative Europe“ und weiterer EU-Förderprogramme gestartet. Hintergrund ist die Tatsache, dass im Zuge der aktuellen Budgetverhandlungen auch Vorschläge für die Programmgestaltung nach 2020 diskutiert werden. Durch die Befragung möchte man u.a. herausfinden, welche Prioritäten zukünftig gesetzt werden sollen.

https://ec.europa.eu

Neue Übersetzerförderung

»Toledo« nennt sich ein neues Übersetzer- und Austauschprogramm, das der Deutsche Übersetzerfonds zusammen mit der Robert Bosch Stiftung aufgelegt hat. Ziel ist die Förderung der internationalen Übersetzerszene, deren Zusammenarbeit durch Mobilitäts- und Vernetzungsangebote sowie öffentliche Veranstaltungen erleichtert werden soll. Der offizielle Start für »Toledo« erfolgte Anfang 2018 in Berlin.

www.uebersetzerfonds.de

Schluss mit lustig

Dass man sich auf Sponsoren nur unter Vorbehalt verlassen kann, müssten nun die Verantwortlichen des Mainzer Karnevals erfahren. Nachdem Opel im letzten Jahr an Peugeot-Citroen verkauft worden war, hat die neue Konzernspitze die Bereitstellung von Cabrios für den Abschluss der Straßenfastnacht storniert. Der Mainzer Golfclub hat stattdessen seine elektrischen Golfmobile zur Verfügung gestellt.

www.faz.net

documenta-Hinterlassenschaft

Seit der letzten documenta steht in Kassel der sechzehn Meter hohe Obelisk von Olu Oguibe, der die Inschrift »Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt« in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch trägt. Die Stadt Kassel möchte das Kunstwerk in Absprache mit dem Künstler behalten und ruft daher zu einer Spendenaktion auf. Erforderlich zum Verbleib sind 600.000 Euro, die in 3 Monaten zusammenkommen sollen.

www.hna.de

Karrierefrauen gesucht

Das neu eingerichtete Projektbüro »Frauen in Kultur & Medien« des Deutschen Kulturrats hat ein Mentoring-Programm gestartet, das sich an hochqualifizierte Künstlerinnen und Kreative wendet. Bewerberinnen sollen dabei bis 2020 in ihrem Berufsfeld so weiterqualifiziert werden, dass sie in Führungspositionen vorstoßen können. Vorgesehen sind 15 Tandems, in denen die Mentees vom Erfahrungsschatz etablierter BerufskollegInnen profitieren.

www.kulturrat.de

Neue Formen der Erinnerungskultur

Mit dem Ableben der Zeitzeugen wächst die Notwendigkeit, neue Ansätze der Erinnerungsarbeit an die Zeit der NS-Schreckensherrschaft zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund unterstützt die Stiftung »Erinnerung, Verantwortung, Zukunft« Projekte, die historische Zeitzeugnisse künstlerisch aufgreifen und umsetzen. Gefördert werden entsprechende Theaterprojekte mit bis zu 80.000 Euro. Die Antragsfrist endet am 31. März 2018.

www.stiftung-evz.de

Museum Global

So nennt sich ein Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes, das in ausgesuchten Museen die Sammlungen des 20. Jahrhunderts um die globale Perspektive erweitern will. Mit dabei sind das Museum für moderne Kunst Frankfurt am Main, die Berliner Nationalgalerie, die Kunstsammlung NRW und das Lenbachhaus München. Das dreijährige Forschungsprojekt hat nicht zuletzt die »die Zukunft der Museumseinrichtungen« im Blick.

www.kulturstiftung-des-bundes.de

Kulturausschussvorsitz wieder an SPD

Die SPD wird auch im neuen Bundestag wieder den Vorsitz im Kulturausschuss stellen. Darauf einigten sich die Fraktionen im Ältestenrat gegen das Votum der Alternative für Deutschland (AfD). Als stärkste Oppositionspartei hatte diese ursprünglich selbst den Vorsitz für sich beansprucht. Die AfD stellt allerdings zukünftig den Vorsitz im nicht minder wichtigen Haushaltsausschuss.

www.welt.de

Filmförderfonds erfolgreich

Der deutsche Filmförderfonds kann auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurückblicken. Es wurden 100 Kinoproduktionen mit mehr als 57 Millionen Euro gefördert. Darunter befanden sich 33 internationale und 67 deutsche Produktionen, darunter 22 Dokumentar- und 9 Animationsfilme. Damit einher gingen kulturwirtschaftliche Folgeinvestitionen von rund 320 Millionen Euro.

www.dfff-ffa.de

Games-Branche formiert sich neu

Unter dem Namen »game – Verband der deutschen Games-Branche« haben sich die Mitglieder der beiden bisherigen Verbände, BIU, Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware, und GAME, Bundesverband der deutschen Games-Branche, in Berlin zusammengeschlossen. Der neue Verband ist u.a. Träger der »gamescom«, der weltgrößten Messe für Computer- und Videospiele.

www.game.de

Friedenspreisträger gesucht

Der Börsenverein ist auf der Suche nach Kandidaten für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018. Gesucht wird eine »Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat«. Der Einsendeschluss für entsprechende Vorschläge ist der 1. März 2018.

www.boersenverein.de

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5/2018

Nordkoreas Orchester-Diplomatie

Anstelle von Raketen schickt Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un anlässlich der Olympischen Winterspiele das nationale Samjiyon-Orchester nach Südkorea. Rund 140 Musiker sollen in der Hauptstadt Seoul und in der nahe dem Olympiaort Pyeongchang gelegenen Stadt Gangneung auftreten. Seit 18 Jahren wäre das der erste Besuch von Künstlern aus dem Norden im offiziell verfeindeten Süden Koreas.

https://de.reuters.com

Fund-Finder überarbeitet

Das in Brüssel ansässige International Network for Contemporary Performing Arts (IETM) und die Kunstorganisation On the Move (OTM) haben ihren »Fund-Finder« aktualisiert. Das Handbuch gibt einen Überblick über eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Fördermöglichkeiten für Kultur auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Es steht zum kostenfreien Download bereit unter:

www.ietm.org/en/publications/fund-finder

Förderpreis für Integration

Deutschlands größter Schuhhändler Deichmann schreibt erneut seinen Förderpreis für Integration aus. Gesucht werden beispielhafte Projekte zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Die Auszeichnung ist mit unsgesamt100.000 Euro dotiert und wird an Unternehmen, Vereine sowie schulische und kirchliche Initiativen vergeben. Bewerbungen sind bis zum 30. Juni 2018 möglich.

www.deichmann-foerderpreis.de

Aus für Nuntii Latini

Radio Bremen stellt aus Kostengründen seine »Lateinische Nachrichten« ein. Entstanden war das ausschließlich in Latein gesendete monatliche Programmangebot als Reaktion auf den Beschluss der hanseatischen Kultusbehörde aus dem Jahre 2001, die Latein-Leistungskurse abzuschaffen. Weltweit existieren nur noch zwei Nachrichtenangebote auf Latein: bei einem finnischen Sender und bei »Radio Vatikan« in Rom.

www.radiobremen.de

Instrument des Jahres

Das Cello ist zum »Instrument des Jahres« 2018 gewählt geworden. Darauf haben sich die Landesmusikräte in neun Bundesländern geeinigt. Mit dem Violoncello stehe ein Streichinstrument im Mittelpunkt, »das sich durch seinen vielseitigen, warmen Klang auszeichnet und dessen schier grenzenlose Möglichkeiten seit dem 16. Jahrhundert in zahlreichen Kompositionen immer wieder ausgekostet werden«.

www.instrument-des-jahres.de

Länderzentrum Niederdeutsch

Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen gründen ein Länderzentrum für Niederdeutsch als GmbH. Die in Bremen angesiedelte Einrichtung soll den Schutz, den Erhalt und die Weiterentwicklung der plattdeutschen Sprache länderübergreifend koordinieren sowie die Verzahnung mit Vertretern in Bund, Ländern und Gemeinden befördern. Finanziert wird das Zentrum gemeinsam mit insgesamt jährlich 271.000 Euro.

www.mwk.niedersachsen.de

Comicbuchpreis 2019

Die Berthold Leibinger Stiftung hat ihren Comicbuchpreis 2019 ausgeschrieben. Die mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 2014 an eine deutschsprachige Comic-Erzählung verliehen, die noch im Entstehen ist. Eine Preisjury wählt aus bis zu 10 Finalisten den Gewinner aus. Einsendeschluss für entsprechende Exposés nebst Arbeitsprobe und Lebenslauf ist der 30. Juni 2018.

www.leibinger-stiftung.de

Mehr Geld für Filmstiftung

Die Film- und Medienstiftung des Landes NRW wird um 2,5 Mio. Euro aufgestockt. Damit stehen 2018 rund 14,5 Mio. Euro für die Unterstützung der Film- und Medienkultur im Lande zur Verfügung. Die zusätzlichen Mittel sollen auch zur Förderung der wachsende Gamesbranche, von Webvideos und crossmedialer Inhalte sowie hochwertiger Serien genutzt werden.

www.filmstiftung.de

Nikolaiviertel unter Denkmalschutz

Das Landesdenkmalamt hat das Nikolaiviertel in Berlin-Mitte unter Denkmalschutz gestellt. Das im Krieg fast vollständig zerstörte Wohn- und Geschäftsviertel rund um die mittelalterliche Nikolaikirche war in den 1980er Jahren auf den Stadtgrundriss der Vorkriegszeit rekonstruiert worden. Die »Traditionsinsel« mit zahlreichen Kopien historischer Bauwerke galt als prominentestes Beispiel einer veränderten Baupolitik der DDR.

www.berlin.de

Berliner Comicstipendien

Die Kulturverwaltung des Berliner Senats hat 2018 erstmals Comicstipendien vergeben. Dabei handelt es sich um ein 8-monatiges Arbeitsstipendium in Berlin, ein 6-monatiges Aufenthaltsstipendium in Paris sowie zwei kleinere Förderstipendien. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 35.000 Euro dotiert. Insgesamt hatte die Jury über mehr als 100 Bewerbungen zu entscheiden.

www.berlin.de

Deutsch-niederländische Kulturkooperation

Der Fonds Soziokultur (Bonn) und der Fonds voor Cultuurparticipatie (Utrecht) fördern seit 2013 die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von deutschen und niederländischen Kulturinitiativen. Unterstützt werden befristete Kulturprojekte, die aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreifen und mit künstlerischen Mitteln umsetzen. In 2018 stehen dafür insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung. Die Antragsfrist endet am 5. März.

www.fonds-soziokultur.de

Zentrum für Inklusionsforschung

An der Berliner Humboldt-Universität (HUB) ist ein »Zentrum für Inklusionsforschung« (ZfIB) gegründet worden. Laut Präsidentin Sabine Kunst soll das Zentrum ein »tieferes Verständnis über soziale Ausgrenzung« befördern, »um zu ihrer Reduktion und Verhinderung beizutragen«. Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben der HUB u.a. das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung sowie Einrichtungen der FU und TU Berlin.

www.hu-berlin.de

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4/2018

Kulturerbe Baguette

Nachdem die UNESCO die italienische Pizza zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt hat, ist nun von französischer Seite das Baguette ins Spiel gebracht worden. Staatschef Macron sieht in der Weißbrotstange ein nationales Kulturgut, um das Frankreich in der ganzen Welt beneidet werde. Man darf gespannt sein, welche Spezialität demnächst von deutscher Seite zum Eintrag in die Liste des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen wird.

www.deutschlandfunk.de

EU-Buchmarkt stabil

Die Europäische Verlegerföderation (FEP) hat ihre neuesten Umsatzzahlen veröffentlicht. Danach wurden 2016 europaweit Bücher für 22,3 Mrd. Euro verkauft, wobei der Erlös nahezu identisch mit den Einkünften in 2015 war. Fast die Hälfte des Umsatzes entfiel dabei auf Publikumstitel (47 %), gefolgt von Schulbüchern (21 %), Wissenschafts- und Lehrbüchern (19 %) sowie Kinderbüchern (13 %).

www.boersenblatt.net

Digitaler Kollateralschaden

Das niederländische Telefonbuch wird nach knapp 140 Jahren abgeschafft. Ersetzt wird das gedruckte »Telefoongids« durch eine Online-Ausgabe, da die Mehrheit der Niederländer ohnehin elektronisch nachTelefonnummern suche. Nur eine kleine Gruppe alter Leute in ländlichen Gebieten schaue noch ins Buch. Für diese will man Schulungen anbieten, damit sie die Nummern zukünftig auch online finden.

www.detelefoongids.nl

Wie weiter mit der documenta?

Angesichts der Auseinandersetzungen um das Geschäftsgebaren der letzten documenta haben 135 Personen aus der Kunstszene einen Offenen Brief zur zukünftigen Struktur der Weltkunstschau veröffentlicht. Darin werden u.a. die Erweiterung des Aufsichtsrats um internationale Experten und eine »Anpassung des Budgets an die Anforderung eines globalen, weltweit wirksamen Kunstereignisses, das in seiner Dimension einzigartig ist«, gefordert.

www.wkv-stuttgart.de

Marxistisches Familientreffen

Anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx am 5. Mai 2018 wird es in seinem Trierer Geburtshaus zu einem seltenen Familientreffen kommen. Wie die Leiterin des in ein Museum umgewandelten Hauses mitteilte, haben sich u.a. die beiden Ururenkelinnen Frédérique und Anne Longuet-Marx angekündigt. Auch Günter Jauch ist eingeladen. Er soll ein Nachfahre des Mannes sein, der seinerzeit die Geburtsurkunde von Karl Marx unterschrieben hat.

www.fes.de/marx2018

Jüdischer Karnevalswagen

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik beteiligt sich eine jüdische Gemeinde mit einem Mottowagen an einem Rosenmontagszug. Um ein Zeichen gegen den zunehmenden Antisemitismus zu setzen, schickt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf Heinrich Heine mit Aussagen aus seinem Wintermärchen in den Zug. Die Kamelle, die vom Wagen geworfen werden, sind selbstverständlich koscher und vegan.

www.jgd.de

Kulturrat wächst weiter

Der Deutsche Kulturrat hat Zuwachs bekommen. Der Fachverband Kunst-und Kulturgeragogik e.V. wurde Ende des Jahres 2017 als neues Mitglied in die Sektion Soziokultur und Kulturelle Bildung aufgenommen. Anliegen des Fachverbandes ist es, der kulturgeragogischen Bildung und kulturellen Teilhabe älterer Menschen in der Kulturpolitik eine Stimme zu verleihen.

www.fachverband-kkg.de

Humboldt-Forum im Plansoll

Das mit rund 600 Mio., davon 125 Mio. aus privaten Spenden, veranschlagte, kulturelle Großprojekt des Bundes soll wie geplant Ende 2019 eröffnen. Bis dahin werden das Personal von derzeit 90 auf 350 Mitarbeiter aufgestockt und der Etat auf 60 Mio. Euro steigen. Wie die verantwortliche Stiftung Humboldtforum im Berliner Schloss mitteilte, rechnet man mit jährlich mindestens 3 Mio. Besuchern.

www.humboldtforum.com

Hilfe für Stadtbibliotheken

Die Kulturstiftung des Bundes hat das neue Förderprogramm »Stadtbibliotheken. Raum für Veränderung« gestartet. Ziel ist, die Einrichtungen nach skandinavischem Vorbild vom traditionellen Lese- zum medienkompetenten Kulturort weiterzuentwickeln. Antragsberechtigt sind alle öffentlichen Stadt- und Gemeindebibliotheken. Für das Programm stehen von 2018 bis 2022 insgesamt 5,6 Mio. Euro bereit.

www.kulturstiftung-des-bundes.de

Amateurtheaterpreis 2018

Der Bund Deutscher Amateurtheater hat seinen Amateurtheaterpreis »amarena« 2018 ausgeschrieben. Gesucht werden herausragende, modellhafte Inszenierungen sowie Bühnen, die durch ihr breites ehrenamtliches Engagement auffallen. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Die Gewinner werden zudem zum Preisträgerfestival im Herbst nach Leipzig eingeladen. Die Bewerbungsfrist Endet am 17. Februar 2018.

www.bdat.info

Rammstein wird denkmalwürdig

Die Deutschrockband »Rammstein« hat den Berliner Denkmalpreis 2017 erhalten. Die undotierte Auszeichnung würdigt Menschen und Institutionen, die sich in besonderer Weise um die Denkmalpflege und die Denkmale in Berlin verdient gemacht haben. Preiswürdig war das Engagement der Band für die „Sanierung und Umnutzung einer Industriehalle auf dem ehemaligen Bergmann-Borsig-Gelände in Pankow.

www.berlin.de

Ab »Zur Bühne«

Aus dem »Kultur macht stark«-Programm des BMBF erhält der Deutsche Bühnenverein in den nächsten 4 Jahren 5,6 Mio. Euro für die Fortführung seiner lokalen Bündnisse für Bildung. Das unter dem Titel »Zur Bühne« versammelte Angebot reicht vom Einblick in die Theaterwerkstatt über Workshops in der Schneiderei bis hin zu kompletten Theaterinszenierungen. Theater und Orchester können sich ab sofort um eine Förderung bewerben.

www.buendnisse-fuer-bildung.de

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3/2018

Suchtgefahr Computerspiele

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die exzessive Nutzung von Computerspielen als Krankheit eingestuft. Besonders betroffen seien jungen Männer, die deutlich mehr Zeit mit Computerspielen verbringen als Frauen. Als öffentliches Zeichen wurde Computerspielsucht in die aktuelle Ausgabe der »Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme« aufgenommen.

www.euractiv.de

Met zieht Preise an

Seit 1970 galt im New Yorker Metropolitan Museum of Art die Übereinkunft, dass Besucher nur so viel zahlen, wie sie für richtig halten. Der Kunstgenuss sollte so auch Menschen ermöglicht werden, die keine hohen Eintrittspreise entrichten konnten. Ab März 2018 werden allerdings für Nicht-New Yorker 25 US-Dollar fällig. Die Museumsleitung begründete den Entschluss mit zukünftigen Mehrkosten der Einrichtung.

www.metmuseum.org

»No Billag, no Culture«

Was in Deutschland die GEZ, ist in der Schweiz die Billag. Selbige zieht im staatlichen Auftrag zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks jährlich rund 1,2 Mrd. Franken ein. Anfang März 2018 soll nun eine Volksabstimmung über die Abschaffung der Billag entscheiden. Bislang haben sich rund 5.000 Künstler und 50 Kulturverbände für die Beibehaltung der Rundfunkgebühren im Interesse kultureller Vielfalt ausgesprochen.

https://no-culture.ch

Unwort des Jahres

»Alternative Fakten« sind »Unwort des Jahres« 2017. Das gab die Jury aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten in Darmstadt bekannt. Die Bezeichnung sei »der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen«. Geprägt hatte den Begriff die Beraterin des US-Präsidenten Donald Trump, Kellyanne Conway.

www.unwortdesjahres.net

Europäisches Kulturerbejahr eröffnet

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat Anfang Januar 2018 in Hamburg zusammen mit Vertretern des verantwortlichen Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz das Europäische Kulturerbejahr eröffnet. Aus ihrem Etat werden in diesem Jahr bundesweit 38 Projekte und Initiativen unterstützt. Für die gesamtstaatlich bedeutsamen Maßnahmen rund um das Kulturerbejahr stehen insgesamt 7,2 Millionen Euro zur Verfügung.

www.sharingheritage.de

Erhalt des materiellen Kulturerbes

Der Deutsche Kulturrat hat anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 eine Stellungnahme zur Bedeutung des materiellen Kulturerbes für den gesellschaftlichen Zusammenhalt veröffentlicht. Darin fordert er die neue Bundesregierung auf, »mehr Verantwortung zur Sicherung, für den physischen Erhalt und die Erschließung des materiellen Kulturerbes zu übernehmen«.

www.kulturrat.de

Buchmarkt rückläufig

Nach dem leichten Umsatzplus 2016 musste die deutsche Buchbranche 2017 ein Minus von 2 Prozent verzeichnen. Dabei konnte sich die Belletristik noch weitgehend behaupten, während die Einbußen bei Sachbüchern, Ratgebern sowie Kinder- und Jugendbüchern die Zwei-Prozentmarke deutlich überschritten. Laut Börsenverein sind dafür die wachsende Medienkonkurrenz und eine rückläufige Kundenfrequenz im Einzelhandel verantwortlich.

www.boersenverein.de

AfD in Holocaust-Stiftung?

Als drittstärkste Bundestagsfraktion hat die »Alternative für Deutschland« Anspruch auf einen Sitz im Kuratorium der Stiftung »Denkmal für die ermordeten Juden Europas«. Angesichts verschiedener AfD-Bemerkungen zum »Denkmal der Schande« haben alle anderen Fraktionen bereits ihre Bedenken gegen eine derartige Besetzung geäußert. Nun liegt es am Bundestagspräsidenten Schäuble, der kraft seines Amtes auch Vorsitzender der Stiftung ist, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen.

www.tagesspiegel.de

Berlin bekommt Wolkenkratzer

Hochhäuser ab 150 Meter dürfen sich Wolkenkratzer nennen. Frankfurt am Main hat mehrere, Bonn mit dem Post-Tower zumindest einen. Auch Berlin wird mit dem Estrel-Tower demnächst über einen Wolkenkratzer verfügen. So sieht es jedenfalls der Bebauungsplan vor, der von der zuständigen Bezirksregierung verabschiedet wurde. Der geplante Hotelkomplex hat eine Höhe von 175 Metern und soll in Neukölln stehen.

www.german-architects.com

Kein Erinnerungszwang

Angesichts zunehmender antisemitischer Vorfälle wird überlegt, den Besuch von KZ-Stätten für Einwohner der Bundesrepublik verpflichtend zu machen. In diesem Zusammenhang sollten bei Zuwanderern Gedenkstättenbesuche zum Bestandteil von Integrationskursen werden. Dagegen hat sich nun die Kultusministerkonferenz (KMK) ausgesprochen, die eher auf Freiwilligkeit und entsprechende pädagogische Vor- und Nachbereitung setzt.

www.tagesspiegel.de

Masterplan Schlösserstiftung

Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) plant umfassende Arbeiten für Erhalt und Nachrüstung ihrer historischen Bauten und Parkanlagen. In den nächsten 12 Jahren stehen für entsprechende Maßnahmen rund 400 Mio. Euro bereit. Die Hälfte der voraussichtlichen Kosten übernimmt der Bund. Die Länder Brandenburg und Berlin steuern 131 bzw. 69 Mio. Euro bei.

www.spsg.de

Wachsender Kulturetat

Der kurz vor Weihnachten von der rot-rot-grünen Landesregierung verabschiedete Berliner Haushalt beschert der Kultur in den nächsten zwei Jahren rund 100 Mio. Euro mehr. Bei einem Gesamtvolumen von 57 Mrd. Euro für 2018/19 fließen zukünftig rund 626 Mio. Euro in den Kultursektor. Nach Aussage des amtierenden Kultursenators Klaus Lederer (Linke) kommt ein Großteil davon der unabhängigen Kulturszene der Hauptstadt zugute.

www.rbb24.de

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EU fördert Videogames

Aus dem Förderprogramm Creative Europe Media stehen für 2018 ab sofort 3,78 Mio. Euro für die Entwicklung von Videogames bereit. Der Auswahlkommission lagen insgesamt 146 Anträge aus 19 Ländern vor, von denen nun 32 mit einer Förderung rechnen können. Bei der Bewertung der Projekte zählten nicht nur inhaltliche Qualität und Originalität, sondern auch die Strategien für Entwicklung, Finanzierung, Vertrieb und Marketing.

www.creative-europe-deutschland.eu

Französischer Kunstbunker

Der Louvre verfügt über unzählige Kunstwerke, die in verschiedenen Depots in und um Paris lagern. Doch diese sind weder gegen Hochwasser der Seine noch gegen terroristische Attacken wirkungsvoll geschützt. Daher hat die französische Regierung bereits 2015 den Plan zum Bau eines besonders gesicherten Kunst- und Restaurationslagers im nordfranzösischen Liévin in Auftrag gegeben. 2019 soll das 42 Mio. Euro teure Gebäude eingeweiht werden.

http://der-neue-merker.eu

Besucherrekord in Österreichs Nationalbibliothek

Die Österreichische Nationalbibliothek verzeichnete in ihren fünf musealen Einrichtungen zum Jahresende 2017 ein Besucherplus von 25 Prozent. Damit wurde das letzte Rekordjahr 2016 – mit einem Plus von 23 Prozent – kräftig überboten. Insgesamt besuchten 2017 mehr als 670.000 Personen die Einrichtungen der Österreichischen Nationalbibliothek, die 2018 ihren 650. Geburtstag feiert.

www.onb.ac.at

Nach der documenta ist vor der documenta

Findungskommission und Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH suchen bereits nach einem neuen Führungsduo für die nächste Weltkunstausstellung in Kassel. Im Verlauf des Jahres 2018 soll ein Vorschlag für den neuen künstlerischen Leiter auf dem Tisch liegen. Die Stelle für die Geschäftsführung ist ab Juni 2018 neu zu besetzen. Die 15. documenta findet vom 18. Juni bis zum 25. September 2022 statt.

www.documenta.de

Umgang mit dem kolonialen Erbe

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat international verbindliche Regeln für den Umgang mit dem kolonialen Erbe gefordert. Die Museen dürften mit dieser schwierigen Frage nicht allein gelassen werden, sagte Hermann Parzinger in einer Presseerklärung. Hintergrund ist u.a. die für 2019 anstehende Eröffnung des Humboldt Forums im Berliner Schloss mit rund 25.000 ethnologischen Objekten.

www.monopol-magazin.de

Stoppt das Bunkersterben

Der Arbeitskreis Bunkermuseum Ludwigshafen setzt sich für den Erhalt und die kulturelle Umnutzung der Bunker aus der NS-Zeit an. Sein Sprecher, der Historiker Klaus Jürgen Becker, sieht in den bundesweit laufenden Abrissen eine »Entsorgung der Geschichte«, die architektonische Zeitzeugen des Krieges verkehrstechnischen und städtebaulichen Überlegungen opfert, anstatt sie als historischen Lernort zu nutzen.

www.deutschlandfunkkultur.de

Literarische Gedenkstättenarbeit

Die Hamburger KZ-Gedenkstätte Neuengamme hat die Bibliothek des 2014 verstorbenen Ralf Giordano erhalten. Sie umfasst rund 3.300 Bände aus dem Besitz des streitbaren Publizisten, der als Kind einer jüdischen Musikerfamilie in Hamburg geboren wurde und dort Verfolgung und Krieg in einem Kellerversteck überlebte. Eröffnen soll die Ralf-Giordano-Bibliothek bereits im Februar 2018.

www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de

Fernsehkonsum erstmals rückläufig

Die Konkurrenz aus dem Netz hat 2017 erstmals den analogen Fernsehkonsum sinken lassen. Nach Aussagen der Marktforschungsfirma Media Control ging die tägliche Nutzungsdauer beim Gesamtpublikum von 223 (2016) auf 221 Minuten (2017) zurück. Dabei waren die Verluste bei den Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren am deutlichsten. Hier sank der tägliche TV-Konsum auf 160 Minuten.

www.media-control.de

Weniger Museumsbesuche

Die Museen und Ausstellungshäuser in Deutschland haben 2015 etwa 2,5 Mio. weniger Besuche verzeichnet als noch im Jahr 2014, in dem 114,5 Mio. Eintrittskarten verkauft wurden. Wie das Institut für Museumsforschung mitteilte, waren es vor allem die Kunst, Schloss- und kulturgeschichtlichen Spezialmuseen, die z.T. erhebliche Einbußen zu verkraften hatten. Zulegen konnten dagegen die Naturkundemuseen, die ein Plus von rund 4 % verzeichneten.

www.smb.museum

Bibliotheca Arabica

Die Sächsische Akademie der Wissenschaften hat in Kooperation mi der Universität Leipzig ein Forschungsprojekt gestartet, das »grundlegende Erkenntnisse zur literarischen und wissenschaftlichen Produktion und Praxis in der arabischen Welt zwischen 1150 und 1850« erarbeiten soll. Geplant ist u.a., die Quellen und Handschriften zur arabischen Kultur zu digitalisieren und auf einer Online-Plattform zu präsentieren.

www.saw-leipzig.de

Studenten zu Theatergängern

In Würzburg könnten bald alle Studenten der drei ansässigen Hochschulen für 2 Euro pro Semester freien Eintritt zu den Veranstaltungen des Mainfranken Theaters erhalten. Das sieht eine Rahmenvereinbarung vor, die zwischen Studentenwerk und Theaterleitung geschlossen wurde. Die 2 Euro würden für alle Studenten auf die Semestergebühr aufgeschlagen. Sollte der Verwaltungsrat zustimmen, könnte bereits zum Sommersemester 2018 die zweijährige Testphase anlaufen.

www.theaterwuerzburg.de

Landeshaus der Geschichte

Mit dem »Haus der Geschichte« in Bonn hat die alte Bundesrepublik bereits einen zentralen Dokumentationsort; nun will auch NRW ein »Haus der Geschichte«, das die Historie des 1946 gegründeten Bindestrich-Landes darstellt. Als Standort ist die Landeshauptstadt Düsseldorf vorgesehen. Für die konzeptionellen Arbeiten plant man die Gründung einer Stiftung. Eröffnen soll das Museum zum 75. Geburtstag des Landes 2021.

www.rundschau-online.de

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Migrationsvertrag ohne USA

Die USA haben sich aus den internationalen Verhandlungen über einen globalen Migrationsvertrag zurückgezogen. Entsprechende Vereinbarungen seien mit der Politik der USA unvereinbar, erklärte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Im Gegensatz zu Donald Trump hatte sein Vorgänger im Präsidentenamt der USA, Barak Obama, das UN-Vorhaben unterstützt

www.migazin.de

Xstream macht‘s möglich

Der kanadische Sänger und Liedtexter Neil Young hat sein komplettes Werk ins Netz gestellt. Interessierte können so den musikalischen Werdegang des Künstlers im Internet verfolgen. Mit seinem hoch aufgelösten Internet-Archiv will Neil Young nicht zuletzt ein Zeichen für mehr Musikqualität im Netz setzen. Bis Mitte nächsten Jahres ist der Zugang zum Musikarchiv kostenlos, danach sind Abogebühren geplant.

www.neilyoungarchives.com

Digital Cities Challenge

Das gleichnamige Förderprogramm der Europäischen Kommission ist erstmalig ausgeschrieben worden. Ziel ist, Städte beim digitalen Wandel zu begleiten und das Leben der Einwohner durch die Förderung, Entwicklung und Umsetzung digitaler Projekte zu verbessern. Insgesamt können 15 Städte in den Genuss einer Förderung kommen. Die maximale Unterstützungsdauer beträgt 18 Monate.

http://ec.europa.eu

US-Filme dominieren EU-Markt

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle in Brüssel hat die nationale Herkunft von Kinofilmen untersucht, die im europäischen Fernsehen gezeigt werden. Danach stammten in der Saison 2015/016 rund 28 Prozent aller gezeigten Produktionen aus EU-Staaten. Amerikanische Filme machten dagegen 68 Prozent aus. Beiträge aus anderen Weltregionen kamen auf einen Marktanteil von 4 Prozent. Insgesamt zeigten die europäischen Sender knapp 40.000 Kinofilme.

www.obs.coe.int/de

Kunst kein freier Werbeträger

Michelangelos »David« darf nicht voraussetzungslos für kommerzielle Werbung genutzt werden. Das entschied ein Gericht in Florenz, das die Rechte der Galleria dell’Accademia, die das David-Original ausstellt, gegen ein örtliches Reisebüro vertritt. Die Richter verboten nicht grundsätzlich die Nutzung von Kunstwerken für kommerzielle Zwecke. Sie unterstrichen lediglich das Recht auf angemessene Vergütung.

www.accademia.org

Women in Digital

Der Verein richtet sich an Frauen aus der Digitalbranche und setzt sich zum Ziel, die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen und sie miteinander zu vernetzen. Gründerinnen, und Entscheiderinnen aus Unternehmen, Medien, Politik, Organisationen und Verbänden bietet Women in Digital eine Plattform für Kooperationen, Projekte und Austausch. Ein jährlicher Preis zeichnet zudem besondere Geschäftsideen von Frauen für Frauen aus.

https://women-in-digital.de

Hörbuch des Jahres

Das »Requiem für Ernst Jandl« ist zum Hörbuch des Jahres 2017 gekürt worden. Die Produzenten hätten ein »einzigartig dichtes Gewebe aus Klang, Rhythmus und Sprache« komponiert, heißt es in der Urteilsbegründung. Die Auszeichnung ist mit 3.333 Euro dotiert und wird von der Jury der hr2-Hörbuchbestenliste verliehen. Die Preisverleihung findet Anfang März 2018 in Köln statt.

www.boersenblatt.net

Zweifelhaftes Kunstgeschenk

Markus Lüpertz ist für seine Skulpturen bekannt, die wie etwa der »Herkules« auch das Ruhrgebiet schmücken. Doch ähnlich wie beim »Herkules« hat auch sein der Stadt Wien als Dauerleihgabe vermachte »Beethoven« nicht nur Bewunderer gefunden. Kritiker finden ihn »hässlich, grässlich und dilettantisch«. Der bunt bemalten Skulptur fehlen u.a. beide Arme und ein Bein, um die »Zerrissenheit« des musikalischen Genies zu unterstreichen.

http://derstandard.at

SED-Vermögen kulturell umnutzen

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) fordert, das Restvermögen der DDR-Parteien und -Organisationen für kulturelle Zwecke zu verausgaben. Es geht dabei um 185 Mio. Euro der zuständigen Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderausgaben, die auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden. Nach Meinung der DOV, sollte das Geld in »strukturell unterfinanzierte Orchester und Theater« fließen.

www.dov.org

Mannheim fördert Kultur

Das Kulturamt der Stadt Mannheim hat seinen Geschäftsbericht 2015/2016 vorgelegt. Darin wird sowohl die Arbeit der geförderten Kultureinrichtungen vorgestellt als auch die entwickelte Festivallandschaft der Stadt präsentiert. Ein umfangreicher Datenanhang erlaubt zudem detaillierte Einblicke in die Struktur des Kulturhaushalts, der von 2015 auf 2016 von rund 55 Mio. Euro auf 56 Mio. zulegen konnte.

www.mannheim.de

Freies Singen im Advent

Die Musikpiraten haben die inzwischen 3. Auflage des Liedbuchs »Singen im Advent« online gestellt. Das Angebot umfasst rund 50 Lieder für Adventszeit und Weihnachten. Da die Urheber bereist seit über 70 Jahren verstorben sind, dürfen alle Noten kostenfrei gesungen, kopiert und verbreitet werden. Das Liederbuch kann auch in gedruckter Form gegen einen Unkostenbeitrag erworben werden.

http://dev.musikpiraten-ev.de/singen-im-advent/Singen_im_Advent_-_Auflage_3.pdf

Mohren-Kultur

In Berlin schwelt der symbolische Streit schon um die koloniale Vergangenheit schon länger. Nach der »Mohrenstraße« in Mitte hat es nun auch eine Kneipe in Kreuzberg erwischt. Sie trägt den Namen »Zum kleinen Mohr« und war deshalb schon mehrfach Anlass für antirassistische Flash-Mobs. Der Wirt hat sich nun dem Ansinnen der Protestierer gebeugt und sein Gasthaus in »Zum kleinen Moritz« umbenannt.

www.tagesspiegel.de

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Weihnachtliche Gleichberechtigung

Der Kampf um geschlechtliche Gleichberechtigung kann einen weiteren Erfolg verbuchen. In Berlin ist es ab sofort möglich, anstelle eines Weihnachtsmannes eine Weihnachtsfrau zu buchen, die den Kindern die Geschenke zum Fest übergibt. Angeboten wird der weibliche Service vom »Studierendenwerk«, das seinen alten Namen »Studentenwerk« aus Gendergründen bereits vor einiger Zeit abgelegt hat.

www.stw.berlin

Italienisches Kulturerbe

Das italienische Kulturministerium hat die Versteigerung von 36 Originalbriefen des Komponisten Guiseppe Verdi bei Sotheby`s verhindert, indem man sich bereits im Vorfeld mit den Anbietern auf einen Kaufpreis in Höhe von 403.000 Euro einigen konnte. Der Briefwechsel mit dem Librettisten Salvatore Cammarano gibt Auskunft über die Entstehungsgeschichte von mehreren Opern des Maestro.

https://klassik.com

Heilige Allianz?

Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ist umstritten. Kritiker verweisen auf die unheilvolle Allianz von Preußischem Staat und NS-System, die hier 1933 zwischen Reichspräsident Hindenburg und Reichskanzler Hitler symbolisch geschlossen wurde. Die Befürworter der Rekonstruktion haben nun kirchlichen Beistand erhalten. Mit einem Festgottesdienst wurde der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche eingeläutet.

www.garnisonkirche-potsdam.de

Weltdokument Auschwitz-Prozess

Die Verfahrensunterlagen und Tonbandaufzeichnungen des Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963 – 1965) sind als UNESCO-Weltdokumentenerbe ausgezeichnet worden. Im ersten großen NS-Prozess der Nachkriegszeit waren unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit 22 SS-Angehörige des Vernichtungslagers wegen Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord angeklagt und mehrheitlich zu Haftstrafen verurteilt worden.

www.unesco.de

Plädoyer für die Öffentlich-Rechtlichen

Der Deutsche Musikrat hat sich für die Wahrung der Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausgesprochen. Gerade die ARD müsse »unangetastet ihrem Auftrag auf unabhängiges und Vielfalt sicherndes Sendeangebot nachkommen« können. Es gelte, »die Handlungsfähigkeit der Sender und die Qualität des Programms gegenüber politischen Invektiven auf Dauer zu schützen«.

www.musikrat.de

Frauen in Kultur und Medien

Die Hertie School of Governance hat die Repräsentanz und Chancengleichheit von Frauen in Kultur und Medien im europäischen Vergleich untersucht. Danach konnte Deutschland in Sachen Geschlechtergerechtigkeit in den letzten Jahren zwar deutlich zulegen, bleibt aber im Vergleich mit Frankreich, den Niederlanden, Schweden oder dem Vereinigten Königreich weiterhin ein Gender-Entwicklungsland.

www.hertie-school.org

Gutes Jahr für die Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie kann auf ein überaus erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken. Laut Angaben der Geschäftsleitung besuchten seit November 2016 bereits 4 Mio. Menschen das neue Hamburger Wahrzeichen. Lediglich 15 Prozent davon waren im Besitz einer Konzertkarte. Das Gros der Besucher nutzte dagegen die Plaza-Aussichtsplattform, um einen spektakulären Blick auf die Hafencity zu werfen.

www.elbphilharmonie.de

Unterwegs mit Anne Frank

Die Deutsche Bundesbahn will ihre neue ICE4-Flotte nach bedeutenden Persönlichkeiten benennen. Neben Konrad Adenauer, den Geschwistern Scholl und Erich Kästner soll ein Zug auch den Namen der von den Nazis ermordeten Jüdin Anne Frank tagen. Die Anne-Frank-Stiftung in Amsterdam sieht das Vorhaben eher kritisch, führe die Namensgebung doch »zu Assoziationen mit der Judenverfolgung und den Deportationen im Zweiten Weltkrieg«.

www.annefrank.org

Popmuseum wird poppiger

Deutschlands einziges Rock- und Popmuseum ist in die Jahre gekommen. Die in Gronau, der Heimatstadt von Udo Lindenberg befindliche Einrichtung wird bis 2018 grundlegend modernisiert. So soll die überarbeitete Dauerausstellung künftig im Erdgeschoss Platz finden. Im Untergeschoss ist zudem ein eigener Clubbereich geplant. Die Kosten in Höhe von ca. 1,6 Mio. Euro verteilen sich auf Bund, Land und Stadt sowie weitere Partner.

www.rock-popmuseum.com

Mehr Games-Förderung angemahnt

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) fordert die Bundesregierung zu mehr finanziellen Hilfen für die Games-Branche auf. Bereits 50 Mio. Euro pro Jahr würden helfen, »um die Wettbewerbsnachteile Deutschlands gegenüber anderen Standorten auszugeichen«. Darüber hinaus generiere die Förderung weitere 90 Mio. Euro über entsprechende Steuer- und Sozialausgaben.

www.biu-online.de

Vorlesen wirkt

Die Stiftung Lesen, DIE ZEIT und die Deutsche Bahn Stiftung haben die Ergebnisse der »Vorlesestudie 2017« der Öffentlichkeit präsentiert. Die Initiatoren des bundesweiten Vorlesetages verweisen darin auf die positiven Auswirkungen des Vorlesens auf die Entwicklung von Kleinkindern. Danach könnten Eltern nicht früh genug anfangen, ihrem Nachwuchs Bücher nahezubringen, um so deren Lesekompetenz zu entwickeln.

www.vorlesetag.de

Kultur der Straffreiheit

In der französischen Cinemathek ist ein Streit über die geplante Retrospektive über den Regisseur Roman Polanski entbrannt. Der Vorwurf lautet, sich damit an »der Kultur der Straffreiheit männlicher Gewalt« zu beteiligen. Gegen Polanski läuft in den USA seit 40 Jahren ein Verfahren wegen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen. Die Cinemathek-Leitung verweist dagegen auf die strikte Unabhängigkeit ihrer Entscheidungen.

www.cinematheque.fr

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Literarische PC-Opfer

Die political correctness in den USA hat ein weiteres literarisches Opfer gefunden. Nachdem bereits Mark Twains Huckleberry Finn als rassistisch gebrandmarkt worden war, hat es nun den Pulitzer-Preisträger Harper Lees erwischt. Sein in den 1930er Jahren spielender Roman »Wer die Nachtigall stört« wurde laut Beschluss des Schulbezirks von Biloxi (Mississippi) aus dem Lehrplan genommen, weil darin Afroamerikaner beleidigt würden.

www.washingtonpost.com

Londoner Holocaust Memorial

In der Nähe des Parlamentsgebäudes in London ist ein Holocaust Denkmal geplant, das an die ermordeten Juden Europas erinnern soll. Ähnlich wie beim Berliner Mahnmal ist unter dem eigentlichen Monument ein Informationszentrum geplant. Die britische Regierung stellt 50 Mio. Pfund für die Realisierung zur Verfügung. In der Londoner Museumsszene stößt das Holocaust Memorial auch auf Kritik.

www.baunetz.de

Kultur macht Schule

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat zusammen mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung eine »Kontaktstelle Kultur macht Schule« eingerichtet. Ziel der neuen Einrichtung ist es, Kulturschaffende und Schulen im Lande in nachhaltigen Kooperationen zusammenzubringen. Das Ministerium stellt dafür jährlich 400.000 Euro zur Verfügung.

www.mwk.niedersachsen.de

Kulturelle Weiterbildung 2018

Die Bundesakademie Wolfenbüttel hat ihr Jahresprogramm 2018 veröffentlicht. Unter dem Motto »Authentizität durch Wandel« finden sich darin Weiterbildungsangebote und Qualifizierungsreihen in den Bereichen Bildende Kunst, Darstellende Künste, Kulturmanagement, Literatur, Museum und Musik. Mit aufgenommen sind zudem entsprechende Tagungen und Fachtreffen.

www.bundsakademie.de

Anne Franks Tagebuch als Comic

Das Tagesbuch von Anne Frank ist jetzt auch als Comic erschienen. Wie der S. Fischer-Verlag mitteilte, sei das Graphic Diary eine »einzigartige Kombination aus dem Originaltext und lebendigen, fiktiven Dialogen«. Das Buch wurde pünktlich zum 70. Jahrestag der Erstveröffentlichung des Originaltextes herausgebracht, autorisiert vom Anne Frank Fonds in Basel als Rechteinhaber.

www.fischerverlage.de

Kirchliche Kunstgeschenke

Künstler haben schon immer für Kirchen gearbeitet, doch scheint in letzter Zeit die Zusammenarbeit Konjunktur zu haben. Ein bekannter Akteur ist dabei Gerhard Richter, der schon 2007 das Südquerhausfenster im Kölner Dom gestaltete. Nun schenkt er der Stadt Münster ein Foucaultsches Pendel, das in der dortigen Dominikanerkirche den täglichen Beweis dafür erbringen wird, dass die Erde sich dreht.

www.westfalium.de

Fußballspruch des Jahres

Die Deutsche Akademie für Fußballkultur in Nürnberg hat ihren »Fußballspruch des Jahres« 2017 bekanntgegeben. Er stammt von den Fans von Schalke 04 und lautet: »Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterher gereist ist.« Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert, wird gesponsert von VW und kommt traditionell einer gemeinnützigen Einrichtung zugute.

www.fussball-kultur.org

EU-Jugendorchester zieht um

Das Europäische Jugendorchester (EUYO) in London will nach 40 Jahren seinen Geschäftssitz nach Italien verlegen. Grund ist der bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union. 13 britische Mitglieder müssen das Orchester verlassen. Eine neue Heimat findet der Klangkörper, der von der EU-Kommission und vom Europäischen Parlament finanziell unterstützt wird, im norditalienischen Ferrara.

www.euyo.eu

Zehn Jahre »Frankfurter Kranz«

Das größte Netzwerk in der Main-Metropole, das sich Frauen aus kreativen Berufen widmet, feiert sein zehnjähriges Bestehen. 2007 aus der Taufe gehoben, soll der »Frankfurter Kranz« Frauen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft miteinander ins Gespräch bringen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern, Ideen gemeinsam umsetzen und Frauen in der Kunst- und Kulturszene sichtbar machen.

http://frankfurter-kranz.de

Live-Musikprogramme ausgezeichnet

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die diesjährigen APPLUS-Preisträger ausgezeichnet. 86 Clubs und Veranstaltungsreihen erhalten insgesamt 1,8 Mio. Euro für ihr Rock-, Pop- und Jazz-Angebot. Die Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten (APPLUS) fördert seit 2013 kulturell herausragende Live-Musikprogramme, »die maßgeblich zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in Deutschland beitragen«.

www.kulturstaatsministerin.de

Kulturgroschen für Norbert Lammert

Der scheidende Parlamentspräsident Norbert Lammert erhält vom Deutschen Kulturrat den »Kulturgroschen 2018«. Die undotierte Auszeichnung würdigt seinen Einsatz »für die Freiheit der Künste und für bessere Rahmenbedingungen von Bildung, Kultur und Wissenschaft. Der CDU-Politiker habe zudem immer auf die zentrale Rolle der Kultur für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft hingewiesen.

www.kulturrat.de

Freier Eintritt rechnet sich

Das Museum Folkwang in Essen konnte zwischen Juni 2016 und Juni 2017 eine Verdoppelung seiner Besuche verzeichnen. Nach einer Untersuchung der FH Köln war dafür vor allem der bereits vor zwei Jahren für die ständige Sammlung eingeführte freie Eintritt verantwortlich. Die kostenlose Besuchsmöglichkeit hat auch eine Verjüngung des Publikums bewirkt, das in der Altersgruppe der 16- bis 49-Jährigen auf 31 Prozent anwuchs.

www.museum-folkwang.essen.de

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Angriff auf die Erinnerungskultur

Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in Deutschland hat vor der möglichen Übernahme des Vorsitzes im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien durch einen Vertrete der AfD-Fraktion gewarnt. Es drohe »beträchtlicher Schaden für die in einem langen Prozess der gesellschaftlichen Verständigung entwickelte bundesdeutsche Erinnerungskultur«, heißt es in der Presseerklärung.

www.gedenkstaettenforum.de

Autorin des Jahres

Das internationale Netzwerk für Schriftstellerinnen und Autorinnen aller Genres, die in deutscher Sprache schreiben, hat die Journalistin Ursula Wartmann zur »Autorin des Jahres« gewählt. Die gelernte Soziologin erhält die undotierte Auszeichnung für ihr Gesamtwerk. Die Autorinnenvereinigung setzt sich für ein freies künstlerisches Leben und die Präsenz von Frauen in der literarischen Welt ein.

www.autorinnenvereinigung.de

Kulturelle Chancengleichheit in UK?

Die britische Regierung hat erstmals eine Studie zum Stand der Integration und Chancengleichheit im Vereinigten Königreich veröffentlicht. Ein Kapitel ist darin auch der kulturellen Partizipation gewidmet. Danach nutzen Angehörige von ethnischen Minderheiten öffentliche Kulturangebote weniger als die »weiße« Mehrheit im Land. Entsprechend geringer ist auch ihr nationales Zugehörigkeitsgefühl entwickelt.

www.ethnicity-facts-figures.service.gov.uk

Armenien wird EU-Kulturpartner

Die Europäische Kommission hat bekanntgegeben, dass Armenien höchstwahrscheinlich ab 2018 am Programm »Kreatives Europa« teilnehmen wird. Die Verhandlungen mit der EU-Kommission sind bereits abgeschlossen. Damit Armenien offiziell teilnahmeberechtigt ist, muss der zwischen der EU-Kommission und der armenischen Regierung ausgearbeitete Vertrag noch unterschrieben werden.

www.creative-europe-desk.de

Türkische Online-Akademie geplant

Eine Gruppe von türkischen Wissenschaftlern in Deutschland, die in ihrer Heimat entlassen wurden, will zusammen mit deutschen Forschern in Berlin eine Online-Akademie ins Leben rufen. Die geplante »Off-University« soll Video-Lektionen in den verschiedensten Fächern für Studenten anbieten und zum Wintersemester 2017/18 starten. Entstanden ist die Idee in einem Plattengeschäft in Berlin-Kreuzberg.

www.off-university.de

Architectural Book Award 2017

Die Frankfurter Buchmesse und das Deutsche Architekturmuseum (DAM) haben den Internationalen DAM Architectural Book Award vergeben. Der Preis zeichnet die besten Architekturbücher eines Jahres aus. Dem gemeinsamen Aufruf waren weltweit 89 Architektur- und Kunstbuchverlage gefolgt. Aus 215 Einsendungen wurden schließlich die zehn besten Publikationen des Jahres ausgewählt.

www.dam-online.de

Koloniales Kulturerbe

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will ihre koloniale Schädelsammlung grundlegend erforschen. Sie verfügt über rund 1.000 menschliche Relikte aus Ostafrika, deren Dokumentation und Inventarisierung im Krieg verloren ging. Gefördert von der Gerda Henkel Stiftung, will man nun gemeinsam mit afrikanischen Partnern die originären Fundorte aufsuchen und in den dortigen Archiven nach Spuren suchen.

www.preussischer-kulturbesitz.de

»Kunst am Bau« kommt wieder

Nordrhein-Westfalens Kulturministerin will das von der rot-grünen Vorgängerregierung abgeschaffte »Kunst am Bau«-Programm wieder aufleben lassen. Das berichtete Isabel Pfeiffer-Poensgen bei ihrem ersten Auftritt im Kulturausschuss des Landes in Düsseldorf. Damit übernimmt NRW wieder die bereits bei Bundesbauten geltende Regelung, dass ein Teil der Bausumme für künstlerische Maßnahmen am Gebäude verausgabt werden muss.

www.mkw.nrw

Kirchensterben geht weiter

Seit der Jahrtausendwende sind rund 500 katholische Kirchengebäude aufgegeben worden. Nach Informationen des Internetportals »katholisch.de« wurden die Gotteshäuser abgerissen, verkauft oder einer anderen kirchlichen Nutzung zugeführt. Das Kirchensterben vollzieht sich regional höchst unterschiedlich. Während der Süden Deutschlands keine Kirchenschließung vermeldet, waren es allein im Bistum Essen mehr als 100 Gotteshäuser.

www.katholisch.de

E-Book-Boom bleibt aus

Das gedruckte Buch bleibt in Deutschland weiterhin das literarische Leitmedium. Lediglich ein knappes Viertel der Bundesbürger greift zum E-Book – und das weitgehend stabil seit drei Jahren. Vor allem Jüngere nutzen die Möglichkeiten des digitalen Lesens, während Menschen ab 65 nahezu ausschließlich gedruckte Bücher bevorzugen. Allerdings wächst die Akzeptanz von Hörbüchern, die mittlerweile von einem Drittel der Bevölkerung genutzt werden.

www.bitkom.org

WDR wieder im Plus

Die größte ARD-Sendeanstalt konnte das Geschäftsjahr 2016 mit einem Überschuss von 68 Mio. Euro abschließen. Ein Jahr zuvor hatte der WDR noch ein Minus von 104 Mio. Euro erwirtschaftet. Haupteinnahmequelle ist der Rundfunkbeitrag, der 2016 rund 1,2 Mrd. Euro in die Kassen des Senders spülte. Vom Gesamtetat von 1,6 Mrd. Euro entfielen allein 540 Mio. Euro auf die Personalkosten.

www.wdr.de

Kulturelle Planungssicherheit

Niedersachsen unterstützt die Kulturfachverbände im Land und die in Wolfenbüttel ansässige Bundesakademie für Kulturelle Bildung in den nächsten drei Jahren mit rund 18 Mio. Euro. Grundlage dieser Planungssicherheit sind sog. »Zielvereinbarungen« mit den Geförderten, die deren Arbeit programmieren. Im Fokus stehen dabei kulturelle Teilhabe, kulturelle Bildung, Integration, Inklusion und breitenkulturelle Arbeit.

http://soziokultur-niedersachsen.de

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1 Euro-Kultur

Die Theater und Philharmonie Essen (TUP) bietet erneut Studenten die Gelegenheit, Kulturveranstaltungen für 1 Euro zu genießen. Ordentlich Eingeschriebene der Universität Duisburg-Essen können mit ihrer Studienbescheinigung einen entsprechenden Ausweis beantragen. Dieser berechtigt zum Kauf von Karten zum Preis von einem Euro für Theatervorstellungen, Konzerte und Opern. Hintergrund ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen der TUP und dem Studentenwerk.

http://www.theater-essen.de/neuigkeiten/neu-kulturticket-fuer-studierende-der-uni-duisburg-essen.htm

Open Call für Istanbuler Kulturakademie

Ab sofort können sich Künstler unterschiedlicher Disziplinen mit Wohnsitz in Deutschland für einen mehrmonatigen Aufenthalt an der Kulturakademie Tarabya in Istanbul bewerben. Das Stipendium umfasst Reisekosten, Unterkunft und einen monatlichen Zuschuss von 2.500 Euro. Ziel ist der künstlerische Austausch von Kulturschaffenden aus Deutschland und der Türkei. Bewerbungsschluss ist der 30. November 2017.

www.kulturakademie-tarabya.de

Opernhaus des Jahres

Das »Opernhaus des Jahres« steht im französischen Lyon. Das gab die Jury der Fachzeitschrift »Opernwelt« bekannt, die jährlich weltweit in 15 Kategorien die künstlerische Qualität von Musiktheatern beurteilt. Doch auch Häuser in Deutschland konnten die 50 Kritiker aus Europa und den USA überzeugen. So singt der »Chor des Jahres« momentan an der Stuttgarter Oper.

www.opernwelt.de

Schallplatte feiert Geburtstag

130 Jahre ist sie jüngst alt geworden und kann sich weiterhin über steigenden Zuspruch freuen: die gute alte Schallplatte. Laut einer Presseerklärung der Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik in Deutschland (gfu) wurden im ersten Halbjahr 2017 rund 1,6 Mio. Scheiben aus Vinyl verkauft, was einem Umsatzplus von 18 Prozent entspricht. Gleichzeitig stieg der Verkauf von Plattenspielern, die gegenüber dem Vorjahr sogar um 33 Prozent zulegen konnten.

www.gfu.de

Fonds für Kunst & Architektur

»Perspektive« nennt sich ein deutsch-französischer Fonds für zeitgenössische Kunst und Architektur, der den kreativen Austausch zwischen den beiden Ländern fördert. Er wird getragen vom Bureau des arts plastiques und dem Institut francais Deutschland. Noch bis zum 1. Dezember 2017 sind deutsche und französische Initiativen aufgerufen, sich mit entsprechenden Gemeinschaftsprojekten zu beteiligen.

www.fonds-perspektive.de

Streit um Theaterfinanzierung

In Niedersachsen ist ein Streit um die Finanzierung der kommunalen Theater entbrannt. So hat der Osnabrücker OB mit Kollegen aus anderen betroffenen Städten das Land wegen seiner bevorzugten Finanzierung der Staatstheater kritisiert. Laut einer »Traditionsklausel« in der Landesverfassung erhalten die drei Staatstheater in Hannover, Braunschweig und Oldenburg mehr als das Vierfache an Landesmitteln als alle sechs städtischen Bühnen zusammen.

www.osnabrueck.de

Kunstfonds fördert

Die in Bonn ansässige Stiftung Kunstfonds hat ihre Förderentscheidungen 2018 für das Programm B bekanntgegeben. Danach werden Ausstellungen, Publikationen und Künstlerkataloge mit insgesamt 300.000 Euro unterstützt. Insgesamt lagen der Jury 257 Anträge zur Förderung der zeitgenössischen bildenden Kunst in Deutschland vor, von denen letztlich 28 Vorhaben berücksichtigt wurden.

www.kunstfonds.de

Wachsendes Stiftungsengagement

Die gute Wirtschaftslage schlägt sich auch im Stiftungswesen nieder. So geben deutsche Stiftungen wieder mehr Geld für gemeinwohlorientierte Aktivitäten aus. Nach einer Untersuchung des verantwortlichen Bundesverbandes betrug der entsprechende finanzielle Aufwand 2016 bei rund 4.000 erfassten Stiftungen mehr als 4 Mrd. Euro. Die 30 größten deutschen Stiftungen trugen dabei mit knapp 900 Mio. Euro einen beträchtlichen Anteil.

www.stiftungen.org

Museum für Straßenraumkunst

In Berlin wurde Mitte September das »Museum für Urban Contemporary Art« eröffnet. Es nennt sich »Urban Nation« und präsentiert Street-Art als Kunstform im öffentlichen Raum. Hervorgegangen ist das neue Museum aus einer Initiative der Stiftung »Berliner Leben«, die in der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag einen verlässlichen Partner fand. Die Gewobag trug auch die Hälfte der Baukosten, die sich auf rund 4,5 Mio. Euro summierten.

www.german-architects.com

Casino-Kunst ins Museum

NRW Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen setzt sich dafür ein, dass Kunstwerke des landesnahen Casino-Betreibers Westspiel der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Die Versteigerung von zwei Warhol-Bildern aus dem Aachener Casino-Bestand hatte 2014 bundesweite Proteste ausgelöst. Die Kulturministerin möchte vor allem bislang eingelagerte Werke von Westspiel als Leihgabe in die Museen des Landes holen.

www.welt.de

Deutschlands älteste Videothek

Deutschlands älteste Videothek steht in Kassel und kann laut »Guinness Buch der Rekorde« auf 42 Jahre Ausleihbetrieb verweisen. Nun droht allerdings dem medialen Geschäft mit VHS-Cassetten das endgültige Aus. Schuld daran ist einerseits die Konkurrenz durch digitale Streaming- und Download-Angebote, andererseits das Alter des Betreibers, der demnächst 80 Jahre alt wird.

www.hr.de

Fördermittel für soziokulturelle Projekte

Der Fonds Soziokultur hat sein Bewerbungsverfahren für die Allgemeine Projektförderung im ersten Halbjahr 2018 eröffnet. Gesucht werden zeitlich befristete Maßnahmen, in denen »neue Angebots- und Aktionsformen der Soziokultur« erprobt werden. Dem Fonds Soziokultur stehen dafür rund 500.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Einsendeschluss für entsprechende Projektanträge ist der 2.November 2017.

www.fonds-soziokultur.de

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Online-Umfrage zum Thema Glück

Die Universität Witten/Herdecke hat eine bundesweite Online-Befragung zum Thema Glück gestartet. Erforscht werden soll, wovon Glück und Zufriedenheit abhängen und wie sich Motive und Muster von Glück und Zufriedenheit im Lebensverlauf darstellen. Ziel ist der Aufbau einer internationalen Datensammlung zu den Motiven und Mustern von Glück und Zufriedenheit (ESH-Datenbank für »Experience(s) of Salience and Happiness«).

www.glueckundzufriedenheit.de

Anti-Sexismus-Ratgeber

Das Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat sich Gedanken über Seximus in der Werbung und seine Vermeidung gemacht. Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die nun einen 28-seitigen »Handlungsleitfaden« veröffentlicht hat. Dieser listet dezidiert auf, wie sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung im öffentlichen Straßenbild erkannt und verbannt werden kann.

www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/frauenfeindliche-werbung/broschuere-sexism-shouldn-t-sells.pdf

Pariser Modemuseum eröffnet

In der französischen Hauptstadt ist das neue Yves-Saint-Laurent-Museum eröffnet worden. Es befindet sich in den ehemaligen Ateliers des 2008 verstorbenen Mode-Designers unweit des Champs-Elysées. Das Museum präsentiert Stücke aus der rund 35.000 Objekte zählenden Sammlung des Meisters, darunter rund 7.000 Haute-Couture-Modelle und etwa 15.000 Accessoires. Der Eintritt kostet 10 Euro.

https://museeyslparis.com

Große Koalition gegen AfD

Eine parteiübergreifende Initiative aus Bundestagsabgeordneten, Kulturschaffenden und Verbandsvertretern hat sich gegen die mögliche Übertragung des Vorsitzes im Kulturausschuss des Bundestages an die AfD ausgesprochen. In einem offenen Brief appellieren sie an den Ältestenrat zu verhindern, dass eine »rechtsradikale Partei« ihr »nationalistisches Gift« an einer der »sensibelsten Stellen des Parlamentarismus« injiziere.

www.kulturausschuss-schuetzen.de

Kinder zum Olymp

Die Kulturstiftung der Länder schreibt im Rahmen der Initiative »Kinder zum Olymp« den »OLYMP – Zukunftspreis für Kulturbildung« aus. Gesucht werden Konzepte, die modellhaft Strukturen für die Verankerung von kultureller Bildung in Kultureinrichtungen und Schulen schaffen. Besonders nachhaltige Ideen, Programme und Profile werden mit insgesamt 18.000 Euro ausgezeichnet. Anmeldeschluss ist der 15. Dezember 2017.

www.kulturstiftung.de

»Digitalisierung von der Kultur her denken«

Die drei nationalen Musikräte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich Gedanken zum »Musikleben im digitalen Zeitalter« gemacht und eine entsprechende Resolution verabschiedet. Darin heißt es: »Medienkompetenz ist vor allem eine kulturelle Kompetenz. Derzeit wird die Digitalisierung nahezu ausschließlich unter technologischen Gesichtspunkten behandelt. Es reicht nicht, die Klassenzimmer mit Computern auszustatten.«

www.musikrat.de

Hauptstadtpreis für Integration

Vereine, Projektgruppen und Institutionen können sich ab sofort um den zehnten »Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz« bewerben. Der Preis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert und wird u.a. von der Deutschen Bank und der Siemens AG gesponsert. Gesucht werden Projekte, die einen Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund leisten. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 13. Oktober 2017.

www.ihb.de

Kunststipendium Tokio

Die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt schreibt in Kooperation mit der Arts Initiative Tokyo (AIT) ein zweimonatiges Aufenthaltsstipendium in Tokio aus. Das Stipendium soll die interdisziplinäre Arbeit des ausgewählten Künstlers fördern. Vor allem steht der internationale Austausch mit japanischen Künstlern im Vordergrund, der neue Anregungen und Ideen hervorbringen soll. Die Bewerbungsfrist endet am 16. Oktober 2016.

www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de

Treue Zuschauer

Dem Programmkino und dem Arthouse-Film halten die Besucher auch dann die Treue, wenn die Zahlen im gesamten Kinomarkt deutlich zurückgehen. Im letzten Jahr haben laut aktueller Studie der Filmförderanstalt in Deutschland 15,4 Mio. Besucher für einen Arthouse-Film an der Kinokasse Eintritt gezahlt – 1,6 Prozent weniger als im Jahr davor. Im Gesamtmarkt schlug dagegen im gleichen Zeitraum ein Minus von 13,0 Prozent zu Buche.

www.ffa.de

Kulturelle Flüchtlingsbegleitung

Kultur verbindet: Diese Erkenntnis setzt die Theater und Philharmonie Essen (TUP) in ein neues Integrationsprojekt um. Unter dem Titel »Kultur entdecken – Mashallah« bietet die TUP Bürgern die Möglichkeit, Flüchtlinge zu Konzerten, in die Oper oder ins Ballett zu begleiten. Interessierte erhalten vergünstigte Karten für sich selbst und bis zu zwei Freikarten für Flüchtlinge. Insgesamt stehen 10 Veranstaltungen zur Auswahl.

www.theater-essen.de

Gamen macht schlauer

Computer- und Konsolenspieler sind offensichtlich intelligenter als angenommen. Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum haben in einer Studie nachgewiesen, dass PC-Spieler in konkurrierenden Lernsituationen besser abschneiden als Nicht-Gamer. So zeigten Gamer im Vergleichstest eine höhere Gehirnaktivität, erfassten Situationen schneller und konnten eher neues Wissen generieren.

www.rub.de

Bundestag weiterhin urdeutsch

Die Wahlen zum Deutschen Bundestag haben die politische Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund nicht beseitigen können. So sitzen lediglich 8 Prozent Parlamentarier im Reichstag, die ausländische Wurzeln haben, während der entsprechende Anteil an der Gesamtbevölkerung rund 20 Prozent beträgt. Die Linke hat dabei mit knapp 19 Prozent den höchsten Anteil, die CDU mit 3 Prozent den niedrigsten.

http://mediendienst-integration.de

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AfD-Erfolg aus kultureller Verunsicherung?

Der Deutsche Kulturrat hat den Ausgang der Bundestagswahlen und das gute Abschneiden der »Alternative für Deutschland« vor allen als Resultat einer »tiefgreifenden kulturellen Verunsicherung unserer Gesellschaft« interpretiert. Der Kultur- und Medienbereich müsse vor diesem Hintergrund selbstkritisch analysieren, wie es dazu kommen konnte, so Olaf Zimmermann.

www.kulturrat.de

Europäische Werte stärken

Die Deutsche Welle (DW) und der französische Auslandssender France Médias Monde (FMM) wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Gemeinsames Ziel beider Medienanstalten sei es, jungen Menschen weltweit die europäischen Werte näher zu bringen. Im März 2017 waren DW und FMM bereits eine Kooperation mit der italienischen Nachrichtenagentur ANSA eingegangen, um die Online-Plattform »InfoMigrants« auf den Weg zu bringen.

www.dw.co

Deutsch-russischer Museumsdialog

Der Zweite Weltkrieg hat deutschen und russischen Museen bedeutende Verluste beschert. Um die Zugänglichkeit und/oder Rückgabe der gegenseitigen »Beutestücke« kümmert sich u.a. der deutsch-russische Museumsdialog. Als vertrauensbildende Maßnahme konnte nun Kulturstaatsministerin Monika Grütters historische Fotos von dem im Krieg zerstörten russischen Park- und Museumsschloss Gatschina bei Sankt Petersburg zurückgeben.

www.kulturstaatsministerin.de

Buchmessen-Freundschaft

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ist Frankreich das offizielle Partnerland. Vor diesem Hintergrund wird der französische Ehrengastauftritt von einer beeindruckenden Zahl von Übersetzungen begleitet. Deutschsprachige Verlage haben in diesem Jahr bereits rund 550 Neuerscheinungen französischsprachiger Autoren in deutscher Übersetzung auf den Buchmarkt gebracht.

www.buchmesse.de

Fonds Nachhaltigkeitskultur

Der beim Bundeskanzleramt angesiedelte Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat das neue Förderprogramm »Fonds Nachhaltigkeitskultur« aufgelegt. Über einen Zeitraum von drei Jahren stehen insgesamt 7,5 Mio. Euro bereit, um »Kulturakteure bei der nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft zu stärken und eine gesellschaftliche Transformation zu mehr Nachhaltigkeit anstoßen«.

www.nachhaltigkeitsrat.de

Literarisches Gedächtnis Deutschlands

In Marbach ist das Deutsche Literaturarchiv beheimatet, das national bedeutende Zeugnisse der deutschen Literaturgeschichte umfasst. Mit finanzieller Unterstützung durch Kulturstaatsministerin Monika Grütters werden sie Bestände kontinuierlich erweitert. So konnten aktuell der Brentano-Nachlass, das Reclam-Archiv und Gottfried Benns Briefwechsel mit der Schriftstellerin Ursula Ziebarth erworben werden.

www.dla-marbach.de

Projektdatenbank Musik & Integration

Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) in Bonn stellt ab sofort eine Projektdatenbank bereit, in der umfassende Informationen über die Bandbreite an Initiativen, Projekten und Veranstaltungen rund um das Thema »Musik und Integration« bundesweit zusammengetragen und präsentiert werden. Finanziert wird das Angebot von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

https://integration.miz.org

Architekturgeschichte als Weltkulturerbe

Die Karl-Marx-Allee und das Hansa-Viertel, beides repräsentative Ensembles der 1950er Jahre in Ost- und Westberlin, sollen auf die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste. Die vormalige Stalin-Allee steht für den Sozialistischen Klassizismus, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung entstandene Hansaviertel für die klassische Moderne. Während ein entsprechender Antrag des Landes Berlin 2013 noch fehl schlug, hofft man nun auf Erfolg.

www.german-architects.com

3,8 Mrd. ohne Internet

Laut einer Studie der Breitbandkommission für digitale Entwicklung sind weltweit 3,9 Mrd. Menschen ohne Internetzugang. Damit ist etwa die Hälfte der Weltbevölkerung – überwiegend in den sog. Entwicklungsländern – offline und somit in Gefahr, von der allgemeinen Technologieentwicklung abgehängt zu werden. Die Breibandkommission wurde 2010 von der UNESCO und der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) ins Leben gerufen.

www.unesco.de

Games-Branche unzufrieden

Deutsche Games-Entwickler werden im internationalen Konkurrenzkampf um Marktanteile zunehmend abgehängt. Der Jahresreport der Computer- und Videospielbranche 2017 verzeichnet einen weiteren Rückgang des Anteils deutscher Spiele-Entwickler am Gesamtumsatz. So lag deren Anteil hierzulande 2016 nur noch bei 6,4 Prozent, während er 2015 6,5 Prozent und 2014 noch 7 Prozent betragen hatte.

www.biu-online.de

Raubkopien kaum kaufschädlich

Illegale Downloads bei Filmen, Musik, Büchern und Computerspielen haben kaum Auswirkungen auf den Erwerb der Inhalte, stellt eine bislang unveröffentlichte Studie im Auftrag der EU-Kommission fest. Lediglich bei Blockbuster-Filmen sei ein nennenswerter Verdrängungswettbewerb festgestellt worden. Im Gaming-Bereich führten dagegen illegale Downloads sogar zu vermehrten Neueinkäufen.

https://cdn.netzpolitik.org

Fonds Stadtgefährten

Die Kulturstiftung des Bundes fördert neue Partnerschaften an Museen mit orts- oder regionalgeschichtlichem Schwerpunkt in deutschen Mittelstädten mit bis zu 150.000 Euro. Beantragt werden können gemeinsame kulturelle Vorhaben mit Repräsentanten der Stadtgesellschaft, deren Geschichte zukünftig stärker im Museum berücksichtigt werden soll. Antragschluss für entsprechende Projektvorhaben ist der 28. Februar 2018.

www.kulturstiftung-des-bundes.de

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Ist Fototechnik rassistisch?

Der antirassistische Diskurs treibt mitunter seltsame Blüten. Nun muss sich schon die Technik der Fotografie gegen den Diskriminierungsvorwurf verteidigen. Der in einem Interview im Berliner Tagesspiegel (30.8.) erhobenen Vorwurf lautet: »Die Belichtungstechnologie wurde für weiße Haut entwickelt. Das ist eine Normsetzung, wie es sie in zahlreichen anderen Bereichen auch gibt, ohne dass das vielen Menschen bewusst wäre.«

www.tagesspiegel.de/wissen/uni-dozentin-natasha-a-kelly-rassismus-betrifft-alle-faecher/20255456.html?inIsFirst=false

Ukrainische Schulreform

Die ukrainische Regierung will die Muttersprache stärken und hat deshalb das Ukrainische zur verbindlichen Kommunikation in der Schule bestimmt. Ziel ist vor allem, Russisch in der Öffentlichkeit zurückzudrängen. Nun fürchten allerdings auch die nationalen Minderheiten der Polen, Ungarn und Rumänen, dass der Unterricht in ihren Minderheitensprachen merklich eingeschränkt wird.

www.eurotopics.net

WLAN für alle

Das EU-Parlament hat Grünes Licht für den Ausbau eines kostenlosen WLAN-Netzes in Europa gegeben. Danach sollen rund 8.000 Hotspots auf öffentlichen Plätzen, in Bibliotheken, Krankenhäusern und Kultureinrichtungen entstehen. Dafür werden rund 120 Mio. Euro bereitgestellt, um bis zu 100 Prozent der Einrichtungskosten abzudecken. Der Träger muss anschließend für mindestens drei Jahre den Betrieb gewährleisten.

www.europarl.europa.eu

Englands Buchhandel schrumpft

Nach einer Untersuchung des Centre for Economics and Business Research stellen im Vereinigten Königreich jährlich 3 Prozent der Buchhandlungen ihren Betrieb ein. Danach werden demnächst 275 britische Städte wegen sinkender Umsatzzahlen ohne Buchhandel sein. Schuld für den Niedergang ist nach Expertenmeinung einerseits die Konkurrenz durch Amazon und Co., andererseits die hohe britische Unternehmenssteuer.

www.thebookseller.com

EU-Kooperationsprojekte ausgeschrieben

Die Europäische Kommission hat die neuen Ausschreibungsunterlagen für kulturelle Kooperationsprojekte 2018 veröffentlicht. Danach stehen Fördergelder in Höhe von insgesamt 40 Mio. Euro zur Verfügung, von denen 15 Mio. Euro für kleine Kooperationsprojekte bestimmt sind. Darüber hinaus gibt es zusätzliche 5 Mio. Euro für Kooperationsprojekte, die im Zusammenhang mit dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 stehen.

https://eacea.ec.europa.eu/creative-europe

Documenta drohte Insolvenz

Die ob ihrer künstlerischen Qualität eher zwiespältig betrachtete documenta 14 hat auch wirtschaftlich nicht völlig überzeugen können. Nach Angaben der Gesellschafter schloss die weltgrößte Schau zeitgenössischer Kunst mit einem Minus von 7 Mio. Euro bei einem Gesamtbudget von 37 Mio. Euro. Davon tragen das Land Hessen und die Stadt Kassel den größten Teil. Fachleute machen für das Minus vor allem die zusätzliche Ausstellung in Athen verantwortlich.

www.hessenschau.de

Exzellente Orchesterlandschaft

So nennt sich ein neues Förderprogramm, mit dem die Vielfalt der Orchesterlandschaft in Deutschland erhalten und deren Qualität weiterentwickelt werden soll. Das Förderprogramm hat eine Laufzeit von 5 Jahren ist mit rund 11 Mio. Euro ausgestattet. Wie die verantwortliche Kulturstaatsministerin Monika Grütters bekannt gab, werden von 49 eingegangenen Projektanträgen 31 gefördert.

www.kulturstaatsministerin.de

Forschungsstelle »Entartete Kunst«

In den Universitäten Hamburg und Berlin arbeiten seit 2003 Forschungsstellen für »Entartete Kunst«, die sich der nationalsozialistischen Kunstpolitik widmen. Die Stelle an der Berliner FU wurde unterstützt von der Ferdinand-Möller-Stiftung, die 2015 ihre Förderung einstellte. Seitdem hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Finanzierung übernommen, die auch 2018 weitergeführt wird. Dann soll das Land Berlin für die Forschungsstelle aufkommen.

www.kulturstaatsministerin.de

Wortmeldungen

So nennt sich ein neuer jährlicher Literaturpreis, der Texte auszeichnet, die sich beispielhaft mit den gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Gestiftet wurde die mit 35.000 Euro dotierte Auszeichnung von der Crespo Foundation in Frankfurt am Main. Verleger, Agenten und Kritiker sind aufgerufen, bis Ende September entsprechende kurze deutschsprachige Texte einzureichen.

www.wortmeldungen.org

Denkmal für Berliner IS-Opfer

Am Breitscheid-Platz vor der Berliner Gedächtniskirche soll für die Opfer des Attentats vom 19. Dezember 2016 ein Denkmal entstehen. Eine Jury aus Künstlern, Vertretern des Landes Berlin und Hinterbliebenen der Getöteten wählten den Entwurf des Designerbüros Merz aus, der u.a. die Namen der Todesopfer und ihre Heimatländer aufführt. Eröffnet werden soll das Denkmal am ersten Jahrestag der Katastrophe, bei dem zwölf Menschen starben.

www.deutschlandfunk.de

BKM-Preis Kulturelle Bildung

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat den BKM-Preis Kulturelle Bildung für 2018 ausgeschrieben. Gesucht werden innovative Kultureinrichtungen und -akteure, die »kulturelle Bildung und Vermittlungen mit kreativen Ansätzen verbinden«. Bis Ende November 2017 können vorschlagsberechtige Einrichtungen entsprechende Projekte einreichen. Der BKM-Preis ist mit insgesamt 95.000 Euro dotiert.

www.kulturstaatsministerin.de

Nikolaus-Weiterbildung

In Essen kann man sich demnächst auf seine zukünftigen Aufgaben als Nikolaus vorbereiten. Die jeweils eintägigen Weiterbildungsseminare finden Mitte und Ende Oktober statt und kosten 10 Euro. Das zertifizierte Qualifizierungsangebot von Bistum Essen, BDKJ Köln und Adveniat richtet sich an alle, die am 6. Dezember einen »professionellen Auftritt« planen. Nikolauskostüme können bei Bedarf ausgeliehen werden.

www.bistum-essen.de

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Gender-Fighting

An der Berliner Alice-Salomon-Hochschule ist eine Auseinandersetzung um den Erhalt des prämierten Gedichtes »Avenidas« von Eugen Gomringer an der Südfassade des Gebäudes entbrannt. In dem Gedicht schildert der Autor der Konkreten Poesie in dürren Worten die Assoziationskette Alleen, Blumen, Frauen, Bewunderer. Der Asta der Hochschule sieht sich darin »unangenehm an sexuelle Belästigung der Frauen« erinnert.

www.asta.asfh-berlin.de

Konkurrenz für Hollywood

Die großen Internetdienstleister wie Apple und Amazon engagieren sich zunehmend im traditionellen Filmgeschäft. So läuft aktuell die Ausschreibung über den Vertrieb der nächsten James-Bond-Filme, für den Warner Brothers als Favorit gehandelt wird. Inzwischen mischen Apple und Amazon ebenfalls beim Bieterrennen mit. Apple werden zudem weitere Ambitionen bei der TV-Vermarktung von Kinofilmen nachgesagt.

www.hollywoodreporter.com

Schattenbibliotheken

iRIGHTS, die Informationsplattform für Urheberrecht, hat auf das wachsende Phänomen von sog. Schattenbibliotheken hingewiesen. Angesichts der Schwierigkeiten beim legalen Download wissenschaftliche Literatur seien zunehmend Datenbanken entstanden, die »ohne Zustimmung der Rechteinhaber allen Interessierten den Zugriff ermöglichen«. Nötig sei deshalb ein »Kulturwandel zu mehr Offenheit in den Wissenschaften«.

https://irights.info

Junge Ohren feiern Geburtstag

Das netzwerk junge ohren wird 10 Jahre alt. 2007 gegründet, zählt die Einrichtung heute über 250 Institutionen und Akteure des deutschsprachigen Musiklebens zu ihren Teilnehmern. Neun große Musikverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tragen den Verein. Das Netzwerk versteht sich als musikpädagogischer Impulsgeber für die Klassikszene im Blick auf ein junges Publikum.

www.jungeohren.de

Internet-Ministerium gewünscht

Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Verbandes der Internetwirtschaft wünscht sich jeder zweite Einwohner in Deutschland ein Ministerium für alle netzpolitischen Themen. Bislang ist die Verantwortung dafür auf Bundesebene auf drei Ministerien aufgeteilt. Zudem wird die Einrichtung eines entsprechenden Ausschusses im nächsten Deutschen Bundestag befürwortet.

www.eco.de

Digitaler Verdrängungswettbewerb

Smartphones verändern das Fotografieren in Deutschland. Die Digitalkamera sieht sich zunehmend einem Verdrängungsdruck durch die fotografischen Möglichkeiten von Mobiltelefonen ausgesetzt. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts InfoTrends werden 2017 weltweit voraussichtlich 1,2 Billionen Fotos aufgenommen. 85 Prozent der Bilder würden dabei mit Smartphones geschossen; lediglich 10 Prozent mit einer Digitalkamera.

www.bitkom.org

Plädoyer für Öffentlich-Rechtliche

Eine Gruppe von Medienwissenschaftlern, darunter Markus Beckedahl, Till Kreutzer und Tabea Rößner, hat 10 Thesen »Zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien« vorgelegt. Danach ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk für eine funktionierende Demokratie systemrelevant und sollte sich nicht auf eine Nischenfunktion reduzieren lassen. Die Thesen können auf Twitter diskutiert werden.

http://xn--zukunft-ffentlich-rechtliche-91c.de

Schauspielhaus 2020

So nennt sich eine Spendenkampagne von Künstlern für das sanierungsbedürftige Schauspielhaus in Düsseldorf. Ziel der u.a. von Regisseur Sönke Wortmann unterstützten Aktion sind 6 Mio. Euro, die bis zum 50. Geburtstag des Hauses 2020 eingeworben werden sollen. Die andere Hälfte der insgesamt 12 Mio. teuren Sanierungsmaßnahme teilen sich die Stadt Düsseldorf und das Land NRW.

www.dhaus.de

Letzte Reise

Das Rote Kreuz im Kreis Borken im Münsterland hat sich einen besonderen Service für Schwerstkranke einfallen lassen. Ein Krankenwagen wurde dort zum »Carpe-Diem-Mobil« umgebaut, das Sterbenden einen letzten Reisewunsch erfüllt. So können Menschen, die keine andere Möglichkeit mehr haben und die Fahrt allein nie bewältigen könnten, noch einmal kostenlos an den Ort ihrer Träume gebracht werden.

www.drkborken.de

Oktoberfest-Sneakers

Angesichts des bevorstehenden Münchner Oktoberfestes möchte der Schuhhersteller Adidas auch am Trachtengeschäft partizipieren. Er hat dazu den »München made in Germany Schuh« kreiert, der in Full-Grain-Leder daherkommt, im Fersenbereich mit kleinen Stickereien verziert ist und – passend zum Trachtenhemd – ein rot-weißes Innenfutter aufweist. Der besondere Clou: Das »wasserabweisende Obermaterial schützt vor verschüttetem Bier«.

www.adidas.de

Das »Kapital« hat Geburtstag

Am 14. September 1867 erschien eine Notiz im Börsenblatt des deutschen Buchhandels, dass beim Verleger Meissner ein Buch namens »Das Kapital« erschienen ist. Zeitgenossen war der Autor, der seit der bürgerlichen Revolution von 1848/49 im Londoner Exil lebte, nicht zuletzt durch sein »Kommunistisches Manifest« bekannt. Karl Marx‘ »Universalgeschichte des Kapitalismus« wurde bald zum meistzitierten Buch seiner Zeit.

www.das-kapital-lesen.de

Migrationspolitische Kurswechsel

Der Rat für Migration, ein Zusammenschluss von rund 150 Wissenschaftlern, hat einen Kurswechsel der Migrationspolitik in Deutschland gefordert. Man benötige sowohl eine umfassende Strategie gegen Nationalismus und Rassismus als auch zukunftsfähige Konzepte für die Flüchtlingspolitik, heißt es in einem entsprechenden Manifest, das zudem »radikale Rückschritte im Asylrecht« anprangert.

www.rat-fuer-migration.de

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Popkultur und Antizionismus

Das Berliner Festival »Pop Kultur« sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, israelischer Imagepflege zu dienen. Zahlreiche Künstler aus dem arabischen Raum haben bereits ihre Teilnahme abgesagt. Getragen wird die Kampagne von der Israel-Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen für Palästina). Hintergrund ist ein Reisekostenzuschuss der israelischen Botschaft an das Festival in Höhe von lediglich 500 Euro.

www.pop-kultur.berlin

Konzertierte Aktion AKP

Die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik in Deutschland soll künftig enger mit den europäischen Partnern abgestimmt werden, um im Wettbewerb mit China, Russland und den USA geopolitische Akzente setzen zu können. So lautet das Fazit einer Vergleichsstudie zur auswärtigen Kulturpolitik mehrerer Staaten, die im Auftrag des Auswärtigen Amtes von der Hertie-School of Governance erstellt wurde.

www.hertie-school.org

Palästinensisches Kulturerbe

Das völkerrechtlich nicht anerkannte Palästina hat dennoch Sitz und Stimme in der UNESCO. Vor diesem Hintergrund sind entsprechende Beschlüsse des verantwortlichen Komitees immer auch Verlautbarungen der arabischen Welt gegen Israel. Kürzlich war die Altstadt Hebrons zum palästinensischen Weltkulturerbe deklariert worden. Daraufhin kündigte die israelische Regierung an, ihren Mitgliedsbeitrag an die UNESCO weiter zu reduzieren.

www.faz.net

Eiszeitkunst wird Welterbe

Die UNESCO hat sechs Steinzeithöhlen auf der Schwäbischen Alp in die Welterbeliste aufgenommen. Nach Ansicht des verantwortlichen Komitees stehen die Höhlen mit ihren Funden als Beispiel für die früheste figurative Kunst der Urzeitbewohner. Forscher fanden dort neben Tierzeichnungen und steinzeitlichen Musikinstrumenten die rund 40.000 Jahre alte »Venus vom Hohle Fels«, die als älteste Frauendarstellung der Welt gilt.

www.unesco.de

Wiener Welterbe auf Roter Liste

Die Altstadt von Wien ist von der UNESCO auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt worden. Grund dafür ist ein umstrittenes Hochhausprojekt im historischen Zentrum der Donau-Metropole. Das Welterbekomitee betonte, »dass die aktuellen Planungen beträchtliche und spezifische Bedrohungen für den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte« bedeuten würden.

www.unesco.de

Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland

Der Bund fördert ab der Saison 2017/18 erstmalig Konzertorchester in Deutschland. Das Programm richtet sich an öffentlich finanzierte Orchester, »die das Musikleben in Stadt und Region mit regelmäßigen Konzerten unterschiedlichster Formen gestalten«. In der ersten Saison stehen bis zu 5,4 Mio. Euro für eine Förderung zur Verfügung. Die Laufzeit des Programms ist vorerst auf 5 Jahre begrenzt.

www.kulturstaatsministerin.de

Kultur macht weiter stark

Das BMBF-Förderprogramm für Kulturelle Bildung »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« wird ab 2018 für weitere 5 Jahre fortgesetzt. Wie das zuständige Bundesministerium für Bildung und Forschung mitteilte, werden auch die großen Kooperationspartner aus dem Bereich der Kulturellen Bildung weitgehend dieselben sein, die bereits in den letzten 5 Jahren entsprechende Konzepte für Kinder und Jugendliche umgesetzt haben.

www.bmbf.de

Deutscher Amateurtheaterpreis

Der Bund Deutscher Amateurtheater e.V. schreibt bereits zum 5. Mal den »amarena« aus. Die Auszeichnung 2018 richtet sich an nicht-professionelle Ensembles, die »die vielfältige Schaffenskraft des Amateurtheaters der Öffentlichkeit vorstellen und über die künstlerische Arbeit den gesellschaftlichen Diskurs anregen«. Der »amarena« ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird in vier Sparten ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 5. Februar 2018.

www.bdat.info

Theaterpreis des Bundes

Er soll vor allem kleine und mittlere Theater ermutigen, »auch gegen politische Widerstände ihren künstlerischen Anspruch und ihr gesellschaftliches Selbstverständnis zu verteidigen«: der mit insgesamt knapp einer Mio. Euro ausgestattete Theaterpreis des Bundes. Zu den ausgezeichneten Einrichtungen gehörten diesmal u.a. das Theater Naumburg, das E.T.A. Hoffmann Theater Bamberg und das Tanzhaus NRW in Düsseldorf.

www.kulturstaatsministerin.de

4. Mio. für Kinoförderung

Die Kinokommission der FFA hat ihre neuesten Förderentscheidungen bekanntgegeben. Danach erhalten rund 100 Projekte insgesamt 4 Mio. Euro aus dem Topf der Filmförderanstalt. Finanziert werden damit vor allem Neuerrichtungen, Wiedereröffnungen und Erweiterungsbauten von Kinos in Deutschland. Ein Teil der Fördersumme fließt zudem in die Modernisierung von Spielstätten.

www.ffa.de

Kunstfonds fördert

Die Stiftung Kunstfonds hat ihre Ausschreibung für Fördermittel 2018 eröffnet. Bildende Künstler mit ständigem Wohnsitz in Deutschland können sich danach um ein Arbeitsstipendium in Höhe von 18.000 Euro sowie um einen Projektkostenzuschuss bis max. 25.000 Euro bewerben. Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2017. Die Entscheidung über eine mögliche Förderung fällt im Februar 2018.

www.kunstfonds.de

Public-Private-Partnership

Im hessischen Kronberg entsteht ein Konzertsaal für Kammermusik, der sowohl aus öffentlichen wie auch aus privaten Mitteln finanziert wird. Die Kronberg-Academy, eine private Hochschule zur Ausbildung von Musikern im Spiel von Streichinstrumenten, ist Initiator des Neubaus, der rund 36 Mio. Euro kosten wird. Die Finanzierung der geplanten »hölzernen Schatzkiste« erfolgt durch private Spender sowie durch Bundes- und Landesmittel.

www.kronbergacademy.de

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Vinyl comes back

Die gute alte Schallplatte erlebt schon seit einiger Zeit eine Renaissance. War die Vinyl-Konjunktur bislang auf kleinere Labels beschränkt, entdecken jetzt auch die großen Unterhaltungskonzerne die neue Marktlücke. So wird Sony nach 30 Jahren Pause wieder Schallplatten produzieren. Das Werk soll in Tokio entstehen und bereits im März 2018 erste Retro-Scheiben auf den Markt bringen.

www.sony.com

Vernetzte Migrationsforschung

In Berlin hat das neu gegründete Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) die Arbeit aufgenommen. Die Bund-Länder-Forschungseinrichtung soll die Arbeit mehrerer Forschungseinrichtungen koordinieren und Standards für die Migrationsforschung in einem Einwanderungsland formulieren. Von 2017 bis 2020 stehen für die Arbeit 6,8 Mio. Euro zur Verfügung.

www.migazin.de

»Mitleidsdocumenta«

Zur Halbzeit der weltgrößten Ausstellung zeitgenössischer Kunst ziehen die Verantwortlichen in Kassel eine gemischte Bilanz. Während die Besucherzahlen bereits deutlich über denen der Vorgänger-documenta 2012 liegen, fällt die Einschätzung der Ausstellung weniger positiv aus. Vor allem die starke Politisierung der Kunst wird kritisiert, die »die Traumata von Menschen aus aller Welt kommentarlos« präsentiere.

www.zeit.de

Kulturbauten-Logik?

Bislang führt die Elbphilharmonie mit rund 1.000 Prozent Kostensteigerung gegenüber der ursprünglichen Planung die Hitliste der Kulturbauten an, deren Errichtung finanziell aus dem Ruder lief. Nun sind die Kölner Bühnen dabei, bei den voraussichtlichen Sanierungskosten ebenfalls den vorgesehenen Finanzrahmen zu sprengen. Nach neuesten Berechnungen der Stadtverwaltung werden diese bis 2022 auf rund 570 Mio. Euro steigen.

www.stadt-koeln.de

Wissenschaftsfreiheit gewährleisten

Die Freiheit von Forschung und Lehre ist in vielen Ländern bedroht. Die Deutsche UNESCO-Kommission verurteilt die Verletzungen der Wissenschaftsfreiheit und fordert die Bundesregierung zu mehr Einsatz für dieses Grundrecht auf. Schließlich sind »freie wissenschaftliche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg und Mobilität von Personen und Ideen wichtige Grundlagen für Partnerschaft und Frieden zwischen den Nationen«.

www.unesco.de

Weihestätten zu Sozialeinrichtungen

Hitlers Geburtshaus in Braunau wird Sozialeinrichtung. Damit endet ein jahreslanger Streit mit der Besitzerin der Immobilie, der Ende letzten Jahres in der Enteignung durch den österreichischen Staat gipfelte. Dagegen hatte die Eigentümerin beim Verfassungsgerichtshof geklagt, war aber abgewiesen worden. Aufgabe des Innenministeriums ist es nun, mit der Klägerin eine angemessene Entschädigung für die Enteignung auszuhandeln.

www.euractiv.de

stadt.land.text

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Regionalen Kulturpolitik hat die nordrhein-westfälische Landesregierung das Projekt stadt.land.text NRW 2017 gestartet. In Anlehnung an die mittelalterliche Position des Stadtschreibers werden in den 10 Kulturregionen des Landes 10 Regionenschreiber unterwegs sein und ihre Eindrücke vom Alltag und der kulturellen Vielfalt auf einem Blog sowie auf Lesungen präsentieren.

www.stadt-land-text.de

Initiative kulturelle Integration macht weiter

Nach der Veröffentlichung der »Fünfzehn Thesen zur kulturellen Integration« haben sich die Mitglieder der Initiative getroffen und beschlossen, ihre Arbeit fortzuführen. Das Bündnis aus Spitzenverbänden der Zivilgesellschaft, der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Sozialpartner, der Medien, dem Bund, den Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden will die angestoßene Debatte weiter forcieren.

www.kulturelle-integration.de

Kunststoffmuseum zieht um

Deutschlands einziges Kunststoffmuseum zieht von Düsseldorf nach Oberhausen. Vor rund 30 Jahren gegründet, war es den Verantwortlichen nicht gelungen, für die rund 20.000 Objekte von der Zahnbürste bis zum Trabi ein geeignetes Ausstellungshaus zu finden. Nun hat sich das Rheinische Industriemuseum bereit erklärt, die Bestände nach Oberhausen zu holen und in einem eigenen »Schaufenster« zu präsentieren.

www.deutsches-kunststoff-museum.de

Studienplatz Deutschland immer beliebter

Noch nie war Deutschland als Bildungsort für Migranten so populär wie heute. Die Zahl ausländischer Studenten in Deutschland ist 2016 mit mehr als 300.000 Eingeschriebenen auf einen neuen Höchststand geklettert. Damit hat sich die entsprechende Personengruppe seit der letzten Zählung 1991 verdreifacht. Kenner der Hochschulszene prognostizieren allerdings einen Rückgang wegen der geplanten Studiengebühren für Ausländer.

www.migazin.de

30 Jahre »Topographie des Terrors«

1987, also noch zur Zeiten der Bonner Republik, war sie in West-Berlin auf dem Gelände der vormals wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen »Sicherheitsapparates« eingerichtet worden: die Gedenkstätte zur Aufarbeitung und zur Aufklärung über die NS-Verbrechen. Seitdem setzt die als Stiftung geführte Einrichtung Maßstäbe als historischer Lernort für die schonungslose Auseinandersetzung mit Schuld und Verantwortung.

www.topographie.de

Musikfonds fördert

Der im letzten Jahr neu eingerichtete Fonds für zeitgenössische Musik hat seine zweite Förderrunde gestartet. Noch bis zum 30. September 2017 können entsprechende Anträge gestellt werden. Gefördert werden herausragende Projekte aller musikalischer Sparten mit einer Antragssumme von bis zu 50.000 Euro. Insgesamt stehen dem Musikfonds 1,1 Mio. Euro aus Mitteln der Staatsministerin für Kultur und Medien zur Verfügung.

www.musikfonds.de

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Stalin immer beliebter

Für die meisten Russen ist mittlerweile wieder Stalin die herausragendste Persönlichkeit. Nach einer repräsentativen Umfrage des unabhängigen Levada-Instituts ist damit Lenin, der noch 2008 die Rankingliste anführte, auf den vierten Platz abgerutscht. An zweiter Stelle steht bereits Putin, gefolgt von Puschkin auf Platz 3. Als erster Deutscher schafft es Einstein immerhin auf Platz 16.

www.levada.ru

Kroatische Geschichtsentsorgung

In Zagreb soll der Marschall-Tito-Platz umbenannt werden. Das plant der sozialdemokratische Bürgermeister, die seit der Kommunalwahl auf die die Unterstützung der Rechten im Stadtparlament angewiesen ist. Kritiker sehen darin den Versuch, »die Vergangenheit auszulöschen, um Platz zu schaffen für eine Rehabilitation des faschistischen Ustasa-Staates.«

www.jutarnji.hr

Britische Statuen ins Netz

Die Stiftung Art UK plant, sämtliche Statuen in den öffentlichen Sammlungen Großbritanniens im Laufe von drei Jahren in einem öffentlichen Internetkatalog kostenlos zugänglich zu machen. Die Staatslotterie finanziert die Arbeit mit rund 2,8 Mio. Pfund, andere Spender haben weitere 1 Mio. Pfund beigesteuert. Die Gesamtkosten für das Digitalisierungsprojekt werden mit 5,2 Mio. Pfund veranschlagt.

https://artuk.org

Dokumentarfilmer gegen EU-Verordnung

Geht es nach Brüssel, dann sollen demnächst Dokumentarfilme über die Mediatheken-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender europaweit kostenlos abrufbar sein. Nach Ansicht der in der AG Doc organisierten Dokumentarfilmbranche in Deutschland wird die geplante Verordnung »fatale Auswirkungen« haben. Die internationale Online-Vermarktung trägt nicht unwesentlich zu den Einkünften der Filmemacher bei.

www.agdok.de

Berlin zeigt Kreuz

Das Berliner Stadtschloss, das als Humboldt-Forum ein kulturelles Schaufenster der Welt markieren soll, bekommt wie vorgesehen ein Kreuz auf der Kuppel. Der verantwortliche Stiftungsrat hat seine ursprüngliche Beschlusslage bekräftigt. Der Plan zur originalgetreuen Rekonstruktion des Kuppelaufbaus hatte wegen seiner Preußenaffinität nicht nur in Berlin die Gemüter bewegt. Evangelische und katholische Kirche begrüßten die Entscheidung.

www.humboldtforum.com

Museumsspitzenreiter

Mit rund 660 Häusern verfügt Westfalen-Lippe über eine der dichtesten Museumslandschaften Deutschlands. Vor diesem Hintergrund will der Landschaftsverband (LWL) ab 2019 seine Förderung kommunaler Museen um 350.000 Euro auf 1,5 Mio. Euro pro Jahr aufstocken. Beabsichtigt ist indes kein weiteres Wachstum, sondern die Sicherung bestehender Einrichtungen.

www.lwl.org

Ausländerrekord

In Deutschland leben erstmals seit den Wirren des 2. Weltkrieges mehr als 10 Mio. Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, nahm die Zahl der Ausländer vor allem in den letzten 2 Jahren im Zuge der Flüchtlingskrise zu (+ 23,1 Prozent). Im gleichen Zeitraum erhielten rund 230.000 Zugewanderte die deutsche Staatsbürgerschaft.

www.euractiv.de

Ruhrresidence 2017

Der KunstVereinRuhr hat zwei Residenzformate ausgeschrieben. Mit GO erhalten 8 Künstler aus der Region Reisestipendien zur künstlerischen Weiterentwicklung im Ausland. Bei RETURN wird ein dreimonatiger Aufenthalt im Ruhrgebiet finanziert, um Überlegungen für neue künstlerische Arbeiten zu entwickelt. Bewerbungsschluss für beide Förderprogramme ist der 1. August 2017.

www.facebook.com/kunstvereineruhr

Werkstatistik des Bühnenvereins

Der Deutsche Bühnenverein hat seine Werkstatistik 2016/16 veröffentlicht. Danach steht im Musiktheater wiederum Mozarts »Zauberflöte« mit 27 Inszenierungen an der Spitze, vor Humperdincks »Hänsel und Gretel« und Bizets »Carmen«. Der unverwüstliche Mozart-Klassiker liegt auch mit 239.744 Besuchen bei den Zuschauerzahlen vorn. Lediglich das Musical »Starlight« konnte mit 441.623 Besuchen mehr Publikum anlocken.

www.buehnenverein.de

Preis für Streitkultur

Das Unperfekthaus in Essen hat den mit insgesamt 20.000 Euro dotierten SENSS-Award für Streitkultur ausgeschrieben. Prämiert werden Personen, Institutionen oder Firmen, »die dazu beitragen, zu einer achtsamen und menschenwürdigen Diskussionskultur zurückzukehren«. Gesucht werden sowohl neue Ideen wie auch bereits existierende Aktionen einer achtsamen Streitkultur. Bewerbungsschluss ist der 30. November 2017.

http://streitkultur-award.de

Publikum im Museumsfokus

Im Rahmen seines Projekts »Hauptsache Publikum!? Das besucherorientierte Museum« sucht der Deutsche Museumsbund nach innovativen Ideen für eine publikumsorientierte Sammlungsarbeit. 6 Museen erhalten dabei 2018 eine Förderung in Höhe von bis zu 5.000 Euro, um ihre Ideen im Rahmen einer Projektmaßnahme zu erproben. Bewerbungsschluss ist der 10 November 2017.

www.museumsbund.de

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