Kurznachrichten aus der Kulturpolitik

Weihnachtliche Gleichberechtigung

Der Kampf um geschlechtliche Gleichberechtigung kann einen weiteren Erfolg verbuchen. In Berlin ist es ab sofort möglich, anstelle eines Weihnachtsmannes eine Weihnachtsfrau zu buchen, die den Kindern die Geschenke zum Fest übergibt. Angeboten wird der weibliche Service vom »Studierendenwerk«, das seinen alten Namen »Studentenwerk« aus Gendergründen bereits vor einiger Zeit abgelegt hat.

www.stw.berlin

Italienisches Kulturerbe

Das italienische Kulturministerium hat die Versteigerung von 36 Originalbriefen des Komponisten Guiseppe Verdi bei Sotheby`s verhindert, indem man sich bereits im Vorfeld mit den Anbietern auf einen Kaufpreis in Höhe von 403.000 Euro einigen konnte. Der Briefwechsel mit dem Librettisten Salvatore Cammarano gibt Auskunft über die Entstehungsgeschichte von mehreren Opern des Maestro.

https://klassik.com

Heilige Allianz?

Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ist umstritten. Kritiker verweisen auf die unheilvolle Allianz von Preußischem Staat und NS-System, die hier 1933 zwischen Reichspräsident Hindenburg und Reichskanzler Hitler symbolisch geschlossen wurde. Die Befürworter der Rekonstruktion haben nun kirchlichen Beistand erhalten. Mit einem Festgottesdienst wurde der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche eingeläutet.

www.garnisonkirche-potsdam.de

Weltdokument Auschwitz-Prozess

Die Verfahrensunterlagen und Tonbandaufzeichnungen des Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963 – 1965) sind als UNESCO-Weltdokumentenerbe ausgezeichnet worden. Im ersten großen NS-Prozess der Nachkriegszeit waren unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit 22 SS-Angehörige des Vernichtungslagers wegen Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord angeklagt und mehrheitlich zu Haftstrafen verurteilt worden.

www.unesco.de

Plädoyer für die Öffentlich-Rechtlichen

Der Deutsche Musikrat hat sich für die Wahrung der Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausgesprochen. Gerade die ARD müsse »unangetastet ihrem Auftrag auf unabhängiges und Vielfalt sicherndes Sendeangebot nachkommen« können. Es gelte, »die Handlungsfähigkeit der Sender und die Qualität des Programms gegenüber politischen Invektiven auf Dauer zu schützen«.

www.musikrat.de

Frauen in Kultur und Medien

Die Hertie School of Governance hat die Repräsentanz und Chancengleichheit von Frauen in Kultur und Medien im europäischen Vergleich untersucht. Danach konnte Deutschland in Sachen Geschlechtergerechtigkeit in den letzten Jahren zwar deutlich zulegen, bleibt aber im Vergleich mit Frankreich, den Niederlanden, Schweden oder dem Vereinigten Königreich weiterhin ein Gender-Entwicklungsland.

www.hertie-school.org

Gutes Jahr für die Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie kann auf ein überaus erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken. Laut Angaben der Geschäftsleitung besuchten seit November 2016 bereits 4 Mio. Menschen das neue Hamburger Wahrzeichen. Lediglich 15 Prozent davon waren im Besitz einer Konzertkarte. Das Gros der Besucher nutzte dagegen die Plaza-Aussichtsplattform, um einen spektakulären Blick auf die Hafencity zu werfen.

www.elbphilharmonie.de

Unterwegs mit Anne Frank

Die Deutsche Bundesbahn will ihre neue ICE4-Flotte nach bedeutenden Persönlichkeiten benennen. Neben Konrad Adenauer, den Geschwistern Scholl und Erich Kästner soll ein Zug auch den Namen der von den Nazis ermordeten Jüdin Anne Frank tagen. Die Anne-Frank-Stiftung in Amsterdam sieht das Vorhaben eher kritisch, führe die Namensgebung doch »zu Assoziationen mit der Judenverfolgung und den Deportationen im Zweiten Weltkrieg«.

www.annefrank.org

Popmuseum wird poppiger

Deutschlands einziges Rock- und Popmuseum ist in die Jahre gekommen. Die in Gronau, der Heimatstadt von Udo Lindenberg befindliche Einrichtung wird bis 2018 grundlegend modernisiert. So soll die überarbeitete Dauerausstellung künftig im Erdgeschoss Platz finden. Im Untergeschoss ist zudem ein eigener Clubbereich geplant. Die Kosten in Höhe von ca. 1,6 Mio. Euro verteilen sich auf Bund, Land und Stadt sowie weitere Partner.

www.rock-popmuseum.com

Mehr Games-Förderung angemahnt

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) fordert die Bundesregierung zu mehr finanziellen Hilfen für die Games-Branche auf. Bereits 50 Mio. Euro pro Jahr würden helfen, »um die Wettbewerbsnachteile Deutschlands gegenüber anderen Standorten auszugeichen«. Darüber hinaus generiere die Förderung weitere 90 Mio. Euro über entsprechende Steuer- und Sozialausgaben.

www.biu-online.de

Vorlesen wirkt

Die Stiftung Lesen, DIE ZEIT und die Deutsche Bahn Stiftung haben die Ergebnisse der »Vorlesestudie 2017« der Öffentlichkeit präsentiert. Die Initiatoren des bundesweiten Vorlesetages verweisen darin auf die positiven Auswirkungen des Vorlesens auf die Entwicklung von Kleinkindern. Danach könnten Eltern nicht früh genug anfangen, ihrem Nachwuchs Bücher nahezubringen, um so deren Lesekompetenz zu entwickeln.

www.vorlesetag.de

Kultur der Straffreiheit

In der französischen Cinemathek ist ein Streit über die geplante Retrospektive über den Regisseur Roman Polanski entbrannt. Der Vorwurf lautet, sich damit an »der Kultur der Straffreiheit männlicher Gewalt« zu beteiligen. Gegen Polanski läuft in den USA seit 40 Jahren ein Verfahren wegen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen. Die Cinemathek-Leitung verweist dagegen auf die strikte Unabhängigkeit ihrer Entscheidungen.

www.cinematheque.fr

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Literarische PC-Opfer

Die political correctness in den USA hat ein weiteres literarisches Opfer gefunden. Nachdem bereits Mark Twains Huckleberry Finn als rassistisch gebrandmarkt worden war, hat es nun den Pulitzer-Preisträger Harper Lees erwischt. Sein in den 1930er Jahren spielender Roman »Wer die Nachtigall stört« wurde laut Beschluss des Schulbezirks von Biloxi (Mississippi) aus dem Lehrplan genommen, weil darin Afroamerikaner beleidigt würden.

www.washingtonpost.com

Londoner Holocaust Memorial

In der Nähe des Parlamentsgebäudes in London ist ein Holocaust Denkmal geplant, das an die ermordeten Juden Europas erinnern soll. Ähnlich wie beim Berliner Mahnmal ist unter dem eigentlichen Monument ein Informationszentrum geplant. Die britische Regierung stellt 50 Mio. Pfund für die Realisierung zur Verfügung. In der Londoner Museumsszene stößt das Holocaust Memorial auch auf Kritik.

www.baunetz.de

Kultur macht Schule

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat zusammen mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung eine »Kontaktstelle Kultur macht Schule« eingerichtet. Ziel der neuen Einrichtung ist es, Kulturschaffende und Schulen im Lande in nachhaltigen Kooperationen zusammenzubringen. Das Ministerium stellt dafür jährlich 400.000 Euro zur Verfügung.

www.mwk.niedersachsen.de

Kulturelle Weiterbildung 2018

Die Bundesakademie Wolfenbüttel hat ihr Jahresprogramm 2018 veröffentlicht. Unter dem Motto »Authentizität durch Wandel« finden sich darin Weiterbildungsangebote und Qualifizierungsreihen in den Bereichen Bildende Kunst, Darstellende Künste, Kulturmanagement, Literatur, Museum und Musik. Mit aufgenommen sind zudem entsprechende Tagungen und Fachtreffen.

www.bundsakademie.de

Anne Franks Tagebuch als Comic

Das Tagesbuch von Anne Frank ist jetzt auch als Comic erschienen. Wie der S. Fischer-Verlag mitteilte, sei das Graphic Diary eine »einzigartige Kombination aus dem Originaltext und lebendigen, fiktiven Dialogen«. Das Buch wurde pünktlich zum 70. Jahrestag der Erstveröffentlichung des Originaltextes herausgebracht, autorisiert vom Anne Frank Fonds in Basel als Rechteinhaber.

www.fischerverlage.de

Kirchliche Kunstgeschenke

Künstler haben schon immer für Kirchen gearbeitet, doch scheint in letzter Zeit die Zusammenarbeit Konjunktur zu haben. Ein bekannter Akteur ist dabei Gerhard Richter, der schon 2007 das Südquerhausfenster im Kölner Dom gestaltete. Nun schenkt er der Stadt Münster ein Foucaultsches Pendel, das in der dortigen Dominikanerkirche den täglichen Beweis dafür erbringen wird, dass die Erde sich dreht.

www.westfalium.de

Fußballspruch des Jahres

Die Deutsche Akademie für Fußballkultur in Nürnberg hat ihren »Fußballspruch des Jahres« 2017 bekanntgegeben. Er stammt von den Fans von Schalke 04 und lautet: »Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterher gereist ist.« Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert, wird gesponsert von VW und kommt traditionell einer gemeinnützigen Einrichtung zugute.

www.fussball-kultur.org

EU-Jugendorchester zieht um

Das Europäische Jugendorchester (EUYO) in London will nach 40 Jahren seinen Geschäftssitz nach Italien verlegen. Grund ist der bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union. 13 britische Mitglieder müssen das Orchester verlassen. Eine neue Heimat findet der Klangkörper, der von der EU-Kommission und vom Europäischen Parlament finanziell unterstützt wird, im norditalienischen Ferrara.

www.euyo.eu

Zehn Jahre »Frankfurter Kranz«

Das größte Netzwerk in der Main-Metropole, das sich Frauen aus kreativen Berufen widmet, feiert sein zehnjähriges Bestehen. 2007 aus der Taufe gehoben, soll der »Frankfurter Kranz« Frauen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft miteinander ins Gespräch bringen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern, Ideen gemeinsam umsetzen und Frauen in der Kunst- und Kulturszene sichtbar machen.

http://frankfurter-kranz.de

Live-Musikprogramme ausgezeichnet

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die diesjährigen APPLUS-Preisträger ausgezeichnet. 86 Clubs und Veranstaltungsreihen erhalten insgesamt 1,8 Mio. Euro für ihr Rock-, Pop- und Jazz-Angebot. Die Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten (APPLUS) fördert seit 2013 kulturell herausragende Live-Musikprogramme, »die maßgeblich zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in Deutschland beitragen«.

www.kulturstaatsministerin.de

Kulturgroschen für Norbert Lammert

Der scheidende Parlamentspräsident Norbert Lammert erhält vom Deutschen Kulturrat den »Kulturgroschen 2018«. Die undotierte Auszeichnung würdigt seinen Einsatz »für die Freiheit der Künste und für bessere Rahmenbedingungen von Bildung, Kultur und Wissenschaft. Der CDU-Politiker habe zudem immer auf die zentrale Rolle der Kultur für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft hingewiesen.

www.kulturrat.de

Freier Eintritt rechnet sich

Das Museum Folkwang in Essen konnte zwischen Juni 2016 und Juni 2017 eine Verdoppelung seiner Besuche verzeichnen. Nach einer Untersuchung der FH Köln war dafür vor allem der bereits vor zwei Jahren für die ständige Sammlung eingeführte freie Eintritt verantwortlich. Die kostenlose Besuchsmöglichkeit hat auch eine Verjüngung des Publikums bewirkt, das in der Altersgruppe der 16- bis 49-Jährigen auf 31 Prozent anwuchs.

www.museum-folkwang.essen.de

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Angriff auf die Erinnerungskultur

Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in Deutschland hat vor der möglichen Übernahme des Vorsitzes im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien durch einen Vertrete der AfD-Fraktion gewarnt. Es drohe »beträchtlicher Schaden für die in einem langen Prozess der gesellschaftlichen Verständigung entwickelte bundesdeutsche Erinnerungskultur«, heißt es in der Presseerklärung.

www.gedenkstaettenforum.de

Autorin des Jahres

Das internationale Netzwerk für Schriftstellerinnen und Autorinnen aller Genres, die in deutscher Sprache schreiben, hat die Journalistin Ursula Wartmann zur »Autorin des Jahres« gewählt. Die gelernte Soziologin erhält die undotierte Auszeichnung für ihr Gesamtwerk. Die Autorinnenvereinigung setzt sich für ein freies künstlerisches Leben und die Präsenz von Frauen in der literarischen Welt ein.

www.autorinnenvereinigung.de

Kulturelle Chancengleichheit in UK?

Die britische Regierung hat erstmals eine Studie zum Stand der Integration und Chancengleichheit im Vereinigten Königreich veröffentlicht. Ein Kapitel ist darin auch der kulturellen Partizipation gewidmet. Danach nutzen Angehörige von ethnischen Minderheiten öffentliche Kulturangebote weniger als die »weiße« Mehrheit im Land. Entsprechend geringer ist auch ihr nationales Zugehörigkeitsgefühl entwickelt.

www.ethnicity-facts-figures.service.gov.uk

Armenien wird EU-Kulturpartner

Die Europäische Kommission hat bekanntgegeben, dass Armenien höchstwahrscheinlich ab 2018 am Programm »Kreatives Europa« teilnehmen wird. Die Verhandlungen mit der EU-Kommission sind bereits abgeschlossen. Damit Armenien offiziell teilnahmeberechtigt ist, muss der zwischen der EU-Kommission und der armenischen Regierung ausgearbeitete Vertrag noch unterschrieben werden.

www.creative-europe-desk.de

Türkische Online-Akademie geplant

Eine Gruppe von türkischen Wissenschaftlern in Deutschland, die in ihrer Heimat entlassen wurden, will zusammen mit deutschen Forschern in Berlin eine Online-Akademie ins Leben rufen. Die geplante »Off-University« soll Video-Lektionen in den verschiedensten Fächern für Studenten anbieten und zum Wintersemester 2017/18 starten. Entstanden ist die Idee in einem Plattengeschäft in Berlin-Kreuzberg.

www.off-university.de

Architectural Book Award 2017

Die Frankfurter Buchmesse und das Deutsche Architekturmuseum (DAM) haben den Internationalen DAM Architectural Book Award vergeben. Der Preis zeichnet die besten Architekturbücher eines Jahres aus. Dem gemeinsamen Aufruf waren weltweit 89 Architektur- und Kunstbuchverlage gefolgt. Aus 215 Einsendungen wurden schließlich die zehn besten Publikationen des Jahres ausgewählt.

www.dam-online.de

Koloniales Kulturerbe

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will ihre koloniale Schädelsammlung grundlegend erforschen. Sie verfügt über rund 1.000 menschliche Relikte aus Ostafrika, deren Dokumentation und Inventarisierung im Krieg verloren ging. Gefördert von der Gerda Henkel Stiftung, will man nun gemeinsam mit afrikanischen Partnern die originären Fundorte aufsuchen und in den dortigen Archiven nach Spuren suchen.

www.preussischer-kulturbesitz.de

»Kunst am Bau« kommt wieder

Nordrhein-Westfalens Kulturministerin will das von der rot-grünen Vorgängerregierung abgeschaffte »Kunst am Bau«-Programm wieder aufleben lassen. Das berichtete Isabel Pfeiffer-Poensgen bei ihrem ersten Auftritt im Kulturausschuss des Landes in Düsseldorf. Damit übernimmt NRW wieder die bereits bei Bundesbauten geltende Regelung, dass ein Teil der Bausumme für künstlerische Maßnahmen am Gebäude verausgabt werden muss.

www.mkw.nrw

Kirchensterben geht weiter

Seit der Jahrtausendwende sind rund 500 katholische Kirchengebäude aufgegeben worden. Nach Informationen des Internetportals »katholisch.de« wurden die Gotteshäuser abgerissen, verkauft oder einer anderen kirchlichen Nutzung zugeführt. Das Kirchensterben vollzieht sich regional höchst unterschiedlich. Während der Süden Deutschlands keine Kirchenschließung vermeldet, waren es allein im Bistum Essen mehr als 100 Gotteshäuser.

www.katholisch.de

E-Book-Boom bleibt aus

Das gedruckte Buch bleibt in Deutschland weiterhin das literarische Leitmedium. Lediglich ein knappes Viertel der Bundesbürger greift zum E-Book – und das weitgehend stabil seit drei Jahren. Vor allem Jüngere nutzen die Möglichkeiten des digitalen Lesens, während Menschen ab 65 nahezu ausschließlich gedruckte Bücher bevorzugen. Allerdings wächst die Akzeptanz von Hörbüchern, die mittlerweile von einem Drittel der Bevölkerung genutzt werden.

www.bitkom.org

WDR wieder im Plus

Die größte ARD-Sendeanstalt konnte das Geschäftsjahr 2016 mit einem Überschuss von 68 Mio. Euro abschließen. Ein Jahr zuvor hatte der WDR noch ein Minus von 104 Mio. Euro erwirtschaftet. Haupteinnahmequelle ist der Rundfunkbeitrag, der 2016 rund 1,2 Mrd. Euro in die Kassen des Senders spülte. Vom Gesamtetat von 1,6 Mrd. Euro entfielen allein 540 Mio. Euro auf die Personalkosten.

www.wdr.de

Kulturelle Planungssicherheit

Niedersachsen unterstützt die Kulturfachverbände im Land und die in Wolfenbüttel ansässige Bundesakademie für Kulturelle Bildung in den nächsten drei Jahren mit rund 18 Mio. Euro. Grundlage dieser Planungssicherheit sind sog. »Zielvereinbarungen« mit den Geförderten, die deren Arbeit programmieren. Im Fokus stehen dabei kulturelle Teilhabe, kulturelle Bildung, Integration, Inklusion und breitenkulturelle Arbeit.

http://soziokultur-niedersachsen.de

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1 Euro-Kultur

Die Theater und Philharmonie Essen (TUP) bietet erneut Studenten die Gelegenheit, Kulturveranstaltungen für 1 Euro zu genießen. Ordentlich Eingeschriebene der Universität Duisburg-Essen können mit ihrer Studienbescheinigung einen entsprechenden Ausweis beantragen. Dieser berechtigt zum Kauf von Karten zum Preis von einem Euro für Theatervorstellungen, Konzerte und Opern. Hintergrund ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen der TUP und dem Studentenwerk.

http://www.theater-essen.de/neuigkeiten/neu-kulturticket-fuer-studierende-der-uni-duisburg-essen.htm

Open Call für Istanbuler Kulturakademie

Ab sofort können sich Künstler unterschiedlicher Disziplinen mit Wohnsitz in Deutschland für einen mehrmonatigen Aufenthalt an der Kulturakademie Tarabya in Istanbul bewerben. Das Stipendium umfasst Reisekosten, Unterkunft und einen monatlichen Zuschuss von 2.500 Euro. Ziel ist der künstlerische Austausch von Kulturschaffenden aus Deutschland und der Türkei. Bewerbungsschluss ist der 30. November 2017.

www.kulturakademie-tarabya.de

Opernhaus des Jahres

Das »Opernhaus des Jahres« steht im französischen Lyon. Das gab die Jury der Fachzeitschrift »Opernwelt« bekannt, die jährlich weltweit in 15 Kategorien die künstlerische Qualität von Musiktheatern beurteilt. Doch auch Häuser in Deutschland konnten die 50 Kritiker aus Europa und den USA überzeugen. So singt der »Chor des Jahres« momentan an der Stuttgarter Oper.

www.opernwelt.de

Schallplatte feiert Geburtstag

130 Jahre ist sie jüngst alt geworden und kann sich weiterhin über steigenden Zuspruch freuen: die gute alte Schallplatte. Laut einer Presseerklärung der Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik in Deutschland (gfu) wurden im ersten Halbjahr 2017 rund 1,6 Mio. Scheiben aus Vinyl verkauft, was einem Umsatzplus von 18 Prozent entspricht. Gleichzeitig stieg der Verkauf von Plattenspielern, die gegenüber dem Vorjahr sogar um 33 Prozent zulegen konnten.

www.gfu.de

Fonds für Kunst & Architektur

»Perspektive« nennt sich ein deutsch-französischer Fonds für zeitgenössische Kunst und Architektur, der den kreativen Austausch zwischen den beiden Ländern fördert. Er wird getragen vom Bureau des arts plastiques und dem Institut francais Deutschland. Noch bis zum 1. Dezember 2017 sind deutsche und französische Initiativen aufgerufen, sich mit entsprechenden Gemeinschaftsprojekten zu beteiligen.

www.fonds-perspektive.de

Streit um Theaterfinanzierung

In Niedersachsen ist ein Streit um die Finanzierung der kommunalen Theater entbrannt. So hat der Osnabrücker OB mit Kollegen aus anderen betroffenen Städten das Land wegen seiner bevorzugten Finanzierung der Staatstheater kritisiert. Laut einer »Traditionsklausel« in der Landesverfassung erhalten die drei Staatstheater in Hannover, Braunschweig und Oldenburg mehr als das Vierfache an Landesmitteln als alle sechs städtischen Bühnen zusammen.

www.osnabrueck.de

Kunstfonds fördert

Die in Bonn ansässige Stiftung Kunstfonds hat ihre Förderentscheidungen 2018 für das Programm B bekanntgegeben. Danach werden Ausstellungen, Publikationen und Künstlerkataloge mit insgesamt 300.000 Euro unterstützt. Insgesamt lagen der Jury 257 Anträge zur Förderung der zeitgenössischen bildenden Kunst in Deutschland vor, von denen letztlich 28 Vorhaben berücksichtigt wurden.

www.kunstfonds.de

Wachsendes Stiftungsengagement

Die gute Wirtschaftslage schlägt sich auch im Stiftungswesen nieder. So geben deutsche Stiftungen wieder mehr Geld für gemeinwohlorientierte Aktivitäten aus. Nach einer Untersuchung des verantwortlichen Bundesverbandes betrug der entsprechende finanzielle Aufwand 2016 bei rund 4.000 erfassten Stiftungen mehr als 4 Mrd. Euro. Die 30 größten deutschen Stiftungen trugen dabei mit knapp 900 Mio. Euro einen beträchtlichen Anteil.

www.stiftungen.org

Museum für Straßenraumkunst

In Berlin wurde Mitte September das »Museum für Urban Contemporary Art« eröffnet. Es nennt sich »Urban Nation« und präsentiert Street-Art als Kunstform im öffentlichen Raum. Hervorgegangen ist das neue Museum aus einer Initiative der Stiftung »Berliner Leben«, die in der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag einen verlässlichen Partner fand. Die Gewobag trug auch die Hälfte der Baukosten, die sich auf rund 4,5 Mio. Euro summierten.

www.german-architects.com

Casino-Kunst ins Museum

NRW Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen setzt sich dafür ein, dass Kunstwerke des landesnahen Casino-Betreibers Westspiel der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Die Versteigerung von zwei Warhol-Bildern aus dem Aachener Casino-Bestand hatte 2014 bundesweite Proteste ausgelöst. Die Kulturministerin möchte vor allem bislang eingelagerte Werke von Westspiel als Leihgabe in die Museen des Landes holen.

www.welt.de

Deutschlands älteste Videothek

Deutschlands älteste Videothek steht in Kassel und kann laut »Guinness Buch der Rekorde« auf 42 Jahre Ausleihbetrieb verweisen. Nun droht allerdings dem medialen Geschäft mit VHS-Cassetten das endgültige Aus. Schuld daran ist einerseits die Konkurrenz durch digitale Streaming- und Download-Angebote, andererseits das Alter des Betreibers, der demnächst 80 Jahre alt wird.

www.hr.de

Fördermittel für soziokulturelle Projekte

Der Fonds Soziokultur hat sein Bewerbungsverfahren für die Allgemeine Projektförderung im ersten Halbjahr 2018 eröffnet. Gesucht werden zeitlich befristete Maßnahmen, in denen »neue Angebots- und Aktionsformen der Soziokultur« erprobt werden. Dem Fonds Soziokultur stehen dafür rund 500.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Einsendeschluss für entsprechende Projektanträge ist der 2.November 2017.

www.fonds-soziokultur.de

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Online-Umfrage zum Thema Glück

Die Universität Witten/Herdecke hat eine bundesweite Online-Befragung zum Thema Glück gestartet. Erforscht werden soll, wovon Glück und Zufriedenheit abhängen und wie sich Motive und Muster von Glück und Zufriedenheit im Lebensverlauf darstellen. Ziel ist der Aufbau einer internationalen Datensammlung zu den Motiven und Mustern von Glück und Zufriedenheit (ESH-Datenbank für »Experience(s) of Salience and Happiness«).

www.glueckundzufriedenheit.de

Anti-Sexismus-Ratgeber

Das Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat sich Gedanken über Seximus in der Werbung und seine Vermeidung gemacht. Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die nun einen 28-seitigen »Handlungsleitfaden« veröffentlicht hat. Dieser listet dezidiert auf, wie sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung im öffentlichen Straßenbild erkannt und verbannt werden kann.

www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/frauenfeindliche-werbung/broschuere-sexism-shouldn-t-sells.pdf

Pariser Modemuseum eröffnet

In der französischen Hauptstadt ist das neue Yves-Saint-Laurent-Museum eröffnet worden. Es befindet sich in den ehemaligen Ateliers des 2008 verstorbenen Mode-Designers unweit des Champs-Elysées. Das Museum präsentiert Stücke aus der rund 35.000 Objekte zählenden Sammlung des Meisters, darunter rund 7.000 Haute-Couture-Modelle und etwa 15.000 Accessoires. Der Eintritt kostet 10 Euro.

https://museeyslparis.com

Große Koalition gegen AfD

Eine parteiübergreifende Initiative aus Bundestagsabgeordneten, Kulturschaffenden und Verbandsvertretern hat sich gegen die mögliche Übertragung des Vorsitzes im Kulturausschuss des Bundestages an die AfD ausgesprochen. In einem offenen Brief appellieren sie an den Ältestenrat zu verhindern, dass eine »rechtsradikale Partei« ihr »nationalistisches Gift« an einer der »sensibelsten Stellen des Parlamentarismus« injiziere.

www.kulturausschuss-schuetzen.de

Kinder zum Olymp

Die Kulturstiftung der Länder schreibt im Rahmen der Initiative »Kinder zum Olymp« den »OLYMP – Zukunftspreis für Kulturbildung« aus. Gesucht werden Konzepte, die modellhaft Strukturen für die Verankerung von kultureller Bildung in Kultureinrichtungen und Schulen schaffen. Besonders nachhaltige Ideen, Programme und Profile werden mit insgesamt 18.000 Euro ausgezeichnet. Anmeldeschluss ist der 15. Dezember 2017.

www.kulturstiftung.de

»Digitalisierung von der Kultur her denken«

Die drei nationalen Musikräte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich Gedanken zum »Musikleben im digitalen Zeitalter« gemacht und eine entsprechende Resolution verabschiedet. Darin heißt es: »Medienkompetenz ist vor allem eine kulturelle Kompetenz. Derzeit wird die Digitalisierung nahezu ausschließlich unter technologischen Gesichtspunkten behandelt. Es reicht nicht, die Klassenzimmer mit Computern auszustatten.«

www.musikrat.de

Hauptstadtpreis für Integration

Vereine, Projektgruppen und Institutionen können sich ab sofort um den zehnten »Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz« bewerben. Der Preis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert und wird u.a. von der Deutschen Bank und der Siemens AG gesponsert. Gesucht werden Projekte, die einen Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund leisten. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 13. Oktober 2017.

www.ihb.de

Kunststipendium Tokio

Die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt schreibt in Kooperation mit der Arts Initiative Tokyo (AIT) ein zweimonatiges Aufenthaltsstipendium in Tokio aus. Das Stipendium soll die interdisziplinäre Arbeit des ausgewählten Künstlers fördern. Vor allem steht der internationale Austausch mit japanischen Künstlern im Vordergrund, der neue Anregungen und Ideen hervorbringen soll. Die Bewerbungsfrist endet am 16. Oktober 2016.

www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de

Treue Zuschauer

Dem Programmkino und dem Arthouse-Film halten die Besucher auch dann die Treue, wenn die Zahlen im gesamten Kinomarkt deutlich zurückgehen. Im letzten Jahr haben laut aktueller Studie der Filmförderanstalt in Deutschland 15,4 Mio. Besucher für einen Arthouse-Film an der Kinokasse Eintritt gezahlt – 1,6 Prozent weniger als im Jahr davor. Im Gesamtmarkt schlug dagegen im gleichen Zeitraum ein Minus von 13,0 Prozent zu Buche.

www.ffa.de

Kulturelle Flüchtlingsbegleitung

Kultur verbindet: Diese Erkenntnis setzt die Theater und Philharmonie Essen (TUP) in ein neues Integrationsprojekt um. Unter dem Titel »Kultur entdecken – Mashallah« bietet die TUP Bürgern die Möglichkeit, Flüchtlinge zu Konzerten, in die Oper oder ins Ballett zu begleiten. Interessierte erhalten vergünstigte Karten für sich selbst und bis zu zwei Freikarten für Flüchtlinge. Insgesamt stehen 10 Veranstaltungen zur Auswahl.

www.theater-essen.de

Gamen macht schlauer

Computer- und Konsolenspieler sind offensichtlich intelligenter als angenommen. Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum haben in einer Studie nachgewiesen, dass PC-Spieler in konkurrierenden Lernsituationen besser abschneiden als Nicht-Gamer. So zeigten Gamer im Vergleichstest eine höhere Gehirnaktivität, erfassten Situationen schneller und konnten eher neues Wissen generieren.

www.rub.de

Bundestag weiterhin urdeutsch

Die Wahlen zum Deutschen Bundestag haben die politische Unterrepräsentanz von Menschen mit Migrationshintergrund nicht beseitigen können. So sitzen lediglich 8 Prozent Parlamentarier im Reichstag, die ausländische Wurzeln haben, während der entsprechende Anteil an der Gesamtbevölkerung rund 20 Prozent beträgt. Die Linke hat dabei mit knapp 19 Prozent den höchsten Anteil, die CDU mit 3 Prozent den niedrigsten.

http://mediendienst-integration.de

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AfD-Erfolg aus kultureller Verunsicherung?

Der Deutsche Kulturrat hat den Ausgang der Bundestagswahlen und das gute Abschneiden der »Alternative für Deutschland« vor allen als Resultat einer »tiefgreifenden kulturellen Verunsicherung unserer Gesellschaft« interpretiert. Der Kultur- und Medienbereich müsse vor diesem Hintergrund selbstkritisch analysieren, wie es dazu kommen konnte, so Olaf Zimmermann.

www.kulturrat.de

Europäische Werte stärken

Die Deutsche Welle (DW) und der französische Auslandssender France Médias Monde (FMM) wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Gemeinsames Ziel beider Medienanstalten sei es, jungen Menschen weltweit die europäischen Werte näher zu bringen. Im März 2017 waren DW und FMM bereits eine Kooperation mit der italienischen Nachrichtenagentur ANSA eingegangen, um die Online-Plattform »InfoMigrants« auf den Weg zu bringen.

www.dw.co

Deutsch-russischer Museumsdialog

Der Zweite Weltkrieg hat deutschen und russischen Museen bedeutende Verluste beschert. Um die Zugänglichkeit und/oder Rückgabe der gegenseitigen »Beutestücke« kümmert sich u.a. der deutsch-russische Museumsdialog. Als vertrauensbildende Maßnahme konnte nun Kulturstaatsministerin Monika Grütters historische Fotos von dem im Krieg zerstörten russischen Park- und Museumsschloss Gatschina bei Sankt Petersburg zurückgeben.

www.kulturstaatsministerin.de

Buchmessen-Freundschaft

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ist Frankreich das offizielle Partnerland. Vor diesem Hintergrund wird der französische Ehrengastauftritt von einer beeindruckenden Zahl von Übersetzungen begleitet. Deutschsprachige Verlage haben in diesem Jahr bereits rund 550 Neuerscheinungen französischsprachiger Autoren in deutscher Übersetzung auf den Buchmarkt gebracht.

www.buchmesse.de

Fonds Nachhaltigkeitskultur

Der beim Bundeskanzleramt angesiedelte Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat das neue Förderprogramm »Fonds Nachhaltigkeitskultur« aufgelegt. Über einen Zeitraum von drei Jahren stehen insgesamt 7,5 Mio. Euro bereit, um »Kulturakteure bei der nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft zu stärken und eine gesellschaftliche Transformation zu mehr Nachhaltigkeit anstoßen«.

www.nachhaltigkeitsrat.de

Literarisches Gedächtnis Deutschlands

In Marbach ist das Deutsche Literaturarchiv beheimatet, das national bedeutende Zeugnisse der deutschen Literaturgeschichte umfasst. Mit finanzieller Unterstützung durch Kulturstaatsministerin Monika Grütters werden sie Bestände kontinuierlich erweitert. So konnten aktuell der Brentano-Nachlass, das Reclam-Archiv und Gottfried Benns Briefwechsel mit der Schriftstellerin Ursula Ziebarth erworben werden.

www.dla-marbach.de

Projektdatenbank Musik & Integration

Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) in Bonn stellt ab sofort eine Projektdatenbank bereit, in der umfassende Informationen über die Bandbreite an Initiativen, Projekten und Veranstaltungen rund um das Thema »Musik und Integration« bundesweit zusammengetragen und präsentiert werden. Finanziert wird das Angebot von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

https://integration.miz.org

Architekturgeschichte als Weltkulturerbe

Die Karl-Marx-Allee und das Hansa-Viertel, beides repräsentative Ensembles der 1950er Jahre in Ost- und Westberlin, sollen auf die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste. Die vormalige Stalin-Allee steht für den Sozialistischen Klassizismus, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung entstandene Hansaviertel für die klassische Moderne. Während ein entsprechender Antrag des Landes Berlin 2013 noch fehl schlug, hofft man nun auf Erfolg.

www.german-architects.com

3,8 Mrd. ohne Internet

Laut einer Studie der Breitbandkommission für digitale Entwicklung sind weltweit 3,9 Mrd. Menschen ohne Internetzugang. Damit ist etwa die Hälfte der Weltbevölkerung – überwiegend in den sog. Entwicklungsländern – offline und somit in Gefahr, von der allgemeinen Technologieentwicklung abgehängt zu werden. Die Breibandkommission wurde 2010 von der UNESCO und der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) ins Leben gerufen.

www.unesco.de

Games-Branche unzufrieden

Deutsche Games-Entwickler werden im internationalen Konkurrenzkampf um Marktanteile zunehmend abgehängt. Der Jahresreport der Computer- und Videospielbranche 2017 verzeichnet einen weiteren Rückgang des Anteils deutscher Spiele-Entwickler am Gesamtumsatz. So lag deren Anteil hierzulande 2016 nur noch bei 6,4 Prozent, während er 2015 6,5 Prozent und 2014 noch 7 Prozent betragen hatte.

www.biu-online.de

Raubkopien kaum kaufschädlich

Illegale Downloads bei Filmen, Musik, Büchern und Computerspielen haben kaum Auswirkungen auf den Erwerb der Inhalte, stellt eine bislang unveröffentlichte Studie im Auftrag der EU-Kommission fest. Lediglich bei Blockbuster-Filmen sei ein nennenswerter Verdrängungswettbewerb festgestellt worden. Im Gaming-Bereich führten dagegen illegale Downloads sogar zu vermehrten Neueinkäufen.

https://cdn.netzpolitik.org

Fonds Stadtgefährten

Die Kulturstiftung des Bundes fördert neue Partnerschaften an Museen mit orts- oder regionalgeschichtlichem Schwerpunkt in deutschen Mittelstädten mit bis zu 150.000 Euro. Beantragt werden können gemeinsame kulturelle Vorhaben mit Repräsentanten der Stadtgesellschaft, deren Geschichte zukünftig stärker im Museum berücksichtigt werden soll. Antragschluss für entsprechende Projektvorhaben ist der 28. Februar 2018.

www.kulturstiftung-des-bundes.de

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Ist Fototechnik rassistisch?

Der antirassistische Diskurs treibt mitunter seltsame Blüten. Nun muss sich schon die Technik der Fotografie gegen den Diskriminierungsvorwurf verteidigen. Der in einem Interview im Berliner Tagesspiegel (30.8.) erhobenen Vorwurf lautet: »Die Belichtungstechnologie wurde für weiße Haut entwickelt. Das ist eine Normsetzung, wie es sie in zahlreichen anderen Bereichen auch gibt, ohne dass das vielen Menschen bewusst wäre.«

www.tagesspiegel.de/wissen/uni-dozentin-natasha-a-kelly-rassismus-betrifft-alle-faecher/20255456.html?inIsFirst=false

Ukrainische Schulreform

Die ukrainische Regierung will die Muttersprache stärken und hat deshalb das Ukrainische zur verbindlichen Kommunikation in der Schule bestimmt. Ziel ist vor allem, Russisch in der Öffentlichkeit zurückzudrängen. Nun fürchten allerdings auch die nationalen Minderheiten der Polen, Ungarn und Rumänen, dass der Unterricht in ihren Minderheitensprachen merklich eingeschränkt wird.

www.eurotopics.net

WLAN für alle

Das EU-Parlament hat Grünes Licht für den Ausbau eines kostenlosen WLAN-Netzes in Europa gegeben. Danach sollen rund 8.000 Hotspots auf öffentlichen Plätzen, in Bibliotheken, Krankenhäusern und Kultureinrichtungen entstehen. Dafür werden rund 120 Mio. Euro bereitgestellt, um bis zu 100 Prozent der Einrichtungskosten abzudecken. Der Träger muss anschließend für mindestens drei Jahre den Betrieb gewährleisten.

www.europarl.europa.eu

Englands Buchhandel schrumpft

Nach einer Untersuchung des Centre for Economics and Business Research stellen im Vereinigten Königreich jährlich 3 Prozent der Buchhandlungen ihren Betrieb ein. Danach werden demnächst 275 britische Städte wegen sinkender Umsatzzahlen ohne Buchhandel sein. Schuld für den Niedergang ist nach Expertenmeinung einerseits die Konkurrenz durch Amazon und Co., andererseits die hohe britische Unternehmenssteuer.

www.thebookseller.com

EU-Kooperationsprojekte ausgeschrieben

Die Europäische Kommission hat die neuen Ausschreibungsunterlagen für kulturelle Kooperationsprojekte 2018 veröffentlicht. Danach stehen Fördergelder in Höhe von insgesamt 40 Mio. Euro zur Verfügung, von denen 15 Mio. Euro für kleine Kooperationsprojekte bestimmt sind. Darüber hinaus gibt es zusätzliche 5 Mio. Euro für Kooperationsprojekte, die im Zusammenhang mit dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 stehen.

https://eacea.ec.europa.eu/creative-europe

Documenta drohte Insolvenz

Die ob ihrer künstlerischen Qualität eher zwiespältig betrachtete documenta 14 hat auch wirtschaftlich nicht völlig überzeugen können. Nach Angaben der Gesellschafter schloss die weltgrößte Schau zeitgenössischer Kunst mit einem Minus von 7 Mio. Euro bei einem Gesamtbudget von 37 Mio. Euro. Davon tragen das Land Hessen und die Stadt Kassel den größten Teil. Fachleute machen für das Minus vor allem die zusätzliche Ausstellung in Athen verantwortlich.

www.hessenschau.de

Exzellente Orchesterlandschaft

So nennt sich ein neues Förderprogramm, mit dem die Vielfalt der Orchesterlandschaft in Deutschland erhalten und deren Qualität weiterentwickelt werden soll. Das Förderprogramm hat eine Laufzeit von 5 Jahren ist mit rund 11 Mio. Euro ausgestattet. Wie die verantwortliche Kulturstaatsministerin Monika Grütters bekannt gab, werden von 49 eingegangenen Projektanträgen 31 gefördert.

www.kulturstaatsministerin.de

Forschungsstelle »Entartete Kunst«

In den Universitäten Hamburg und Berlin arbeiten seit 2003 Forschungsstellen für »Entartete Kunst«, die sich der nationalsozialistischen Kunstpolitik widmen. Die Stelle an der Berliner FU wurde unterstützt von der Ferdinand-Möller-Stiftung, die 2015 ihre Förderung einstellte. Seitdem hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Finanzierung übernommen, die auch 2018 weitergeführt wird. Dann soll das Land Berlin für die Forschungsstelle aufkommen.

www.kulturstaatsministerin.de

Wortmeldungen

So nennt sich ein neuer jährlicher Literaturpreis, der Texte auszeichnet, die sich beispielhaft mit den gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Gestiftet wurde die mit 35.000 Euro dotierte Auszeichnung von der Crespo Foundation in Frankfurt am Main. Verleger, Agenten und Kritiker sind aufgerufen, bis Ende September entsprechende kurze deutschsprachige Texte einzureichen.

www.wortmeldungen.org

Denkmal für Berliner IS-Opfer

Am Breitscheid-Platz vor der Berliner Gedächtniskirche soll für die Opfer des Attentats vom 19. Dezember 2016 ein Denkmal entstehen. Eine Jury aus Künstlern, Vertretern des Landes Berlin und Hinterbliebenen der Getöteten wählten den Entwurf des Designerbüros Merz aus, der u.a. die Namen der Todesopfer und ihre Heimatländer aufführt. Eröffnet werden soll das Denkmal am ersten Jahrestag der Katastrophe, bei dem zwölf Menschen starben.

www.deutschlandfunk.de

BKM-Preis Kulturelle Bildung

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat den BKM-Preis Kulturelle Bildung für 2018 ausgeschrieben. Gesucht werden innovative Kultureinrichtungen und -akteure, die »kulturelle Bildung und Vermittlungen mit kreativen Ansätzen verbinden«. Bis Ende November 2017 können vorschlagsberechtige Einrichtungen entsprechende Projekte einreichen. Der BKM-Preis ist mit insgesamt 95.000 Euro dotiert.

www.kulturstaatsministerin.de

Nikolaus-Weiterbildung

In Essen kann man sich demnächst auf seine zukünftigen Aufgaben als Nikolaus vorbereiten. Die jeweils eintägigen Weiterbildungsseminare finden Mitte und Ende Oktober statt und kosten 10 Euro. Das zertifizierte Qualifizierungsangebot von Bistum Essen, BDKJ Köln und Adveniat richtet sich an alle, die am 6. Dezember einen »professionellen Auftritt« planen. Nikolauskostüme können bei Bedarf ausgeliehen werden.

www.bistum-essen.de

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Gender-Fighting

An der Berliner Alice-Salomon-Hochschule ist eine Auseinandersetzung um den Erhalt des prämierten Gedichtes »Avenidas« von Eugen Gomringer an der Südfassade des Gebäudes entbrannt. In dem Gedicht schildert der Autor der Konkreten Poesie in dürren Worten die Assoziationskette Alleen, Blumen, Frauen, Bewunderer. Der Asta der Hochschule sieht sich darin »unangenehm an sexuelle Belästigung der Frauen« erinnert.

www.asta.asfh-berlin.de

Konkurrenz für Hollywood

Die großen Internetdienstleister wie Apple und Amazon engagieren sich zunehmend im traditionellen Filmgeschäft. So läuft aktuell die Ausschreibung über den Vertrieb der nächsten James-Bond-Filme, für den Warner Brothers als Favorit gehandelt wird. Inzwischen mischen Apple und Amazon ebenfalls beim Bieterrennen mit. Apple werden zudem weitere Ambitionen bei der TV-Vermarktung von Kinofilmen nachgesagt.

www.hollywoodreporter.com

Schattenbibliotheken

iRIGHTS, die Informationsplattform für Urheberrecht, hat auf das wachsende Phänomen von sog. Schattenbibliotheken hingewiesen. Angesichts der Schwierigkeiten beim legalen Download wissenschaftliche Literatur seien zunehmend Datenbanken entstanden, die »ohne Zustimmung der Rechteinhaber allen Interessierten den Zugriff ermöglichen«. Nötig sei deshalb ein »Kulturwandel zu mehr Offenheit in den Wissenschaften«.

https://irights.info

Junge Ohren feiern Geburtstag

Das netzwerk junge ohren wird 10 Jahre alt. 2007 gegründet, zählt die Einrichtung heute über 250 Institutionen und Akteure des deutschsprachigen Musiklebens zu ihren Teilnehmern. Neun große Musikverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tragen den Verein. Das Netzwerk versteht sich als musikpädagogischer Impulsgeber für die Klassikszene im Blick auf ein junges Publikum.

www.jungeohren.de

Internet-Ministerium gewünscht

Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Verbandes der Internetwirtschaft wünscht sich jeder zweite Einwohner in Deutschland ein Ministerium für alle netzpolitischen Themen. Bislang ist die Verantwortung dafür auf Bundesebene auf drei Ministerien aufgeteilt. Zudem wird die Einrichtung eines entsprechenden Ausschusses im nächsten Deutschen Bundestag befürwortet.

www.eco.de

Digitaler Verdrängungswettbewerb

Smartphones verändern das Fotografieren in Deutschland. Die Digitalkamera sieht sich zunehmend einem Verdrängungsdruck durch die fotografischen Möglichkeiten von Mobiltelefonen ausgesetzt. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts InfoTrends werden 2017 weltweit voraussichtlich 1,2 Billionen Fotos aufgenommen. 85 Prozent der Bilder würden dabei mit Smartphones geschossen; lediglich 10 Prozent mit einer Digitalkamera.

www.bitkom.org

Plädoyer für Öffentlich-Rechtliche

Eine Gruppe von Medienwissenschaftlern, darunter Markus Beckedahl, Till Kreutzer und Tabea Rößner, hat 10 Thesen »Zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien« vorgelegt. Danach ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk für eine funktionierende Demokratie systemrelevant und sollte sich nicht auf eine Nischenfunktion reduzieren lassen. Die Thesen können auf Twitter diskutiert werden.

http://xn--zukunft-ffentlich-rechtliche-91c.de

Schauspielhaus 2020

So nennt sich eine Spendenkampagne von Künstlern für das sanierungsbedürftige Schauspielhaus in Düsseldorf. Ziel der u.a. von Regisseur Sönke Wortmann unterstützten Aktion sind 6 Mio. Euro, die bis zum 50. Geburtstag des Hauses 2020 eingeworben werden sollen. Die andere Hälfte der insgesamt 12 Mio. teuren Sanierungsmaßnahme teilen sich die Stadt Düsseldorf und das Land NRW.

www.dhaus.de

Letzte Reise

Das Rote Kreuz im Kreis Borken im Münsterland hat sich einen besonderen Service für Schwerstkranke einfallen lassen. Ein Krankenwagen wurde dort zum »Carpe-Diem-Mobil« umgebaut, das Sterbenden einen letzten Reisewunsch erfüllt. So können Menschen, die keine andere Möglichkeit mehr haben und die Fahrt allein nie bewältigen könnten, noch einmal kostenlos an den Ort ihrer Träume gebracht werden.

www.drkborken.de

Oktoberfest-Sneakers

Angesichts des bevorstehenden Münchner Oktoberfestes möchte der Schuhhersteller Adidas auch am Trachtengeschäft partizipieren. Er hat dazu den »München made in Germany Schuh« kreiert, der in Full-Grain-Leder daherkommt, im Fersenbereich mit kleinen Stickereien verziert ist und – passend zum Trachtenhemd – ein rot-weißes Innenfutter aufweist. Der besondere Clou: Das »wasserabweisende Obermaterial schützt vor verschüttetem Bier«.

www.adidas.de

Das »Kapital« hat Geburtstag

Am 14. September 1867 erschien eine Notiz im Börsenblatt des deutschen Buchhandels, dass beim Verleger Meissner ein Buch namens »Das Kapital« erschienen ist. Zeitgenossen war der Autor, der seit der bürgerlichen Revolution von 1848/49 im Londoner Exil lebte, nicht zuletzt durch sein »Kommunistisches Manifest« bekannt. Karl Marx‘ »Universalgeschichte des Kapitalismus« wurde bald zum meistzitierten Buch seiner Zeit.

www.das-kapital-lesen.de

Migrationspolitische Kurswechsel

Der Rat für Migration, ein Zusammenschluss von rund 150 Wissenschaftlern, hat einen Kurswechsel der Migrationspolitik in Deutschland gefordert. Man benötige sowohl eine umfassende Strategie gegen Nationalismus und Rassismus als auch zukunftsfähige Konzepte für die Flüchtlingspolitik, heißt es in einem entsprechenden Manifest, das zudem »radikale Rückschritte im Asylrecht« anprangert.

www.rat-fuer-migration.de

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Popkultur und Antizionismus

Das Berliner Festival »Pop Kultur« sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, israelischer Imagepflege zu dienen. Zahlreiche Künstler aus dem arabischen Raum haben bereits ihre Teilnahme abgesagt. Getragen wird die Kampagne von der Israel-Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen für Palästina). Hintergrund ist ein Reisekostenzuschuss der israelischen Botschaft an das Festival in Höhe von lediglich 500 Euro.

www.pop-kultur.berlin

Konzertierte Aktion AKP

Die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik in Deutschland soll künftig enger mit den europäischen Partnern abgestimmt werden, um im Wettbewerb mit China, Russland und den USA geopolitische Akzente setzen zu können. So lautet das Fazit einer Vergleichsstudie zur auswärtigen Kulturpolitik mehrerer Staaten, die im Auftrag des Auswärtigen Amtes von der Hertie-School of Governance erstellt wurde.

www.hertie-school.org

Palästinensisches Kulturerbe

Das völkerrechtlich nicht anerkannte Palästina hat dennoch Sitz und Stimme in der UNESCO. Vor diesem Hintergrund sind entsprechende Beschlüsse des verantwortlichen Komitees immer auch Verlautbarungen der arabischen Welt gegen Israel. Kürzlich war die Altstadt Hebrons zum palästinensischen Weltkulturerbe deklariert worden. Daraufhin kündigte die israelische Regierung an, ihren Mitgliedsbeitrag an die UNESCO weiter zu reduzieren.

www.faz.net

Eiszeitkunst wird Welterbe

Die UNESCO hat sechs Steinzeithöhlen auf der Schwäbischen Alp in die Welterbeliste aufgenommen. Nach Ansicht des verantwortlichen Komitees stehen die Höhlen mit ihren Funden als Beispiel für die früheste figurative Kunst der Urzeitbewohner. Forscher fanden dort neben Tierzeichnungen und steinzeitlichen Musikinstrumenten die rund 40.000 Jahre alte »Venus vom Hohle Fels«, die als älteste Frauendarstellung der Welt gilt.

www.unesco.de

Wiener Welterbe auf Roter Liste

Die Altstadt von Wien ist von der UNESCO auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt worden. Grund dafür ist ein umstrittenes Hochhausprojekt im historischen Zentrum der Donau-Metropole. Das Welterbekomitee betonte, »dass die aktuellen Planungen beträchtliche und spezifische Bedrohungen für den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte« bedeuten würden.

www.unesco.de

Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland

Der Bund fördert ab der Saison 2017/18 erstmalig Konzertorchester in Deutschland. Das Programm richtet sich an öffentlich finanzierte Orchester, »die das Musikleben in Stadt und Region mit regelmäßigen Konzerten unterschiedlichster Formen gestalten«. In der ersten Saison stehen bis zu 5,4 Mio. Euro für eine Förderung zur Verfügung. Die Laufzeit des Programms ist vorerst auf 5 Jahre begrenzt.

www.kulturstaatsministerin.de

Kultur macht weiter stark

Das BMBF-Förderprogramm für Kulturelle Bildung »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« wird ab 2018 für weitere 5 Jahre fortgesetzt. Wie das zuständige Bundesministerium für Bildung und Forschung mitteilte, werden auch die großen Kooperationspartner aus dem Bereich der Kulturellen Bildung weitgehend dieselben sein, die bereits in den letzten 5 Jahren entsprechende Konzepte für Kinder und Jugendliche umgesetzt haben.

www.bmbf.de

Deutscher Amateurtheaterpreis

Der Bund Deutscher Amateurtheater e.V. schreibt bereits zum 5. Mal den »amarena« aus. Die Auszeichnung 2018 richtet sich an nicht-professionelle Ensembles, die »die vielfältige Schaffenskraft des Amateurtheaters der Öffentlichkeit vorstellen und über die künstlerische Arbeit den gesellschaftlichen Diskurs anregen«. Der »amarena« ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird in vier Sparten ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 5. Februar 2018.

www.bdat.info

Theaterpreis des Bundes

Er soll vor allem kleine und mittlere Theater ermutigen, »auch gegen politische Widerstände ihren künstlerischen Anspruch und ihr gesellschaftliches Selbstverständnis zu verteidigen«: der mit insgesamt knapp einer Mio. Euro ausgestattete Theaterpreis des Bundes. Zu den ausgezeichneten Einrichtungen gehörten diesmal u.a. das Theater Naumburg, das E.T.A. Hoffmann Theater Bamberg und das Tanzhaus NRW in Düsseldorf.

www.kulturstaatsministerin.de

4. Mio. für Kinoförderung

Die Kinokommission der FFA hat ihre neuesten Förderentscheidungen bekanntgegeben. Danach erhalten rund 100 Projekte insgesamt 4 Mio. Euro aus dem Topf der Filmförderanstalt. Finanziert werden damit vor allem Neuerrichtungen, Wiedereröffnungen und Erweiterungsbauten von Kinos in Deutschland. Ein Teil der Fördersumme fließt zudem in die Modernisierung von Spielstätten.

www.ffa.de

Kunstfonds fördert

Die Stiftung Kunstfonds hat ihre Ausschreibung für Fördermittel 2018 eröffnet. Bildende Künstler mit ständigem Wohnsitz in Deutschland können sich danach um ein Arbeitsstipendium in Höhe von 18.000 Euro sowie um einen Projektkostenzuschuss bis max. 25.000 Euro bewerben. Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2017. Die Entscheidung über eine mögliche Förderung fällt im Februar 2018.

www.kunstfonds.de

Public-Private-Partnership

Im hessischen Kronberg entsteht ein Konzertsaal für Kammermusik, der sowohl aus öffentlichen wie auch aus privaten Mitteln finanziert wird. Die Kronberg-Academy, eine private Hochschule zur Ausbildung von Musikern im Spiel von Streichinstrumenten, ist Initiator des Neubaus, der rund 36 Mio. Euro kosten wird. Die Finanzierung der geplanten »hölzernen Schatzkiste« erfolgt durch private Spender sowie durch Bundes- und Landesmittel.

www.kronbergacademy.de

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Vinyl comes back

Die gute alte Schallplatte erlebt schon seit einiger Zeit eine Renaissance. War die Vinyl-Konjunktur bislang auf kleinere Labels beschränkt, entdecken jetzt auch die großen Unterhaltungskonzerne die neue Marktlücke. So wird Sony nach 30 Jahren Pause wieder Schallplatten produzieren. Das Werk soll in Tokio entstehen und bereits im März 2018 erste Retro-Scheiben auf den Markt bringen.

www.sony.com

Vernetzte Migrationsforschung

In Berlin hat das neu gegründete Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) die Arbeit aufgenommen. Die Bund-Länder-Forschungseinrichtung soll die Arbeit mehrerer Forschungseinrichtungen koordinieren und Standards für die Migrationsforschung in einem Einwanderungsland formulieren. Von 2017 bis 2020 stehen für die Arbeit 6,8 Mio. Euro zur Verfügung.

www.migazin.de

»Mitleidsdocumenta«

Zur Halbzeit der weltgrößten Ausstellung zeitgenössischer Kunst ziehen die Verantwortlichen in Kassel eine gemischte Bilanz. Während die Besucherzahlen bereits deutlich über denen der Vorgänger-documenta 2012 liegen, fällt die Einschätzung der Ausstellung weniger positiv aus. Vor allem die starke Politisierung der Kunst wird kritisiert, die »die Traumata von Menschen aus aller Welt kommentarlos« präsentiere.

www.zeit.de

Kulturbauten-Logik?

Bislang führt die Elbphilharmonie mit rund 1.000 Prozent Kostensteigerung gegenüber der ursprünglichen Planung die Hitliste der Kulturbauten an, deren Errichtung finanziell aus dem Ruder lief. Nun sind die Kölner Bühnen dabei, bei den voraussichtlichen Sanierungskosten ebenfalls den vorgesehenen Finanzrahmen zu sprengen. Nach neuesten Berechnungen der Stadtverwaltung werden diese bis 2022 auf rund 570 Mio. Euro steigen.

www.stadt-koeln.de

Wissenschaftsfreiheit gewährleisten

Die Freiheit von Forschung und Lehre ist in vielen Ländern bedroht. Die Deutsche UNESCO-Kommission verurteilt die Verletzungen der Wissenschaftsfreiheit und fordert die Bundesregierung zu mehr Einsatz für dieses Grundrecht auf. Schließlich sind »freie wissenschaftliche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg und Mobilität von Personen und Ideen wichtige Grundlagen für Partnerschaft und Frieden zwischen den Nationen«.

www.unesco.de

Weihestätten zu Sozialeinrichtungen

Hitlers Geburtshaus in Braunau wird Sozialeinrichtung. Damit endet ein jahreslanger Streit mit der Besitzerin der Immobilie, der Ende letzten Jahres in der Enteignung durch den österreichischen Staat gipfelte. Dagegen hatte die Eigentümerin beim Verfassungsgerichtshof geklagt, war aber abgewiesen worden. Aufgabe des Innenministeriums ist es nun, mit der Klägerin eine angemessene Entschädigung für die Enteignung auszuhandeln.

www.euractiv.de

stadt.land.text

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Regionalen Kulturpolitik hat die nordrhein-westfälische Landesregierung das Projekt stadt.land.text NRW 2017 gestartet. In Anlehnung an die mittelalterliche Position des Stadtschreibers werden in den 10 Kulturregionen des Landes 10 Regionenschreiber unterwegs sein und ihre Eindrücke vom Alltag und der kulturellen Vielfalt auf einem Blog sowie auf Lesungen präsentieren.

www.stadt-land-text.de

Initiative kulturelle Integration macht weiter

Nach der Veröffentlichung der »Fünfzehn Thesen zur kulturellen Integration« haben sich die Mitglieder der Initiative getroffen und beschlossen, ihre Arbeit fortzuführen. Das Bündnis aus Spitzenverbänden der Zivilgesellschaft, der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Sozialpartner, der Medien, dem Bund, den Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden will die angestoßene Debatte weiter forcieren.

www.kulturelle-integration.de

Kunststoffmuseum zieht um

Deutschlands einziges Kunststoffmuseum zieht von Düsseldorf nach Oberhausen. Vor rund 30 Jahren gegründet, war es den Verantwortlichen nicht gelungen, für die rund 20.000 Objekte von der Zahnbürste bis zum Trabi ein geeignetes Ausstellungshaus zu finden. Nun hat sich das Rheinische Industriemuseum bereit erklärt, die Bestände nach Oberhausen zu holen und in einem eigenen »Schaufenster« zu präsentieren.

www.deutsches-kunststoff-museum.de

Studienplatz Deutschland immer beliebter

Noch nie war Deutschland als Bildungsort für Migranten so populär wie heute. Die Zahl ausländischer Studenten in Deutschland ist 2016 mit mehr als 300.000 Eingeschriebenen auf einen neuen Höchststand geklettert. Damit hat sich die entsprechende Personengruppe seit der letzten Zählung 1991 verdreifacht. Kenner der Hochschulszene prognostizieren allerdings einen Rückgang wegen der geplanten Studiengebühren für Ausländer.

www.migazin.de

30 Jahre »Topographie des Terrors«

1987, also noch zur Zeiten der Bonner Republik, war sie in West-Berlin auf dem Gelände der vormals wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen »Sicherheitsapparates« eingerichtet worden: die Gedenkstätte zur Aufarbeitung und zur Aufklärung über die NS-Verbrechen. Seitdem setzt die als Stiftung geführte Einrichtung Maßstäbe als historischer Lernort für die schonungslose Auseinandersetzung mit Schuld und Verantwortung.

www.topographie.de

Musikfonds fördert

Der im letzten Jahr neu eingerichtete Fonds für zeitgenössische Musik hat seine zweite Förderrunde gestartet. Noch bis zum 30. September 2017 können entsprechende Anträge gestellt werden. Gefördert werden herausragende Projekte aller musikalischer Sparten mit einer Antragssumme von bis zu 50.000 Euro. Insgesamt stehen dem Musikfonds 1,1 Mio. Euro aus Mitteln der Staatsministerin für Kultur und Medien zur Verfügung.

www.musikfonds.de

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Stalin immer beliebter

Für die meisten Russen ist mittlerweile wieder Stalin die herausragendste Persönlichkeit. Nach einer repräsentativen Umfrage des unabhängigen Levada-Instituts ist damit Lenin, der noch 2008 die Rankingliste anführte, auf den vierten Platz abgerutscht. An zweiter Stelle steht bereits Putin, gefolgt von Puschkin auf Platz 3. Als erster Deutscher schafft es Einstein immerhin auf Platz 16.

www.levada.ru

Kroatische Geschichtsentsorgung

In Zagreb soll der Marschall-Tito-Platz umbenannt werden. Das plant der sozialdemokratische Bürgermeister, die seit der Kommunalwahl auf die die Unterstützung der Rechten im Stadtparlament angewiesen ist. Kritiker sehen darin den Versuch, »die Vergangenheit auszulöschen, um Platz zu schaffen für eine Rehabilitation des faschistischen Ustasa-Staates.«

www.jutarnji.hr

Britische Statuen ins Netz

Die Stiftung Art UK plant, sämtliche Statuen in den öffentlichen Sammlungen Großbritanniens im Laufe von drei Jahren in einem öffentlichen Internetkatalog kostenlos zugänglich zu machen. Die Staatslotterie finanziert die Arbeit mit rund 2,8 Mio. Pfund, andere Spender haben weitere 1 Mio. Pfund beigesteuert. Die Gesamtkosten für das Digitalisierungsprojekt werden mit 5,2 Mio. Pfund veranschlagt.

https://artuk.org

Dokumentarfilmer gegen EU-Verordnung

Geht es nach Brüssel, dann sollen demnächst Dokumentarfilme über die Mediatheken-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender europaweit kostenlos abrufbar sein. Nach Ansicht der in der AG Doc organisierten Dokumentarfilmbranche in Deutschland wird die geplante Verordnung »fatale Auswirkungen« haben. Die internationale Online-Vermarktung trägt nicht unwesentlich zu den Einkünften der Filmemacher bei.

www.agdok.de

Berlin zeigt Kreuz

Das Berliner Stadtschloss, das als Humboldt-Forum ein kulturelles Schaufenster der Welt markieren soll, bekommt wie vorgesehen ein Kreuz auf der Kuppel. Der verantwortliche Stiftungsrat hat seine ursprüngliche Beschlusslage bekräftigt. Der Plan zur originalgetreuen Rekonstruktion des Kuppelaufbaus hatte wegen seiner Preußenaffinität nicht nur in Berlin die Gemüter bewegt. Evangelische und katholische Kirche begrüßten die Entscheidung.

www.humboldtforum.com

Museumsspitzenreiter

Mit rund 660 Häusern verfügt Westfalen-Lippe über eine der dichtesten Museumslandschaften Deutschlands. Vor diesem Hintergrund will der Landschaftsverband (LWL) ab 2019 seine Förderung kommunaler Museen um 350.000 Euro auf 1,5 Mio. Euro pro Jahr aufstocken. Beabsichtigt ist indes kein weiteres Wachstum, sondern die Sicherung bestehender Einrichtungen.

www.lwl.org

Ausländerrekord

In Deutschland leben erstmals seit den Wirren des 2. Weltkrieges mehr als 10 Mio. Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, nahm die Zahl der Ausländer vor allem in den letzten 2 Jahren im Zuge der Flüchtlingskrise zu (+ 23,1 Prozent). Im gleichen Zeitraum erhielten rund 230.000 Zugewanderte die deutsche Staatsbürgerschaft.

www.euractiv.de

Ruhrresidence 2017

Der KunstVereinRuhr hat zwei Residenzformate ausgeschrieben. Mit GO erhalten 8 Künstler aus der Region Reisestipendien zur künstlerischen Weiterentwicklung im Ausland. Bei RETURN wird ein dreimonatiger Aufenthalt im Ruhrgebiet finanziert, um Überlegungen für neue künstlerische Arbeiten zu entwickelt. Bewerbungsschluss für beide Förderprogramme ist der 1. August 2017.

www.facebook.com/kunstvereineruhr

Werkstatistik des Bühnenvereins

Der Deutsche Bühnenverein hat seine Werkstatistik 2016/16 veröffentlicht. Danach steht im Musiktheater wiederum Mozarts »Zauberflöte« mit 27 Inszenierungen an der Spitze, vor Humperdincks »Hänsel und Gretel« und Bizets »Carmen«. Der unverwüstliche Mozart-Klassiker liegt auch mit 239.744 Besuchen bei den Zuschauerzahlen vorn. Lediglich das Musical »Starlight« konnte mit 441.623 Besuchen mehr Publikum anlocken.

www.buehnenverein.de

Preis für Streitkultur

Das Unperfekthaus in Essen hat den mit insgesamt 20.000 Euro dotierten SENSS-Award für Streitkultur ausgeschrieben. Prämiert werden Personen, Institutionen oder Firmen, »die dazu beitragen, zu einer achtsamen und menschenwürdigen Diskussionskultur zurückzukehren«. Gesucht werden sowohl neue Ideen wie auch bereits existierende Aktionen einer achtsamen Streitkultur. Bewerbungsschluss ist der 30. November 2017.

http://streitkultur-award.de

Publikum im Museumsfokus

Im Rahmen seines Projekts »Hauptsache Publikum!? Das besucherorientierte Museum« sucht der Deutsche Museumsbund nach innovativen Ideen für eine publikumsorientierte Sammlungsarbeit. 6 Museen erhalten dabei 2018 eine Förderung in Höhe von bis zu 5.000 Euro, um ihre Ideen im Rahmen einer Projektmaßnahme zu erproben. Bewerbungsschluss ist der 10 November 2017.

www.museumsbund.de

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