Kurznachrichten Kultur

Kurznachrichten September 2026

 

Tschechien schafft Rundfunkgebühren ab

Die tschechische Regierung will Rundfunkgebühren zur Finanzierung öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten abschaffen und durch direkte Mittel aus dem Staatshaushalt ersetzen. Nach jetzigem Stand müssten damit Rundfunk und Fernsehen in Tschechien mit 15 Prozent weniger Einnahmen auskommen. Kritiker*innen befürchten, dass der Schritt die Unabhängigkeit der Medien im Land gefährden könnte.

www.deutschlandfunk.de

 

Opferdenkmal 17. Juni 1953

Am 17. Juni 1953 kam es zum Volksaufstand in der DDR gegen des SED-Regime. Der staatliche Feiertag wurde später durch den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ersetzt. Nun soll ein Denkmal in unmittelbarer Nähe des Deutschen Bundestages an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland erinnern. Kulturstaatsminister Wolfram Weimar stellt dafür 5 Mio. Euro bereit.

www.kulturstaatsminister.de

 

Kulturelles Erbe schützen

Der Verband der Restaurator*innen (VDR) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) haben eine gemeinsame Stellungnahme zum Kulturgutschutz verabschiedet. Darin fordern sie, „den Kulturgutschutz in Deutschland gesetzlich zu verankern, strategisch weiterzuentwickeln und dauerhaft als Bestandteil moderner Sicherheits-, Resilienz- und Gefahrenabwehrstrukturen zu etablieren“.

www.restauratoren.de

 

Neue Frauenhäuser für Berlin

Die deutsche Hauptstadt bekommt zwei neue Frauenhäuser. Laut Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe steigt damit der Bestand auf 11 Einrichtungen, was eine Steigerung gegenüber 2020 um knapp 50 Prozent entspricht. Dennoch ist der Bedarf weitaus größer, zumal die Zahl der Opfer männlicher Gewalt weiter ansteigt. Lediglich 276 Frauen und ihre Kinder kann Berlin zurzeit in einem Frauenhaus unterbringen

www.berlin.de

 

Musik-Flieger

Nach einer entsprechenden Einigung im Europäischen Parlament werden Flugreisen von Musiker*innen mit Instrumenten in Zukunft einfacher. Danach dürfen Instrumente grundsätzlich mit in die Kabine, wenn Sicherheits-, Kapazitäts- und Gepäckregeln eingehalten werden. Größere Instrumente können auf einem zusätzlich gebuchten Sitzplatz mitreisen, bestimmte Steuern und Gebühren fallen dafür nicht an.

www.musikrat.de

 

NRW-Kultur-Schecks

Das nordrhein-westfälische Kulturministerium fördert öffentliche Kulturveranstaltungen und Veranstaltungsreihen mit einem Festbetrag von 500 Euro, wenn für die Durchführung mindestens 500 Euro an förderfähigen Ausgaben entstanden sind. Ziel der Maßnahme ist es, „das kulturelle Leben im ländlichen Raum zu stärken, ehrenamtliches Engagement sichtbar zu machen und Menschen vor Ort zusammenzubringen“.

www.mkw.nrw

 

Bibliotheken vor Sonntagsöffnung

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass öffentlichen Bibliotheken künftig die Sonn- und Feiertagsöffnung ermöglicht werden soll. Damit werden Bibliotheken anderen Kulturorten wie Konzerthäusern, Theatern, Kinos und Museen gleichgestellt. Bibliotheken sollen unter Einbeziehung der örtlichen Personalvertretungen selbst über die Öffnung an Sonn- und Feiertagen entscheiden können.

www.kulturstaatsminister.de

 

Denkmalsturz oder Metallklau?

Im sauerländischen Hemer ist die Bronzestatue des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin aus dem Friedenspark entwendet worden. Das 1994 eigeweiht Denkmal war ein Geschenk der russischen Partnerstadt Schelkowo und sollte die Freundschaft zwischen Deutschen und Russen dokumentieren. Während in Moskau von russlandfeindlicher Cancel Culture gesprochen wird, vermutet die Polizei in Hemer Metalldiebe als Täter.

www.hemer.de

 

Theater Hagen im Aufwind

In der Spielzeit 2025/26 konnte das Theater in Hagen mehr Publikum für sich gewinnen. Mit knapp 110.000 Besucher*innen verzeichnete das Haus ein Plus von 12 Prozent gegenüber der vorherigen Saison. Die Gesamtauslastung stieg damit auf 70 Prozent – gegenüber 61 Prozent 2024/25. Auch die Einnahmen erhöhten sich auf 2,22 Mio. Euro, eine Steigerung um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis.

www.theaterhagen.de

 

Hessische Kulturwirtschaft im Plus

Die hessische Kultur- und Kreativwirtschaft hat 2024 einen Rekordumsatz von 17,6 Mrd. Euro erwirtschaftet. Laut Aussage von Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori sind die Umsätze von Software, Games und Musik gewachsen, die von Presse, Film, Rundfunk, Kunst und Buchmarkt jedoch zurückgegangen. Wachstumstreiber seien die Software- und Gamesindustrie, der Markt für darstellende Künste sowie die Musikwirtschaft.

www.fr.de

 

Ungarn ohne Gutenberg-Galaxis?

In Ungarn gibt es keine gedruckte politische Tageszeitung mehr. Die der früheren Fidesz-Regierung nahestehende Zeitung Magyar Nemzet erscheint künftig nur noch als Wochenzeitung. Auch die linksgerichtete Tageszeitung Népszava stellt ihre tägliche Printausgabe ein. Als Gründe dafür werden eine verändertes Leseverhalten, sinkende Werbeeinnahmen und fehlende staatliche Unterstützung genannt.

www.eurotopics.de

 

Mehr Geld für Yad Vashem

Die Bundesregierung erhöht ihre jährliche finanzielle Unterstützung für die Holocaust-Gedenkstätte. Bis Ende des Jahrzehnts sollen die Zuwendungen von bislang 1 Mio. Euro jährlich auf 5 Mio. Euro steigen. Laut Außenminister Johann Wadepul, bleibe es Deutschlands Verpflichtung, der „grassierenden Relativierung oder sogar Leugnung des Holocaust entschieden entgegenzutreten“.

www.deutschlandfunk.de

 

Ältere Nachrichten

Kurznachrichten August 2026

 

 

Kunst & Einsamkeit

Die Thematisierung der Einsamkeit mit künstlerischen Mitteln steht im Zentrum des Projektaufrufs „KunstZeitAlter“. Der gleichnamige sächsische Förderpreis für Kunst und Demografie ist mit 10.000 Euro dotiert und sucht „neue, mutige Projektideen, die sich mit dem Thema Einsamkeit auseinandersetzen“. Die Einreichfrist entsprechender Projektvorhaben endet am 24. August 2026.

www.soziokultur-sachsen.de

 

Kirchenräume neu entdecken

Unte diesem Motto hat Baukultur NRW einen Leitfaden zur Umnutzung von Kirchengebäuden veröffentlicht. Darin werden zahlreiche Herangehensweisen vorgestellt, die die Transformation unterstützen. Erfahrungsberichte und Fachbeiträge aus Politik, Architektur, Baukultur, Verwaltung und Denkmalpflege ergänzen die praxisnahen Inhalte Die Broschüre ist kostenlos online herunterzuladen unter:

https://baukultur.nrw/publikationen/

 

Baukulturbericht 2026/27

„Gestalten – Prozesse, Bauen, Zusammenhalt“ – so lautet der Titel des neuesten Baukulturberichts, der Mitte Mai 2026 dem Bundesbauministerium übergeben wurde. Die verantwortliche Stiftung Baukultur betont darin die zentrale Bedeutung qualitätsvoll gestalteter Räume für Gesundheit, Produktivität und Wohlbefinden und unterstreicht die Verantwortung des Bauens für das Gemeinwohl.

www.bundesstiftung-baukultur.de

 

Currywurst kommt wieder

Die Currywurst konnte in der Beliebtheitsskala des deutschen Kantinenessens nach einer kulinarischen Schwächeperiode wieder zulegen und 2025 von den 4. auf den 3. Platz aufsteigen. Nach Aussage des Caterers Apetito hatte Currywurst bis 2019 durchgängig den Spitzenplatz bei der hungrigen Kundschaft inne. Seitdem liegen Spaghetti Bolognese (1. Platz) und Bami Goreng (2. Platz) beim Kantinenessen vorn.

www.apetito.de

 

Studiengang Antike Welten

Der neue Masterstudiengang „Antike Welten – Interdisziplinäre Altertumswissenschaften“ an der FU Berlin verknüpft ab dem Wintersemester 2026/27 archäologische, philologische und computergestützte Perspektiven auf antike Gesellschaften. Neben wissenschaftlichen Kenntnissen vermittelt der Studiengang digitale Kompetenzen und Fertigkeiten für Tätigkeiten etwa in Museen, Archiven und Kulturinstitutionen.

www.geschkult.fu-berlin.de

 

Mehr Kino-Besucher*innen

Die Zahl der Menschen, die 2025 in Deutschland ein Kino besucht haben, ist gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 23,4 Millionen gestiegen; dies entspricht einer Reichweite von 31 Prozent. Danach haben statistisch 31 Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung 2025 mindestens einmal ein Kino besucht. (2024: 29 %). Das Kino-Publikum altert allerdings weiter. So liegt das Durchschnittsalter inzwischen bei 40,6 Jahren.

www.ffa.de

 

Königliche Beutekunst

Das niederländische Königshaus will Teile seine Kunstsammlung an die Herkunftsländer zurückgeben. Wie aus der verantwortlichen Stiftung der königlichen Privatsammlungen verlautete, sei zwischen 1840 und 1949 „ein kleiner Teil der Kulturobjekte mit hoher Wahrscheinlichkeit unrechtmäßig in den Besitz des Königshauses gelangt“. Die Objekte stammen überwiegend aus den ehemaligen niederländischen Kolonien im heutigen Indonesien, in Surinam und auf den Karibikinseln.

www.deutschlandfunkkultur.de

 

Vertriebenen-Revival?

Die Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ ist ins Gerede gekommen. Hintergrund ist ein Referentenentwurf des Bundesinnenministeriums für eine Umstrukturierung der Stiftung. Der Entwurf lege nahe, dass die Stiftung “künftig stärker als bisher auf die deutschen Vertreibungsopfer abheben” soll, so lautet die Kritik auf Seiten vieler Historiker*innen. Der Bund der Vertriebenen hat den Referentenentwurf indes ausdrücklich begrüßt.

www.flucht-vertreibung-versoehnung.de

 

Ost-Krimi-TV gefährdet

Der MDR muss sparen. Deshalb kürzt nach Meldung der Sächsischen Zeitung die mitteldeutsche Sendeanstalt ihre Krimi-Sparte. Sowohl beim „Tatort“ aus Dresden als auch beim „Polizeiruf“ aus Magdeburg wird die Produktion vorerst für drei Jahre ausgesetzt. Die Zuschauer*innen werden von der Zwangspause kaum etwas mitbekommen, da bis 2029 noch eingeplante Produktionen zu sehen sein werden.

www.saechsische.de

 

Neue Goethe-Kultur Ensembles

Das Goethe-Institut hat zusammen mit der Alliance Francaise und dem Institut francais zwei neue Kultur Ensembles eröffnet. In Cordoba (Argentinien) und Glasgow (Schottland) werden zukünftig neue Räume „für kulturellen Austausch, gemeinsame Programme und internationale Kooperationen“ geschaffen. Die Zusammenarbeit der Kulturinstitute geht zurück auf den Aachener Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich aus dem Jahr 2019.

www.goethe.de

 

2 Euro-Theater

Im thüringischen Arnstadt können Menschen mit geringem Einkommen für 2 Euro ins Theater gehen. Interessierte melden sich per E-Mail beim Theater und reservieren Karten für freie Restplätze. Die Tickets werden dann an der Abendkasse gegen Vorlage des Bürgergeld-Bescheides ausgegeben. Die Initiative „Theater Arnstadt für alle“ läuft seit einem Jahr und ist nach Aussage des Intendanten ein voller Erfolg.

https://theater-arnstadt.de

 

Was uns verbindet

Unter diesem Titel hat der Verband Soziokultur NRW seinen Jahresbericht 2024/25 veröffentlicht. Auf rund 60 Seiten werden Strukturen, Entwicklungen und Leistungen der Soziokultur und ihres Dachverbandes im bevölkerungsreichsten Bundesland präsentiert. Die vielleicht gravierendste Änderung dabei: der Abschied von der Konzeptförderung, der Kooperationsförderung und der Kulturellen Bildung durch die Einführung der Strukturförderung durch das Kulturministerium.

www.soziokultur-nrw.de