Pressemitteilungen 2018

Kulturpolitische Gesellschaft wählt neuen Vorstand

Dr. Tobias J. Knoblich wird neuer Präsident – Bundestagsabgeordnete Melanie Bernstein (CDU/CSU) und Erhard Grundl (Bündnis 90/Die Grünen) neu im Vorstand – Generationenwechsel im KuPoGe-Vorstand – Neujustierung der Kulturpolitik gefordert

  

Die 18. Ordentliche Mitgliederversammlung der Kulturpolitischen Gesellschaft hat am 24. November neben dem Präsidenten und dem Geschäftsführenden Vorstand auch die 16 Beisitzer*innen des Vorstands neu gewählt. Dem neuen Vorstand werden in den nächsten drei Jahren zehn neue Mitglieder angehören.

  

Dr. Tobias J. Knoblich (Kulturdirektor der Landeshauptstadt Erfurt) ist neuer Präsident. Er folgt auf Prof. Dr. Oliver Scheytt, der nach 21 Jahren als Präsident nicht mehr kandidiert hat.

  

Als neuer Vizepräsident wurde Andreas Bialas, MdL (Kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW) gewählt. Prof. Dr. Birgit Mandel (Universität Hildesheim) wurde als Vizepräsidentin bestätigt. Schatzmeister des Vorstands bleibt der ehemalige Leiter der Kulturbetriebe Dortmund, Kurt Eichler.

  

Insgesamt repräsentiert der Vorstand eine große Breite kulturpolitisch relevanter Akteure in Deutschland wie die Kulturpolitische Gesellschaft selbst: von den Organisationen der Zivilgesellschaft über die Kommunen und Länder bis hin zur Bundeskulturpolitik, die mit den kulturpolitischen Sprecher*innen der Fraktionen CDU / CSU und Bündnis 90 / Die Grünen im neuen Vorstand vertreten ist.

  

»Mit dem neuen Vorstand ist auch ein Generationenwechsel im Vorstand eingeleitet worden, der den kommenden Herausforderungen entspricht und unserem Verband neue Wege erschließen wird. Schon im Frühjahr wollen wir dafür die Weichen stellen«, erklärte der neue Präsident Dr. Tobias J. Knoblich. Er stellte dazu eine Klausurtagung des neuen Vorstands in Aussicht sowie eine Novellierung des Grundsatzprogramms.

Der neue Vorstand auf einen Blick: https://kupoge.de/vorstand.html

  

  

Der Bund braucht eine überzeugende Agenda für Kultur und Zukunft!

Kulturpolitische Gesellschaft spricht sich für Neuausrichtung der Kulturpolitik aus

»Bezogen auf die nächsten Dekaden steht mit Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse und globalen Risiken eine Neuausrichtung der Kulturpolitik an. Dabei wird es auch darum gehen müssen, wie die Menschen in Zukunft leben wollen und können. Die alte Frage nach den Grenzen des Wachstums und die sich daraus ergebenden Sachzwänge und notwendigen Entscheidungen werden alle Politikbereiche immer mehr herausfordern.« So heißt es einleitend in der Erklärung des Vorstands vom 23. November 2018, die Bezug nimmt auf die Ankündigung im Kulturteil des Koalitionsvertrages 2018 der Bundesregierung zwischen CDU / CSU und SPD, eine »Agenda für Kultur und Zukunft« erarbeiten und zur Grundlage ihrer Politik machen zu wollen. Zwölf Themen werden dabei herausgegriffen, die auch als KuPoGe-Maßstab für die Beurteilung der Bundeskulturpolitik gelesen werden können. Ganz oben auf der Agenda: eine nachhaltige und klimagerechte Kulturpolitik.

Erklärung

Bonn, 26. November 2018

  

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie hier.

  

  

Bund stärkt Kulturpolitische Forschung und Qualifizierung mit 2,5 Mio. Euro

 

Das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft erhält durch eine verstärkte Bundesförderung eine neue Rolle in der bundesweiten Profilierung der Kulturpolitik. In der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages am 8. November wurde beschlossen, dass in den nächsten fünf Jahren insgesamt 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, mit denen ein neues Programm zur Kulturpolitikforschung und zum Kulturmonitoring realisiert werden kann. Bausteine des Programms sind die Initiierung einer Kulturpolitischen Akademie, die Entwicklung eines »Deutschen Kulturpolitikpreises«, sowie die Erarbeitung eines »Berichts zur Lage der Kultur in Deutschland«. Dafür soll ein kulturpolitisches Informationssystem entwickelt werden, das auch einen Kulturnutzungsindex umfasst, um die Wirkungen der Kulturförderung in Deutschland zu reflektieren.

  

Der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft Prof. Dr. Oliver Scheytt und der Leiter des Instituts für Kulturpolitik Dr. Norbert Sievers erklären: »Wir freuen uns sehr, dass mit den künftig vom Bund bereitgestellten zusätzlichen Mitteln ein Quantensprung in der bundesweiten kulturpolitischen Qualifizierung möglich ist. Das ist eine sehr gute Nachricht sowohl für die Kulturpolitische Gesellschaft auch für die Kulturpolitik in Deutschland insgesamt. Da sich die Rahmenbedingungen für die kulturelle Produktion und Rezeption rasant ändern, ist es notwendig, valide Daten und Basisinformationen zur Situation der kulturellen Infrastruktur und zur kulturellen Teilhabe allen kulturpolitischen Akteuren in Bund, Ländern und Kommunen bereitzustellen. Dies ist unsere Aufgabe und Verpflichtung in den nächsten Jahren.«

  

Das Institut für Kulturplitik der Kulturpolitischen Gesellschaft wird schon seit langem vom Bund gefördert und gibt seit 2001 das Standardwerk »Jahrbuch für Kulturpolitik« heraus. Zudem veranstaltet die Kulturpolitische Gesellschaft mit seinem Institut den »Kulturpolitischen Bundeskongress«. Mit rund 1500 Mitgliedern ist dieser Verband das größte Netzwerk kulturpolitisch engagierter Persönlichkeiten in Deutschland.

  

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie hier.

  

  

Klarer Auftrag für eine konzeptbasierte Kulturpolitik

Der Kulturteil im Koalitionsvertrag

Der Kulturteil im Koalitionsvertrag zeigt neben altbekannten programmatischen Aussagen auch neue Perspektiven auf. Die neue Regierung in spe setzt auf eine »moderne und ermöglichende Kulturpolitik«, die zentrale gesellschaftliche Herausforderungen wie »Integration, Inklusion, Demografie, Digitalisierung, Gleichstellung, Populismus, Zukunft von Arbeit und Kommunikation« in den Blick nimmt. Mit einer »Agenda für Kultur und Zukunft« soll die Kulturförderung des Bundes gemeinsam mit den Ländern weiterentwickelt werden. Ferner ist vorgesehen, die »Lage von Kunst und Kultur in unserem Land« im Deutschen Bundestag im Rahmen einer »Orientierungsdebatte« zu diskutieren. Zentrale Probleme der Kunst und Kultur in Deutschland, wie etwa die soziale Lage der Künstlerinnen, Künstler und Kreativen, sollen untersucht werden, um auf dieser Grundlage die Förderinstrumente des Bundes zu überprüfen. Kernthemen des Kulturteils sind u.a. die Entwicklung der kulturellen Infrastruktur und die Realisierung von Verteilungs-und Teilhabegerechtigkeit, nicht zuletzt in ländlichen Räumen. Dafür sollen infrastrukturbezogene Programme und die Angebote der kulturellen Bildung ausgebaut und qualifiziert werden. Vorgesehen ist auch, »bewährten Förderinstrumente, wie die Bundeskulturfonds« auszubauen und generell die Zuwendungspraxis des Bundes zu vereinfachen und zu entbürokratisieren.

  

Die Kulturpolitische Gesellschaft bewertet den Kulturteil nach der ersten Lektüre positiv. Präsident Prof. Dr. Oliver Scheytt sieht in dem Papier einen Fortschritt gegenüber der bisherigen Politik: »Der Koalitionsvertrag ist eine sehr gute Basis für die Kulturpolitik des Bundes in den nächsten vier Jahren. Besonders hervorzuheben sind die Ausführungen zur kulturellen Infrastruktur und Kulturellen Bildung sowie zu strukturschwachen und ländlichen Regionen. Damit wird an die Empfehlungen des Enqueteberichts des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2007 angeknüpft und die Richtung für eine konzeptbasierte Kulturpolitik markiert. Jetzt müssen den Worten Taten folgen, noch mehr, als dies in der letzten Legislaturperiode der Fall war.«

  

Ein differenzierte Auseinandersetzung mit dem Kulturteil folgt in der nächsten Ausgabe der Kulturpolitischen Mitteilungen.

Bonn, 7. Februar 2018

 

PDFDie Erklärung als PDF finden Sie hier.