Landesgruppe Bayern

Aktuell

Utopie oder Wirklichkeit

Ein Konzertsaal »für alle« im Münchner Werksviertel

Am Samstag, 21.04.2018 ab 17:00 Uhr

In der Whitebox im Werksviertel München, Atelierstraße 18, 3. OG

Eine Veranstaltung der Kulturpolitischen Gesellschaft (KupoGe) Landesgruppe Bayern und Whitebox Kultur gGmbH

 

Ablauf

17:00 Uhr Präsentation zum Werksviertel von Werner Eckart mit anschließendem Umtrunk

18:00 Uhr Begrüßung durch die Gastgeber und Kurzvorträge

anschließend Podiumsdiskussion bis ca. 20:00 Uhr

21:00 Uhr Veranstaltungsende

 

Der Standort des neuen Konzertsaals im Werksviertel war und ist Anlass intensiver Diskussionen in der Münchner Bevölkerung. Die etwas dezentrale Lage, die heute noch deutlich sichtbare industrielle Nutzung vergangener Zeiten und die nach wie vor existente Rockmusik- und Clubszene erscheint gerade den traditionellen Konzertbesuchern als unvereinbar mit einem klassischen Konzertsaal. Umso interessanter ist es, zu beleuchten, inwieweit dies Auswirkungen auf die Konzeption des Konzertsaales haben könnte.

 

Auch wenn das künstlerische Konzept sechs Jahre vor geplanter baulicher Vollendung des Konzertsaals natürlich nicht feststeht, so enthält es bereits heute diverse Parameter einer grundsätzlichen Ausrichtung. Neben der Koordination der ca. 80 Konzerte pro Saison der BR-Symphoniker mit den Angeboten privater Musikanbieter und Eigenveranstaltungen des Konzertsaal-Betreibers soll insbesondere die Musikvermittlung für Kinder/Jugendliche wie Erwachsene eine zentrale Rolle einnehmen.

 

Kann die Musikvermittlung als wichtiger Baustein des künstlerischen Konzeptes die Zugangsbarrieren zur Klassik effektiv senken und damit zur Verankerung des Konzertsaals in der Mitte der Gesellschaft beitragen, und wenn ja, durch welche Konzepte? Oder stellt die kulturelle Orientierung ein Distinktionsmerkmal dar, das als solches zu akzeptieren ist?

 

Begünstigt die Wahl des Standortes Werksviertel mit seiner kreativen und jungen Szene diesen Prozess der Öffnung? Oder wird der Konzertsaal unter Umständen ein Fremdkörper in dieser Umgebung bleiben? Welcher kreative Freiraum bleibt dem Betreiber durch die intensive Nutzung des BR und der privaten Musikanbieter?

 

Mit diesen Fragen der konzeptionellen und damit kulturpolitischen Ausrichtung des Konzertsaales soll sich die Veranstaltung, insbesondere die Podiumsdiskussion auseinandersetzen.

 

Ansprechpartner

Robert Blank (Mitglied KuPoGe Bayern): robert.blank@ro-blank.de

Iris Bramsemann (Mitglied und Beirat KuPoGe Bayern): ibramsemann@gmail.com

Michael Dietrich (Geschäftsführer KuPoGe Bayern): bayern@kupoge-regional.de

 

 

Mitgliederversammlung in München verabschiedet Agenda

Tagungsorte können praktisch sein. Besser ist es, wenn sie auch noch anregend sind. Für die Mitgliederversammlung der Landesgruppe Bayern am 7. November hätte sich jedenfalls kein besser passender Ort finden lassen als die »Galerie der Künstler« in München. Traurig war freilich die immer noch spürbare Präsenz des erst vor wenigen Tagen verstorbenen Klaus von Gaffron, der sich nicht nur für den Berufsverband Bildender Künstler engagiert, sondern lange Zeit auch die lebhafteste Verbindung mit der Kulturpolitischen Gesellschaft gesucht und gepflegt hat. Sein Bild stand über der gesamten Tagung – im bildlichen wie im metaphorischen Sinn.

  

Im Zentrum der Mitgliederversammlung standen die Planung von Aktivitäten für nächstes Jahr sowie der Beschluss über die Fragen, die im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl im Herbst 2018 an die Landtagsfraktionen gestellt werden sollen.

  

Auch wenn sich die Mitgliederversammlung rasch darauf verständigte, nicht alle möglichen Themen der Landespolitik aufzugreifen, zeigte doch die lange und intensive Diskussion, wie ernst die Anwesenden den Fragenkatalog nehmen. So einigte man sich darauf, konkrete Fragen zu folgende Themenbereichen zu stellen:

  

  

Die Fragen sollen den im jetzigen Landtag vertretenen Parteien vorgelegt und mit deren Antworten schrittweise online veröffentlich werden. Zugleich sucht der Sprecherrat der Landesgruppe die Wünsche, Pläne und Ziele beider Seiten in persönlichen Gesprächen abzuklären. Den Auftakt machte ein Gespräch im Landtag mit der SPD-Fraktion, an dem deren kulturpolitische Sprecherin Isabell Zacharias und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Margit Wild teilnahmen. Entsprechende Termine mit der CSU, Bündnis90/Grüne und Freien Wählern sind für Anfang 2018 geplant.

  

Ebenfalls in Planung ist eine größere öffentliche Veranstaltung zum neuen Konzertsaal, der millionenschwer in München entstehen soll und schon heftige Diskussionen ausgelöst hat. Inzwischen liegt das Ergebnis des Architektenwettbewerbs vor. Zeit, sich einzumischen. Die Podiumsdiskussion soll am 21. April 2018 stattfinden. Programm

 

Über die inhaltliche Diskussion hinaus soll der Umgang mit Architektur in einer gesonderten Veranstaltung thematisiert werden, für die uns die SPD-Landtagsfraktion Interesse und Unterstützung zugesagt hat. Dabei wird es um Denkmalpflege gehen, aber auch um den Konflikt zwischen dem Erhalt historischer Bausubstanz und der innovativen Kraft moderner Stadtraum-Gestaltung.

 

Bereits vorher will die Landesgruppe andere gesellschaftlichen Akteure, die in Kulturpolitik und kultureller Bildung unterwegs sind, zu einem Koordinationstreffen einladen. Dabei soll ausgelotet werden, ob es – nicht zuletzt im Hinblick auf die Landtagswahl – gemeinsame Positionen und Interesse an gemeinsamen Aktionen gibt. Einigkeit kann stark machen!

 

Wie bisher wird sich die Landesgruppe wieder an der Tagung beteiligen, welche die Evangelische Akademie Tutzing gemeinsam mit KupoGe, dem Netzwerk Stadtkultur und dem Bayerischen Städtetag vom 2. bis 4. März am Starnberger See veranstaltet. Thema ist diesmal die Widerstandsfähigkeit der Stadt. Stadtluft macht frei. Macht sie auch krank? Wir werden das kontrovers diskutieren.

 

Die Pläne der Landesgruppe reichen also weit. Jetzt müssen wir sie »nur« noch umsetzen. Aber die engagierte Unterstützung vieler Mitglieder und Beiräte, die den Sprecherrat intensiv begleiten, stimmen optimistisch.

Dieter Rossmeissl

Vorsitzender des Sprecherrats

 

 

Dokumente

Wahlprüfsteine 2013 – zusammenfassende Pressemitteilung

Wahlprüfsteine 2013: Die Antworten der Parteien im Originaltext

Positionspapier der KuPoGe-Landesgruppe Bayern in der Ev. Akademie Tutzing (8–10. März 2013)

Chronik der Aktivitäten der Landesgruppe Bayern (1993 bis 2013)

Bausteine Bayerischer Kulturpolitik – 3. Auflge (2008)
(Im Laufe der letzten 15 Jahre erarbeitete Diskussionsgrundlage auf rund 100 Seiten)

Wahlprüfsteine und Antworten der Parteien zur Landtagswahl 2008

 

Dokumente der Bayerischen Staatsregierung

Leitlinien bayerischer Kulturpolitik

Stellungnahme der KuPoGe Bayern zu den Leitlinien der Staatsregierung

Regierungserklärung von Staatsminister Heubisch am 4.12.2012

Kulturstaat Bayern – Förderung von Kunst und Kultur (2010)

 

Portrait

Die Regionalgruppe Bayern gehört zu den aktivsten des Verbandes. Gemeinsam mit dem ehemaligen Vorstandsmitglied Wolfgang Zacharias hat sich bereits vor Jahren ein aktiver Kreis von kulturpolitischen SprecherInnen gefunden, der die Kulturentwicklung im Freistaat kritisch begleitet und soweit möglich mitgestaltet. Die Landesgruppe, unterstützt durch einen alle zwei Jahre neu gewählten Sprecherrat, engagiert sich aktiv bei Fragen der Landeskulturpolitik, verfasst Resolutionen, organisiert Veranstaltungen und treibt die Vernetzung der kulturpolitischen Akteure vor Ort – vor allem in den Großräumen München und Nürnberg – voran. Ein traditionelles Standbein ist dabei die jährliche Tagung in der Ev. Akademie Tutzing, gemeinsam mit dem Kulturausschuss des Bayerischen Städtetages und der Landeszentrale für politische Bildung, die jeweils aktuelle kulturpolitische Themen (2015: »Kultur.Leben« – Zur Situation der Laien- und Breitenkultur) behandelt und dabei immer auch die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband sucht. Die Tutzinger Tagung gilt zudem als »Jahresversammlung« des KuPoGe-Landesverbandes. Immer wieder aktuell ist zudem die Weiterarbeit an den »Bausteinen bayerischer Kulturpolitik« als umfassende Diskussionsgrundlage für die Landeskulturpolitik und ihre wünschenswerte Ausrichtung.

 

Kontakt

Michael Dietrich, PA/SPIELkultur e.V., Leopoldstraße 61, 80802 München,
T 089/383 383 10, bayern@kupoge-regional.de

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