Buchläden nicht preiswürdig
Drei von einer Fachjury für den Deutschen Buchhandlungspreis nominierte Buchhandlungen sind von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wegen Extremismusverdachts von der Nominierungsliste genommen wurden. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verwehrt sich dagegen, „die Würdigung der kulturellen Leistung einer Buchhandlung von einer etwaigen politischen Ausrichtung ihres Sortiments abhängig zu machen“.
KI-generierte Kunst schutzlos?
Ein von einer KI-Technologie geschaffenes visuelles Kunstwerk erhält in den USA keinen Urheberschutz. Geklagt auf Copyright hatte der Informatiker Stephen Thaler für das Werk „A Recent Entrance to Paradise“, das von seiner Dabus-Technologie geschaffen wurde. Kreative Werke müssen menschliche Urheber haben, um in den Vereinigten Staaten urheberrechtlich geschützt zu sein, so der Bescheid des Obersten Gerichtshofs.
Programmkonzentrierung
ARD und ZDF bündeln ihre gemeinsamen Programme und stellen dabei drei lineare Sender ein. Die Kanäle ARD alpha, Tagesschau24 und One sollen zum 31. Dezember 2026 abgeschaltet werden, wie die Sender mitteilten. Grundlage ist der Reformstaatsvertrag, der aus Kostengründen eine Reduzierung der linearen Angebote und eine stärkere Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorsieht.
Biennale-Jury wehrt sich
Obwohl der Präsident der Biennale-Stiftung ausdrücklich Israel und Russland zur Teilnahme eingeladen hat, ist seine Entscheidung bei der Jury auf Kritik gestoßen. Diese ließ verlauten, dass man davon absehe, „jene Länder bei der Preisvergabe zu berücksichtigen, deren führende Repräsentanten derzeit vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt“ seien. Inzwischen ist die Jury zurückgetreten.
www.labiennale.org/en/art/2026
Beuys-Nutzung abgekauft
Die Schloss Moyland mit seiner umfangreichen Sammlung von Beuys Werken hat sich nach einem langen Rechtsstreit mit der Witwe des Künstlers auf einen umfassenden Nutzungsvertrag geeinigt. Danach darf die zuständige Stiftung u.a. die Bestände erschließen, online veröffentlichen, vervielfältigen und für PR-Maßnahmen nutzen. Das Land NRW zahlt für die Nutzungsrechte 3,25 Mio. Euro.
Stiften gehen
Angesichts der finanziellen Sparvorgaben gehen die Landestheater in NRW neue Wege. So hat das Landtheater Detmold zu seinem 200-jährigen Bestehen eine eigene Stiftung bekommen. Das Fürstenhaus zu Lippe, die Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter, die Lippische Landesbrandversicherung AG u.a. haben ein Startkapital von 50.000 Euro bereitgestellt, um das Theater ideell und materiell zu stärken. Zustiftungen sind jederzeit möglich.
Raubkunst-Violinen
Die Deutsche Stiftung Musikleben nimmt sechs Instrumente aus ihrem Musikinstrumentenfonds. Bei allen sechs Streichinstrumenten ist die Provenienz nicht geklärt. Es wird vermutet, „dass sie 1941 vom NS-Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Geobbels für ‘verdiente Künstler des Volkes‘ erworben wurden. Bis die Provenienz geklärt ist, werden die Violinen nicht mehr verliehen.
Oper Leipzig braucht Geld
UNISONO, die Interessenvertretung professioneller Musikerinnen und Musiker in Deutschland, hat an den Leipziger OB Burkhard Jung appelliert, sich für eine „langfristig tragfähige und nachhaltige Lösung für die sich zuspitzende Finanzlage der Oper Leipzig“, einzusetzen. Wenn die Stadt nicht zielgerichtet gegensteuere, würden Anzahl und Qualität der Aufführungen unter dem Spardruck leiden.
„Rampen Snack“
So nennt sich der neue Podcast des Theaters Hagen, der interessierten Theatergänger*innen Einblicke hinter die Kulissen vermitteln will. Darin kommen Künstler*innen, Gäste und Mitarbeiter*innen des Hauses zu Wort. Alle zwei Wochen können Hörer*innen die Theaterwelt mit aktuellen Neuigkeiten, persönlichen Gesprächen und Backstage-Geschichten gleichsam aus nächster Nähe erleben.
https://doppelwacholder.wordpress.com/
1 Mio. für Street-Art
Häuserfassaden werden zu Leinwänden, Straßen zu Ausstellungsräumen und ganze Stadtviertel zu Galerien unter freiem Himmel. Die Verbindung der urbanen Kunstwerke in mehreren Städten der Region soll 2027 über die Street-Art-Route Ruhrgebiet erfolgen, die mit knapp 1 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird. Das gab die Ruhr Tourismus GmbH als Projektträger bekannt.
https://presse.ruhr-tourismus.de/
Hamburg fördert Kulturaustausch
Das Referat „Internationaler Kulturaustausch“ der Behörde für Kultur und Medien fördert Projekte zwischen Hamburg und dem Ausland. Seit 2025 stehen zusätzlich 100.000 Euro für Teilhabe und Barrierefreiheit bereit. Eine Online-Beratung hilft Interessent*innen mit praktischen Hinweisen. Antragsschluss für Projekte, die im ersten Halbjahr 2027 beginnen, ist der 15. September 2026.
Erweiterungsbau ade
Der beschlossene Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig ist auf Eis gelegt. Laut Kulturstaatsminister Wolfram Weimar möge man sich zukünftig stärker um die Digitalisierung der laufenden Bestände kümmern. Bislang sieht das entsprechende Bibliotheksgesetz vor, dass jedes in Deutschland erschienene Druckwerk in zweifacher Ausführung von der DNB gesammelt werden muss.
Europäisches Kulturerbe-Siegel
Die urbane Flusslandschaft der Pader in Paderborn hat von der Europäischen Kommission das Kulturerbe-Siegel erhalten. Damit reiht sich die Stätte unter dem Titel „The Pader Urban River Landscape“ in den Kreis der Kulturerbestätten ein, „deren besondere Bedeutung für die Geschichte, Kultur und Werte Europas gewürdigt wird“. Das Kulturerbe-Siegel ist bereits die 3. Auszeichnung der Europäischen Kommission für NRW.
Kunst-Stipendium der Sparkasse
Die Kulturstiftung der Sparkasse UnnaKamen schreibt auch in diesem Jahr wieder ein Stipendium für junge Bildende Künstler*innen aus. Für das mit 5.555 Euro dotierte Stipendium „Kunst und Wissenschaft“ können sich Nachwuchskünstler*innen bewerben, die im Raum Westfalen-Lippe oder in der Metropole Ruhr geboren sind oder dort leben. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Mai 2026.
Theater am Mittag
Um vor allem älteres Publikum anzusprechen, haben die Wuppertaler Bühnen ein neues Vorstellungsformat eingeführt. Sie bieten ab sofort ausgewählte Inszenierungen bereits um 14:00 Uhr unter der Woche an. Das neue Angebot soll Schauspiel- und Opernerlebnisse mit mehr Komfort, Flexibilität und einer angenehmen Tageszeit verbinden und ein Vorbild für weitere Theater in der Region werden.
Deutsche Welle unter Druck
Die Deutsche Welle muss in diesem Jahr mit rund 21 Mio. Euro weniger auskommen als noch 2025. Laut Ansage der Verantwortlichen haben die notwendigen Einspaarungen unweigerlich eine Reduktion des Programmangebots zur Folge. Vor diesem Hintergrund hat der Deutsche Kulturrat gegen die Beschneidung des Etats durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer protestiert. „Gerade heute (seien) seriöse, vertrauenswürdige Medien wichtiger denn je.“
Sagrada Familia Weltspitze
Die gleichnamige Basilika in Barcelona ist ab sofort die höchste Kirche der Welt. Das gab die verantwortliche Stiftung bekannt. Durch die Installation des neuen Kreuzes an Hauptturm misst das Gebäude eine maximale Höhe von 172,5 Meter. Die Sagrada Familia übertrifft damit das Ulmer Münster, das bisher mit 161,5 Meter als höchste Kirche der Welt galt. Die offizielle Einweihung ist für den 10. Juni geplant.
Gender Pay Gap sinkt
Der Unterschied in der Bezahlung von vollbeschäftigten Frauen und Männern sinkt weiter. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist der entsprechende Gender Pay Gap zwischen 2019 und 2024 deutschlandweit um 3,2 Prozentpunkte zurückgegangen. Doch weiterhin erhalten vollzeitbeschäftigte Frauen durchschnittlich 17,2 Prozent weniger Lohn oder Gehalt als vollzeitbeschäftigte Männer.
Gulag-Museum wird reformiert
Eine spezifische Form der russischen Vergangenheitsbewältigung erlebt derzeit das Moskauer Museum zur Geschichte des Gulag. Wie die neue Museumsleitung mitteilte, soll das Haus zu einem „Gedenk-Museum für die Opfer des Völkermords am sowjetischen Volk“ umgewandelt werden und vor allem nazistische Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg dokumentieren. Bisher stand der stalinistische Terror im Zentrum der Ausstellung.
Buchmesse 2028
Rumänien wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2028. Der rumänische Kulturminister András Demeter und der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, unterzeichneten in Bukarest einen entsprechenden Vertrag. Man freue sich darauf, „die Vielfalt der mehrsprachigen Literaturlandschaft Rumäniens in Frankfurt zu erleben“. Ehrengast der kommenden Frankfurter Buchmesse 2026 ist Tschechien. 2027 wird Chile Gastland sein.
Bellevue wird renoviert
Eine grundlegende Sanierung steht dem Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten bevor. Zahlreiche bauliche und technische Mängel müssen beseitigt sowie neue Standards in Sachen Sicherheit, Brandschutz und Energieeffizienz erfüllt werden. Die Gesamtkosten werden mit rund 600 Mio. Euro veranschlagt. Für den Abschluss aller Arbeiten ist ein Zeitraum von acht Jahren vorgesehen. Das Ausweichquartier für den Bundespräsidenten ist bereits so gut wie fertig.
Vinyl-Renaissance
Totgesagte leben länger. So hält nach Angaben des Bundesverbands der Musikindustrie (BVMI) der Retrotrend zur Vinylschallplatte mit einem Umsatzplus von 2,8 Prozent weiter an. Klassische physische Tonträger haben dennoch mit einem Minus von 5,9 Prozent zusehends ausgedient. Den mit knapp 86 Prozent überragenden Marktanteil hält der digitale Musikverkauf – mit einem Umsatzvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro.
KI in Kunst und Kultur
Mit finanzieller Unterstützung des Landeskulturministeriums entsteht am Theater in Dortmund eine Koordinierungs- und Kompetenzstelle, die den Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Kunst- und Kulturbereich in Nordrhein-Westfalen qualifizierten und vernetzen will. Ziel ist es, im Feld ausgewiesene Institutionen landesweit zusammenzubringen und technologische Entwicklungen in künstlerische, gesellschaftliche und kulturpolitische Praxis zu übersetzen.
Theater Trier wird saniert
Baulich in Stand gesetzt werden musste das Haus schon länger, was fehlte war die Zustimmung des Stadtrats. Nun hat sich dieser mit großer Mehrheit für die Generalsanierung des Theaters ausgesprochen. Beginnen sollen die Arbeiten bereits im Frühjahr 2027. An Gesamtkosten rechnet man mit etwa 90 Mio. Euro. Die Verantwortlichen hoffen auf eine 60-prozentige Landesförderung.