Kurznachrichten Kultur

Kurznachrichten Oktober 2026

 

Denkmalschutz gegen Klimaverbesserung

In München ist ein Streit über die Umgestaltung der Münchner Ludwigstraße entflammt. Während die Stadtverwaltung nach Pariser Vorbild daraus eine von Bäumen gesäumte, grüne Flaniermeile machen will, um der Aufheizung der Innenstadt zu begegnen, sehen Kritiker*innen darin eine „Zerstörung der Denkmalcharakteristika dieses stadtbaukünstlerischen Gesamtkunstwerks“.

www.faz.net

 

Habermas-Villa denkmalwürdig

Die am Starnberger See gelegenen Villa des kürzlich verstorbenen Jürgen Habermas ist unter Denkmalschutz gestellt worden. Wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mitteilte, gilt das Haus „als bedeutendes Zeugnis des Übergangs vom Neofunktionalismus zur Postmoderne“. Bei der Planung der Villa waren der Hausherr und seine Frau aktiv in die Arbeit der Architekten Hilmer und Sattler eingebunden.

www.br.de

 

KI-Musik schwindet

Der Musikstreaming-Anbieter Spotify verbannt KI-generierte Künstleridentitäten systematisch aus allen automatischen Playlist-Empfehlungen und Radioangeboten. KI-generierte Musik bleibt zwar weiterhin auf der Plattform auffindbar, erreicht das Publikum aber nur noch dann, wenn Nutzer*innen dem Angebot explizit folgen oder gezielt danach suchen.

www.deutschlandfunk.de

 

Welterbe-Infozentrum zu teuer

Die Stadt Darmstadt hat den geplanten Neubau eines Informationszentrums auf der Mathildenhöhe gestoppt. Nach Ansicht der Stadtverwaltung sind die Baukosten für das gleichnamige Gebäudeensemble aus dem Ruder gelaufen und müssen neu kalkuliert werden. Die Mathildenhöhe gilt als herausragendes Beispiel des Jugendstils in Deutschland und ist eingetragenes Unesco-Welterbe.

www.mathildenhoehe.de

 

Musikfonds feiert Geburtstag

Der Musikfonds e.V. wird im Oktober 10 Jahre alt. Seit seiner Gründung auf Initiative der ehemaligen Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, hat die Fördereinrichtung mehr als 6.200 Projekte und Stipendien bewilligt und dafür rund 62 Mio. Euro verausgabt. Ziel des Musikfonds ist die „Förderung der aktuellen Musik aller Sparten in ihrer Vielfalt und Komplexität“.

www.musikfonds.de

 

Nacht der Bibliotheken

Nach den guten Erfahrungen mit der Premiere 2026 wir es auch im nächsten Jahr eine „Nacht der Bibliotheken“ geben. Sie steht dann unter dem Motto „Vielfalt. Begegnung, Miteinander“ und findet bundesweit am 23. April statt. Entsprechende Werbematerialien, Veranstaltungshinweise und Tipps zu Fördermöglichkeiten können noch bis zum 30. November 2026 auf der eigens eingerichteten Website heruntergeladen werden.

www.nachtderbibliotheken.de

 

game-Jahresreport 2026

Anlässlich der diesjährigen Computerspielemesse „gamescom“ hat der Verband der deutschen Games-Branche seines Jahresreport 2026 veröffentlicht. Die dort präsentierten Marktdaten für das Kalenderjahr 2025 weisen einen Umsatz von 9,4 Mrd. Euro aus. Das entspricht einem Wachstum von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutschland ist inzwischen der größte Games-Markt in Europa und der fünfgrößte weltweit.

www.game.de

 

Denkmalschutz bröckelt

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat den Verlust von mehr als 2.000 Denkmalen in den letzten zwei Jahren beklagt. Schuld daran sei laut aktuellem Schwarzbuch der Stiftung „abgeschwächte Gesetze“ sowie ein „Zerrbild als Verhinderer“. Auch das häufig vorgebrachte Argument der „wirtschaftlichen Unzumutbarkeit“ denkmalpflegerischer Maßnahmen begünstige das Verschwinden historisch wertvoller Gebäude.

www.denkmalschutz.de

 

ARTEMIS Digital

So nennt sich das Angebot des Frankfurter Städel Museums, das hat mit dem Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität Frankfurt das erste digitale, kunstbasierte Vermittlungsformat für Menschen mit Demenz entwickelt hat. „ARTEMIS Digital“ lädt ein, die Werke der Städel-Sammlung interaktiv zu erkunden und möchte das Wohlbefinden und die Selbstwirksamkeit von Menschen mit Demenz steigern.

www.staedelmuseum.de

 

Bauhaus-Manifest verabschiedet

Vor dem Hintergrund der AfD-Anfeindungen haben auf Initiative von Staatsminister Weimer Verbände und Institutionen aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur sowie Kirchen das Bauhaus-Manifest 2026 verabschiedet. Es versteht sich als kultur- und gesellschaftspolitisches Bekenntnis zu den demokratischen Prinzipien, die das Bauhaus bis heute zu einer weltweit prägenden kulturellen Ikone machen.

www.kulturstaatsminister.de

 

Kinobilanz 1.Halbjahr 2026

Die Filmförderanstalt hat ihre Kinobilanz für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Danach wurden in den deutschen Kinos von Januar bis Juni 2026 47,5 Mio. Tickets verkauft und ein Umsatz von 502,2 Mio. Euro erzielt. Damit konnte wieder an die Ergebnisse aus der Vor-Corona-Zeit angeknüpft werden. Der Kinobestand ist weiterhin weitgehend stabil. Die Zahl der Spielstätten ist im Vergleich zu Ende sogar 2025 leicht gestiegen.

www.ff.de

 

Mehr Kulturbesuche

Die Stiftung für Zukunftsfragen hat ihren Freizeitmonitor 2026 vorgelegt. Da sie dies bereits seit 1986 tut, sind Langzeitvergleiche möglich. Der Freizeitmonitor konstatiert daher einen Wandel im Kulturbereich. So besuchen gegenwärtig mehr Bundesbürger*innen wenigstens einmal jährlich einen Freizeit- und Vergnügungspark, Museen und Kunstausstellungen, Zoos und Tierparks sowie Konzerte und Festivals als noch vor zehn Jahren.

www.stiftungfuerzukunftsfragen.de

 

Ältere Nachrichten

Kurznachrichten September 2026

 

Tschechien schafft Rundfunkgebühren ab

Die tschechische Regierung will Rundfunkgebühren zur Finanzierung öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten abschaffen und durch direkte Mittel aus dem Staatshaushalt ersetzen. Nach jetzigem Stand müssten damit Rundfunk und Fernsehen in Tschechien mit 15 Prozent weniger Einnahmen auskommen. Kritiker*innen befürchten, dass der Schritt die Unabhängigkeit der Medien im Land gefährden könnte.

www.deutschlandfunk.de

 

Opferdenkmal 17. Juni 1953

Am 17. Juni 1953 kam es zum Volksaufstand in der DDR gegen des SED-Regime. Der staatliche Feiertag wurde später durch den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ersetzt. Nun soll ein Denkmal in unmittelbarer Nähe des Deutschen Bundestages an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland erinnern. Kulturstaatsminister Wolfram Weimar stellt dafür 5 Mio. Euro bereit.

www.kulturstaatsminister.de

 

Kulturelles Erbe schützen

Der Verband der Restaurator*innen (VDR) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) haben eine gemeinsame Stellungnahme zum Kulturgutschutz verabschiedet. Darin fordern sie, „den Kulturgutschutz in Deutschland gesetzlich zu verankern, strategisch weiterzuentwickeln und dauerhaft als Bestandteil moderner Sicherheits-, Resilienz- und Gefahrenabwehrstrukturen zu etablieren“.

www.restauratoren.de

 

Neue Frauenhäuser für Berlin

Die deutsche Hauptstadt bekommt zwei neue Frauenhäuser. Laut Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe steigt damit der Bestand auf 11 Einrichtungen, was eine Steigerung gegenüber 2020 um knapp 50 Prozent entspricht. Dennoch ist der Bedarf weitaus größer, zumal die Zahl der Opfer männlicher Gewalt weiter ansteigt. Lediglich 276 Frauen und ihre Kinder kann Berlin zurzeit in einem Frauenhaus unterbringen

www.berlin.de

 

Musik-Flieger

Nach einer entsprechenden Einigung im Europäischen Parlament werden Flugreisen von Musiker*innen mit Instrumenten in Zukunft einfacher. Danach dürfen Instrumente grundsätzlich mit in die Kabine, wenn Sicherheits-, Kapazitäts- und Gepäckregeln eingehalten werden. Größere Instrumente können auf einem zusätzlich gebuchten Sitzplatz mitreisen, bestimmte Steuern und Gebühren fallen dafür nicht an.

www.musikrat.de

 

NRW-Kultur-Schecks

Das nordrhein-westfälische Kulturministerium fördert öffentliche Kulturveranstaltungen und Veranstaltungsreihen mit einem Festbetrag von 500 Euro, wenn für die Durchführung mindestens 500 Euro an förderfähigen Ausgaben entstanden sind. Ziel der Maßnahme ist es, „das kulturelle Leben im ländlichen Raum zu stärken, ehrenamtliches Engagement sichtbar zu machen und Menschen vor Ort zusammenzubringen“.

www.mkw.nrw

 

Bibliotheken vor Sonntagsöffnung

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass öffentlichen Bibliotheken künftig die Sonn- und Feiertagsöffnung ermöglicht werden soll. Damit werden Bibliotheken anderen Kulturorten wie Konzerthäusern, Theatern, Kinos und Museen gleichgestellt. Bibliotheken sollen unter Einbeziehung der örtlichen Personalvertretungen selbst über die Öffnung an Sonn- und Feiertagen entscheiden können.

www.kulturstaatsminister.de

 

Denkmalsturz oder Metallklau?

Im sauerländischen Hemer ist die Bronzestatue des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin aus dem Friedenspark entwendet worden. Das 1994 eigeweiht Denkmal war ein Geschenk der russischen Partnerstadt Schelkowo und sollte die Freundschaft zwischen Deutschen und Russen dokumentieren. Während in Moskau von russlandfeindlicher Cancel Culture gesprochen wird, vermutet die Polizei in Hemer Metalldiebe als Täter.

www.hemer.de

 

Theater Hagen im Aufwind

In der Spielzeit 2025/26 konnte das Theater in Hagen mehr Publikum für sich gewinnen. Mit knapp 110.000 Besucher*innen verzeichnete das Haus ein Plus von 12 Prozent gegenüber der vorherigen Saison. Die Gesamtauslastung stieg damit auf 70 Prozent – gegenüber 61 Prozent 2024/25. Auch die Einnahmen erhöhten sich auf 2,22 Mio. Euro, eine Steigerung um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis.

www.theaterhagen.de

 

Hessische Kulturwirtschaft im Plus

Die hessische Kultur- und Kreativwirtschaft hat 2024 einen Rekordumsatz von 17,6 Mrd. Euro erwirtschaftet. Laut Aussage von Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori sind die Umsätze von Software, Games und Musik gewachsen, die von Presse, Film, Rundfunk, Kunst und Buchmarkt jedoch zurückgegangen. Wachstumstreiber seien die Software- und Gamesindustrie, der Markt für darstellende Künste sowie die Musikwirtschaft.

www.fr.de

 

Ungarn ohne Gutenberg-Galaxis?

In Ungarn gibt es keine gedruckte politische Tageszeitung mehr. Die der früheren Fidesz-Regierung nahestehende Zeitung Magyar Nemzet erscheint künftig nur noch als Wochenzeitung. Auch die linksgerichtete Tageszeitung Népszava stellt ihre tägliche Printausgabe ein. Als Gründe dafür werden eine verändertes Leseverhalten, sinkende Werbeeinnahmen und fehlende staatliche Unterstützung genannt.

www.eurotopics.de

 

Mehr Geld für Yad Vashem

Die Bundesregierung erhöht ihre jährliche finanzielle Unterstützung für die Holocaust-Gedenkstätte. Bis Ende des Jahrzehnts sollen die Zuwendungen von bislang 1 Mio. Euro jährlich auf 5 Mio. Euro steigen. Laut Außenminister Johann Wadepul, bleibe es Deutschlands Verpflichtung, der „grassierenden Relativierung oder sogar Leugnung des Holocaust entschieden entgegenzutreten“.

www.deutschlandfunk.de