Regionalgruppe Rhein-Neckar

Aktuell

Kennenlernen dank KuPoGe – Ministeriumsvertreter diskutieren über Regionalität

Wo bestehen kulturpolitische Verbindungen zwischen Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen? Was können die Länder tun, um länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Realisierung von Kulturprojekten zu fördern und bürokratische Hürden abzubauen? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion »Zusammen mehr erreichen – gemeinsame Kulturpolitik in Rhein-Neckar« der Regionalgruppe Rhein-Neckar am 1. Dezember 2016 in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Die Veranstaltung bildete den Abschluss einer Reihe zum Thema »Regionalität von Kulturpolitik«. Zu Gast waren Ulrich Adolphs, Referatsleiterleiter für kulturpolitische Grundsatzfragen im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Christoph Peichl als Leiter des Grundsatzreferats im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg und Christoph Kraus als Leiter der Kulturabteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz. Auf dem Podium saßen zudem die Sprecher der Regionalgruppe, Susanne Dengel, David Maier und Ingo Schöningh. Einleitend dankten sie Susanne Wichert, der Direktorin der Reiss-Engelhorn-Museen, für ihre Gastfreundschaft.

von links nach rechts: Susanne Dengel, David Maier und Dr. Ingo Schöningh

  

Zum Begriff der »Region«

Klärungsbedarf bestand zu Beginn der Diskussionsrunde hinsichtlich des Begriffs der »Region«. Die Vertreter der Ministerien verstanden unter dem Begriff der Region zunächst ländlich geprägte Gebiete innerhalb ihrer Landesgrenzen. Der Sprecherkreis der Regionalgruppe verwendete den Begriff hingegen für die stark urban geprägte Metropolregion Rhein-Neckar. Die Region ist wirtschaftlich und nicht politisch geformt, umschließt Gebiete von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Für die Menschen aus Mannheim, Ludwigshafen und der Umgebung spielen die Ländergrenzen in ihrem Alltag dementsprechend eine eher untergeordnete Rolle. Zwar gibt es hier die durch den Staatsvertrag der Länder geschlossene Metropolregion Rhein-Neckar GmbH – ihr Kulturbüro verfügt jedoch über keine operativen Mittel.

  

Zum Förderdschungel und Bürokratieabbau

Die Ministeriumsvertreter sahen indes keinen Raum für eine gemeinsame Kulturpolitik in Rhein-Neckar, denn eine länderübergreifende Förderung scheitere spätestens an der Landeshaushaltsordnung. Impulse für Kooperationen sollten daher »von unten« kommen. Für Kulturveranstaltungen in den jeweiligen Landesgebieten könnten dann Kulturförderanträge gestellt werden. Aus dem Publikum war hingegen zu hören, dass man sich auch Impulse von Seiten der Länder wünsche. Eine stärkere Transparenz hinsichtlich der Förderstrukturen könnte Kulturakteuren Orientierung bieten, so der Sprecherkreis, Anträge bei drei verschiedenen Ministerien zu stellen, bedeute zudem einen erhöhten Arbeitsaufwand.

  

Intensiviere Vernetzung und mehr Kooperationen

Einig war man sich darüber, dass Vernetzung auf lokaler und regionaler Ebene von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Gestaltung und Finanzierung von Kulturpolitik sei. Als Best-Practice-Beispiele für regionale Formate, die an verschiedenen Orten stattfinden, wurden benannt: »Matchbox«, das wandernde Kunst- und Kulturprojekt des Kulturbüros der Metropol-Region und »Timelines«, das gemeinsame Ausstellungsprojekt von Port25 Mannheim und dem Kunstverein Ludwigshafen. Im Rahmen der Veranstaltung konnten war keine weiteren Kooperationen initiiert werden doch sensibilisierte die Diskussion zumindest für die besondere Situation der Kultur in Rhein-Neckar. Unser Fazit: Eine bessere Kommunikation zwischen den Ministerien ist nicht nur wünschenswert sondern zwingend – die Vertreter der Ministerien begegneten sich an diesem Abend nämlich das erste Mal.

Der Sprecherkreis der Regionalgruppe

Susanne Dengel, David Maier, Dr. Ingo Schöningh

  

   

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Portrait

Die Regionalgruppe Rhein-Neckar ist die erste regionale Interessenvertretung der Kulturpolitischen Gesellschaft, die über drei Landesgrenzen hinweg (Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg) tätig ist. Auch hier lenkt ein Sprecherrat in organisatorischer und inhaltlicher Hinsicht die Geschicke der Regionalgruppe, der sich im Sommer 2016 mit Unterstützung des Kulturbüros der Metropolregion Rhein-Neckar neu aufgestellt hat. Als Sprecher der Regionalgruppe fungieren seitdem Susanne Dengel, David Maier und Dr. Ingo Schöningh.

 

Kontakt

Susanne Dengel, David Maier & Dr. Ingo Schöningh

T +49 (0) 62 41 85 4 37 45

rhein-neckar@kupoge-regional.de

www.facebook.com/KulturpolitischeGesellschaftRheinNeckar/

 

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