Regionalgruppe Niedersachsen

Aktuell

Liebe Mitglieder der KupoGe-Landesgruppe Niedersachsen,

nach dem konstituierenden Treffen im August möchten wir Sie gerne über aktuelle Aktivitäten des Sprecherrates und der Mitglieder informieren.

   

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung im August fand eine erste inhaltliche Veranstaltung im Börsensaal der Calenberg-Grubenhagensche Landschaft in Hannover statt. Die Podiumsdiskussion mit den kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der im Landtag vertretenen Parteien am 5. Oktober 2017 litt erheblich unter den extremen Witterungsbedingungen (Sturmtief Xavier). So war Volker Bajus (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) aufgrund der allgemeinen Verkehrssituation verhindert. Die geplante Mitgliederversammlung musste ausfallen; lediglich neun Mitglieder schafften es zur Veranstaltung. Der Kurzbeitrag »Kulturelle Teilhabe« von Thomas Renz (Peine) animierte gelungen die Diskussion. Die geringe Teilnehmerzahl hatte immerhin eine intensive, inhaltlich differenzierte und profunde Diskussion zur Folge. Die kulturpolitischen Schwerpunkte der Landtagsabgeordneten »Kulturfördergesetz« (Ulf Prange, SPD), »Landeskulturrat« (Almuth von Below-Neufeldt, FDP) und »Bibliotheksentwicklungsplan« (Jörg Hillmer, CDU) initiierten eine engagierte, inhaltlich vertiefte, in Teilen auch kontroverse Diskussion.

   

Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung ist im Rahmen der Tagung »lokal – regional – mobil. Kulturpolitik und Kulturarbeit in ländlichen Räumen (Arbeitstitel)« beim 63. Loccumer Kulturpolitischen Kolloquium der Evangelischen Akademie Loccum (16. bis 18. Februar 2018) geplant. Bis dahin werden die sogenannten Projektgruppen ihre Arbeit aufnehmen.

   

Die Projektgruppen fungieren als Ebene zwischen den Treffen der Mitglieder aus Niedersachsen und dem Sprecherrat und sichern die inhaltliche Arbeit der Landesgruppe. Frei in der Themenwahl kann potenziell jedes Mitglied der Landesgruppe eine Projektgruppe gründen und koordinieren. Ziel es ist, dezentral an einem Thema zu arbeiten und die Ergebnisse sowohl bei Mitgliederversammlungen als auch bei einer Tagung oder Veranstaltung zu präsentieren. Die Mitglieder des Sprecherrats sind jeweils auch in einer Projektgruppe vertreten. Um den Anfang zu machen, finden Sie folgend vier Projektgruppen, in denen aktuell gearbeitet wird. Bitte kontaktieren Sie die Ansprechperson, um an der Arbeit der Gruppe zu partizipieren. Wenn Sie selbst eine Projektgruppe gründen wollen, können Sie das über die neu eingerichtete Mailingliste gerne tun.

   

1) Projektgruppe Zielvereinbarungen, Vertrags- und Kontraktförderungen

Ansprechpartner: Olaf Martin, om@landschaftsverband.org

Seit etwa 15 Jahren ist es seitens der Geldgeber in Niedersachsen üblich geworden, nicht mehr nur einfache Zuwendungsbescheide auszufertigen, sondern umfangreiche Verträge mit den Geförderten abzuschließen, vor allem bei mehrjährigen oder institutionellen Förderungen. Zeit für eine erste Bilanz! Wurde die Förderpolitik der verschiedenen Ebenen damit zielgerichteter? Wo und mit welchen Ergebnissen wurden diese Förderinstrumente schon einmal evaluiert? Ist die Verteilung der Mittel beweglicher geworden oder blieben die Besitzstände unverändert? Wie ist die Gefahr einer Umsatzsteuer auf diese Einnahmen einzustufen? Die Projektgruppe wird Erkenntnisse und Erfahrungen aus Niedersachsen sammeln und bewerten. Innerhalb von zwei Jahren sollten diese Ergebnisse in eine kleine Fachtagung auf Landesebene einmünden oder in eine größere KupoGe-Tagung eingebracht werden. Das erste Treffen der Projektgruppe findet am Donnerstag 14. Dezember 2017 um 16:00 Uhr in Hannover statt. Interessenten für eine Mitarbeit melden sich bitte – auch wenn sie an diesem Termin nicht teilnehmen können – direkt bei Olaf Martin. Der genaue Ort des Treffens wird noch mitgeteilt.

   

2) Projektgruppe Rechtspopulismus

Ansprechpartner: Johannes Crückeberg, johannes.crueckeberg@uni-hildesheim.de

2017 ist zum ersten Mal eine rechtspopulistische Partei in den niedersächsischen Landtag eingezogen. Diese Zäsur muss auch aus kulturpolitischer Warte diskutiert werden: Welche kulturpolitischen Ideen verfolgt die AfD in Niedersachsen und bundesweit? Ist eine kulturpolitische Leitlinie sichtbar und wie wird positioniert sich die AfD zur Kunstfreiheit? Außerdem soll diskutiert werden, wie kulturelle und zivilgesellschaftliche Akteure mit den Rechtspopulisten umgehen können: Ignorieren oder Diskutieren? Diese Projektgruppe wird sich mit Rechtspopulismus auseinandersetzen, auch auf andere Bundesländer schauen, und ihre Ergebnisse in Veröffentlichungen oder auf Tagungen präsentieren.

   

3) Projektgruppe Theaterpolitik

Ansprechpartnerin: Mara Ruth Käser, marakaeser@posteo.de

Die Projektgruppe wird sich mit Veränderungen institutioneller Rahmenbedingungen sowie kultur- und arbeitspolitischen Praktiken im Bereich des öffentlich geförderten Theaters beschäftigen. Insbesondere die Analyse von Förderstrukturen, Spielstätten, Produktions- und Organisationsformen, Kooperationen zwischen freien Theatern und Kollektiven mit Stadt- und Staatstheatern und die spezifischen Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen stehen im Zentrum des Interesses. Ziel ist die Herausarbeitung einer kulturpolitischen Position bezüglich der Dichotomie des heutigen deutschen Theatersystems. Zur Projektgruppe sind ausdrücklich Mitglieder der KuPoGe aus Kulturverwaltung, Verbänden und der Praxis eingeladen, um gemeinsam am Vorhaben zu arbeiten. Interessenten wenden sich bitte an Mara Ruth Käser. Ort und Zeit des Treffens werden noch festgelegt.

   

4) Projektgruppe Kultur in ländlichen Räumen

Ansprechpartner: Hans-Jörg Siewert, joerg.siewert@web.de

Wie sehen die ländlichen Räume, über die wir sprechen, im Detail aus? Gibt es Spezifika ländlicher Kulturarbeit und -politik? Welche Chancen hat Kulturarbeit in ländlichen Räumen? Wie kann eine erfolgreiche Kulturarbeit aussehen? Unter welchen Bedingungen können räumliche Nähe, hohe Kommunikations- und Informationsdichte günstige Voraussetzungen für kreative und innovative Prozesse sein. Die Projektgruppe soll bewusst breit angelegt sein. Sie ist offen für weitere Fragen und Schwerpunkte. Themen könnten z.B. sein: kulturelle Transformationsprozesse; interkommunale Zusammenarbeit; Kulturschaffende als Agenten des Wandels; Breitenkultur. Interessenten sind gebeten ihre Vorstellungen der KuPoGe-Landesgruppe zu mailen. Sinnvoll erscheint es Veranstaltungen in Kultureinrichtungen vor Ort zu organisieren. Schon am Di. 21.11.2017 19 Uhr wird ein Fachgespräch im Kulturzentrum Alte Polizei in Stadthagen stattfinden. Schwerpunkt ist die Rolle der Kleinstadt in ländlichen Räumen (z.B. Wechselwirkungen zwischen den Akteuren; mögliche koordinierende, initiierende Funktion). Erfahrungen aus anderen Kleinstädten werden einbezogen. Die Organisation der Veranstaltung liegt bei der Geschäftsführung der Alten Polizei. Es bietet sich Bezug zu den Beratern der LAGS Niedersachsen an; ferner Austausch mit anderen KuPoGe-Landesgruppen sowie weiteren Initiativen auf Länderebene wie z.B. Kulturregion Schwäbische Alb.

   

Desweiteren fand am 21. Oktober 2017 das Treffen der KuPoGe Landes- und Regionalsprecher und -sprecherinnen statt, an dem für die Landesgruppe Niedersachsen Mara Ruth Käser teilgenommen hat. Auf dem Programm standen eine Diskussion über den Start einer möglichen gemeinsamen Datenbank der Landes/RegionalgruppensprecherInnen, das Thema Lohnempfehlungen/Mindestlöhne im Kulturbereich sowie der Austausch zu aktuellen Fragen in den Landes- und Regionalgruppen. Zum Umgang mit identitären und rechtspopulistischen/rechtsextremen Parteien und Gruppen und deren Kulturbegriff im parlamentarischen Alltag und in der Praxis gab es einen Impulsbeitrag von Manuela Lück, Referentin für Bildung und Kultur sowie Arbeit, Soziales und Integration der SPD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt sowie von David Begrich, Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei „Miteinander Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.“ Das Treffen schloss mit aktuellen Informationen u.a. zur Kulturpolitikforschung im Institut für Kulturpolitik und Anregungen für die Geschäftsstelle aus den Landes- und Regionalgruppen. Das nächste Treffen ist im Frühjahr 2018 geplant. Sobald der Termin feststeht, werden wir bei Ihnen, liebe Mitglieder, mögliche Anliegen abfragen, die wir beim Treffen thematisieren sollen.

   

Um die Kommunikation innerhalb unserer Landesgruppe sicherzustellen, wurde eine Mailingliste angelegt, über die Sie diese Rundmail jetzt auch erhalten haben. Die Mailingliste hat die Adresse »kupoge-nds-liste@kulturregionen.org«. Eine an diese Adresse gesendete E-Mail wird automatisch an alle in der Liste eingetragenen Mitglieder weitergeleitet. Vorteile:

   

Der Sprecherrat wird künftig nur noch diese Liste für den Versand von Informationen zur Regionalgruppenarbeit verwenden. Auch Sie können E-Mails an diese Liste – d.h. an die Adresse »kupoge-nds-liste@kulturregionen.org« – senden und damit alle eingetragenen KupoGe-Mitglieder erreichen. Davon sollten Sie jedoch nur Gebrauch machen, wenn es um wichtige, für Alle relevante Informationen geht. Eine solche E-Mail wird vom Sprecherrat freigegeben, die Zustellung kann also u.U. mit einer gewissen Verzögerung erfolgen.

   

Mit den besten Grüßen,

Ihr Sprecherrat

   

   

Wiederaufnahme der Arbeit

Bei der Umsetzung einer aktiven Kultur- und Gesellschaftspolitik bilden die Landes- und Regionalgruppen der Kulturpolitischen Gesellschaft eine wichtige Säule. In Niedersachsen gab es seit den 1990er Jahren eine KuPoGe-Landesgruppe, deren Arbeit jedoch personell bedingt 2006/07 eingestellt wurde. Zehn Jahre später kam es am 15. August 2017 im Pavillon Hannover zu einer Neugründung beziehungsweise zur Wiederaufnahme der Arbeit der Landesgruppe Niedersachsen.

   

Die anwesenden KuPoGe-Mitglieder deckten ein breites Berufs- sowie Altersspektrum ab. Neben den Verantwortlichen von Landesverbänden (z.B. LAG Soziokultur, Museumsverband, LV Kunstschulen) waren MitarbeiterInnen kommunaler Kulturverwaltungen, von Stiftungen, Landschaftsverbänden, Universitäten, Akademien, Festspielen, Bibliotheken und diversen weiteren Kultureinrichtungen aus unterschiedlichen Sparten vertreten. Die Landesgruppe fasst momentan in Niedersachsen insgesamt 130 persönliche und institutionelle Mitglieder.

Die Sprecher der Landesgruppe (v.l.n.r.): Hans-Jörg Siewert, Mara Käser, Olaf Martin und Johannes Crückeberg

   

Der gewählte Sprecherrat besteht aus Mara Ruth Käser, Doktorandin am Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft der Universität Hannover, Johannes Crückeberg, Doktorand am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, Olaf Martin, Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Südniedersachsen, und Dr. Hans-Jörg Siewert, vormals Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur und aktuell freier Kulturberater. Neben dem Sprecherrat wird es Projektgruppen geben, in denen sich die Mitglieder der Landesgruppe organisieren. Ziel ist die Erarbeitung konkreter inhaltlicher Positionen und die Organisation von Veranstaltungen. Diese sollen abwechselnd in verschiedenen niedersächsischen Kommunen stattfinden.

   

Zukünftige Themen der Landesgruppe werden insbesondere Kultur und Kulturförderung im ländlichen Raum im Zuge des demographischen Wandels sowie die Herausforderungen der Zuwanderungsgesellschaft sein. Der auf drei Jahre gewählte Sprecherrat sieht seine Aufgaben darin, thematisch relevante Veranstaltungen in kulturellen Einrichtungen Niedersachsens auf den Weg zu bringen, neue Mitglieder für die Kulturpolitische Gesellschaft zu werben und die Landesgruppenarbeit kommunikativ wie organisatorisch zu gestalten. Die Landesgruppe sieht sich selbst als Austauschforum und kulturpolitischen »Think Tank« mit konkretem niedersächsischem Bezug.

   

Neben einer öffentlichen Veranstaltung mit den kulturpolitischen SprecherInnen der im niedersächsischen Landtag vertretenen Parteien Anfang Oktober sind der Besuch der Sprechertagung in Kassel im Oktober sowie des Kulturpolitischen Kolloquiums der Evangelischen Akademie Loccum 2018 geplant. Auch ist bereits ein Praxisbesuch im Kulturzentrum Alte Polizei, Stadthagen und im Kulturamt Osnabrück im Gespräch. Der Konsolidierungsprozess der neuen KuPoGe-Landesgruppe Niedersachsen wird durch die beiden Vorstandsmitglieder Friederike Menz und Hagen Lippe-Weißenfeld (beide NRW) sowie durch die Geschäftsstelle der Kulturpolitischen Gesellschaft in Bonn unterstützt.

Mara Ruth Käser

   

Kontakt

Kontakt: niedersachsen@kupoge-regional.de

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