Pressemitteilungen 2016

Presseinformation zum 40. Geburtstag von Kulturpolitischer Gesellschaft und MOTTE Hamburg-Altona am 1. und 2. Juli in Hamburg

Kulturpolitik für die Zukunft der Demokratie!

  

Brexit, Populismus, Schuldenbremse: Die Herausforderungen der Gegenwart und Lösungsstrategien der Kulturpolitik sind am Wochenende die Themen beim 40-jährigen Jubiläum der Kulturpolitischen Gesellschaft und des Stadtteilzentrums Motte Hamburg-Altona. Über 150 Experten und Akteure aus dem In- und Ausland kommen deshalb nach Hamburg und suchen Antworten auf die drängenden Fragen der Gesellschaft an die Kultur und damit Kulturpolitik.

  

Welche Rolle spielen Kultur und auch Kunst künftig im Europäischen Einigungsprozess, wie auch für die Demokratie in der Einwanderungsgesellschaft? Wie wird kulturelle Teilhabe für größere Teile der Gesellschaft möglich? Wo steht die Kulturpolitik jetzt – und wo will sie hin? Wie kann sie auch selbst attraktiver werden und dem Bedeutungsverlust vor allem in Städten und Gemeinden begegnen? Und wie könnten zukünftige Verantwortungsgemeinschaften auch unter Einbeziehung der Wirtschaft aussehen?

  

Zu diesen und weiteren Fragen gibt es am 2. Juli 2016 ein vielfältiges kulturpolitisches Programm mit Workshops, Open Spaces und weiteren Angeboten in der MOTTE Altona. Das Stadtteilkulturzentrum, dessen Entstehung eng mit der Kulturpolitischen Gesellschaft verbunden ist, wurde ebenfalls vor 40 Jahren gegründet. Alle Veranstaltungen sind öffentlich.

  

Schon vor dem fachlichen Diskurs wird allerdings auch gefeiert: Am 1. Juli 2016 im Rathaus Altona, wo vor 40 Jahren alles begann. Dort diskutiert ein Podium unter der Moderation des Journalisten und Künstlers Michel Abdollahi über drängende Fragen der Kulturpolitik.

  

Der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, Prof. Dr. Oliver Scheytt, sagte: »Kaum eine andere zivilgesellschaftliche Organisation hat in den letzten 40 Jahren die kulturpolitische Debatte so stark beeinflusst wie die Kulturpolitische Gesellschaft. Ihr Motto ›Kulturpolitik ist Gesellschaft‹ ist so aktuell wie eh und je. Getreu dem Motto werden wir auch künftig im Diskurs mit unseren 1500 Mitgliedern aus allen Ebenen und Sparten des kulturellen Lebens in Deutschland Kulturpolitik wei-ter denken. Öffentliche Hand, Zivilgesellschaft und Kreativwirtschaft gestalten in wechselseitiger Befruchtung eine kulturelle Infrastruktur, die nicht nur zu erhalten, sondern permanent weiterzuentwickeln ist. So stellt etwa die Digitalisierung Herausforderungen, die die Kultur und unsere Lebensweise in den nächsten Jahrzehnten radikal beeinflussen wird. Umso erfreulicher ist, dass sich in letzter Zeit immer mehr junge Menschen in der Kulturpolitischen Gesellschaft engagieren.«

  

Die Abschlussveranstaltung findet am 2. Juli ab 18.00 Uhr im Resonanzraum Hamburg statt.

  

Einen Beitrag auf »Scala« (das Kulturmagazin von WDR 5) zum vierzigsten Geburtstag der Kulturpolitischen Gesellschaft finden Sie hier.

  

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:

Marc Grandmontagne, Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft

E-Mail: grandmontagne@kupoge.de

Mobil: 0178 50 89 289

Twitter: https://twitter.com/Kupoge

  

PDFDie Presseerklärung als PDF finden Sie hier.

Hamburg, den 1. Juli 2016

  

  

»Neue Verantwortungskultur für den gesellschaftlichen Zusammenhalt«

Kulturverbände betonen notwendige Weiterentwicklung der Kooperation von Staat und Zivilgesellschaft

Berlin, 22.06.2016. Die Veränderung der Gesellschaft fordert Zivilgesellschaft und Staat in vielerlei Hinsicht heraus: Welche Verantwortung übernehmen die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure für eine offene, tolerante und solidarische Gesellschaft und in welchem Verhältnis stehen dabei Zivilgesellschaft und Staat zueinander? Auf einem gemeinsamen Symposium haben die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, der Deutsche Kulturrat und die Kulturpolitische Gesellschaft gestern in Berlin diese Fragen diskutiert.

Dr. Ansgar Klein, Geschäftsführer des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement, umriss zum Einstieg die aktuellen Entwicklungen in der Zivilgesellschaft und die größten Herausforderungen für Verbände: Wie stehen innerverbandliche Interessen und Mitgliederentwicklung, gesellschaftliche Anforderungen und sich verändernde staatliche Rahmenbedingungen zueinander? Welche Allianzen zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Eigenständigkeit müssen geschlossen und welche Konkurrenzen beachtet werden? Dies waren auch die Themen der sich anschließenden Diskussionen.

Wenn das gesellschaftliche Gleichgewicht aus den Fugen zu geraten droht, sollte nicht nur der Staat seiner Verantwortung nachkommen. Auch die Zivilgesellschaft muss sich selbst aktivieren und dabei von der öffentlichen Hand unterstützt werden. Zivilgesellschaft, beispielsweise in Form von Kulturverbänden, schafft öffentliche und partizipative Aushandlungsorte für Konflikte und Divergenzen. Sie fördert das gesellschaftspolitische Engagement von Bürger/innen und Trägern und agiert als konstruktiv-kritischer Gegenpol zum Staat, so betonten die Teilnehmenden. Sie stellten zugleich fest: Die Bedeutung dieser Wirkungskräfte der Zivilgesellschaft, aber auch von Subsidiarität und die Wahrnehmung der Legitimation von Verbänden als Grundvoraussetzungen zivilgesellschaftlichen Handelns im öffentlichen und politischen Raum gehen zurück. Zugleich steuern politische Entscheidungen und Verwaltungshandeln zunehmend Zivilgesellschaft.

Gerd Taube, Vorsitzender der BKJ, sagte: »Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Kunst und Kultur und darauf, dass ihre Interessen in der Gesellschaft berücksichtigt werden. Kulturelle Bildung öffnet ihnen Räume für Begegnung und ermöglicht ihnen, Mitgestalter der gesellschaftlichen Gemeinschaft zu sein. Die BKJ ist mit ihren Mitgliedern wichtiger Anwalt der Interessen von Kindern und Jugendlichen und bundesweites Netzwerk von Anbietern Kultureller Bildung. Das zivilgesellschaftliche Mandat des Dachverbandes, als Interessenvertretung für die junge Generation und die Potenziale der Kulturellen Bildung, wird inzwischen durch das Handeln anderer gesellschaftlicher Akteure und des Staates zunehmend infrage gestellt. Deshalb ist es an der Zeit, das Miteinander von Zivilgesellschaft und Staat zugunsten einer lebendigen Demokratie neu auszutarieren.«

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, betonte: »Kulturverbände bündeln die divergierenden Interessen ihrer Mitglieder und erarbeiten hieraus abgestimmte Positionen. Sie erbringen damit eine wichtige Integrationsleistung und bieten einen hohen Mehrwert für ihre Mitglieder und für die Gesellschaft. Sie sind damit ein wichtiger Gesprächspartner für Politik und Verwaltung. Verbände stärken heißt, Demokratie zu stärken. Ohne Verbände funktioniert die Demokratie nicht!«

Norbert Sievers, Hauptgeschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft, hob hervor: »Zivilgesellschaftliche Akteure, darunter auch die Kulturverbände, brauchen Freiheit, um gesellschaftlich wirksam sein zu können. Nur wenn es ihnen gelingt, auf der Grundlage eigener Zielvorstellungen und Wertbezüge die Stimmungen, die Interessen und Ideen in der Gesellschaft und aus ihrer Mitgliedschaft aufzunehmen und zu Gehör zu bringen, können sie demokratische und konsensstiftende Mittler sein. Freiheit bedeutet dabei immer zugleich zweierlei: Freiheit vom Staat und Freiheit durch den Staat und ein ausgewogenes Verhältnis von Nähe und Distanz. Es ist notwendig, daran immer wieder zu erinnern.«

  

PDFDie Presseerklärung als PDF finden Sie hier.

Bonn, den 22. Juni 2016

  

  

Im Zentrum der Kulturpolitik: »Kulturimmobilien«

Neue Publikation – Neue Debatte

Kulturimmobilien wie Museen, Opern, Theater, Konzerthäuser, Kulturzentren, Bibliotheken und Volkshochschulen prägen als Bauwerke das Bild unserer Städte. Sie sind nicht nur Motoren der Stadtentwicklung sowie des Kulturtourismus und bergen ein Investitionsvolumen in Milliardenhöhe, sondern stehen auch im Zentrum der Kulturpolitik. Die Kulturpolitische Gesellschaft will sie deshalb neu zum Thema machen.

Den Auftakt dafür bildet die Publikation »Die Kulturimmobilie. Planen – Bauen – Betreiben«, die vom Präsidenten der Kulturpolitischen Gesellschaft Oliver Scheytt, Simone Raskob (Bau- und Umweltdezernentin der Stadt Essen) und Gabriele Willems (Geschäftsführerin Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes Nordrhein-Westfalen) herausgegeben wird. Darin wird diese Thematik erstmals umfassend behandelt. Im Frühjahr 2017 (17. bis 19. Februar 2017) wird sich dann das 62. Kulturpolitische Kolloquium der Ev. Akademie Loccum und der Kulturpolitischen Gesellschaft dieses Themas aus kulturpolitischer Perspektive annehmen.

Als Begründung erklärt KuPoGe-Präsident Oliver Scheytt: »Deutschland rühmt sich seiner weltweit unvergleichlichen kulturellen Infrastruktur. Diese ist Chance und Bürde zugleich. Eine Chance liegt in den kulturellen Einrichtungen, wenn diese Orte der Kunstproduktion und -vermittlung die Vielfalt der Künste und Kulturen repräsentieren und weiterentwickeln. Eine Bürde sind sie, weil sie gut geplant, auskömmlich finanziert und zeitgemäß transformiert werden müssen, um ihr Potential auch in Zukunft entfalten zu können. In diesem Spannungsfeld zwischen Bürde und Chance von Kulturimmobilien liegen landauf, landab die Herausforderungen in einer sich rasant verändernden Gesellschaft. Aus diesem Grunde gehört das Thema Infrastruktur ganz oben auf die Diskursagenda der Kulturpolitik.«

Die Publikation »Die Kulturimmobilie. Planen – Bauen – Betreiben« erscheint als Band 32 in der Reihe »Edition Umbruch« der Kulturpolitischen Gesellschaft; sie wird erstmals vom transcript Verlag in Bielefeld verlegt. Am 10. Juni 2016 um 13 Uhr wird das Buch im Gartensaal des Museum Folkwang in Essen vom Herausgeberteam und dem Verlag vorgestellt.

  

PDFDie Presseerklärung als PDF finden Sie hier.

Bonn, den 7. Juni 2016