Kurznachrichten


(Aktualisiert am 03.08.2020)

Kultur-Appell an die EU
Die Kulturminister*innen von Deutschland, Frankreich und Italien haben in einem gemeinsamen Brief an die zuständige EU-Kommissarin Mariya Gabriel »eine angemessene Berücksichtigung von Kultur und Medien bei den Wiederaufbauinstrumenten angemahnt«. Vor dem Hintergrund der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gelte es, auch das Förderprogramm Kreatives Europa mit einem verbesserten Finanzrahmen auszustatten.
www.kulturstaatsministerin.de

Louvre im Minus
Anlässlich der Wiedereröffnung des Pariser Louvre hat Museumsdirektor Jan-Luc Martinez die Corona bedingten Einnahmeausfälle auf rund 40 Mio. Euro beziffert. Gegenüber dem Vorjahr sei 2020 mit einem Besucherschwund von rund 80 Prozent zu rechnen, da Chinesen, Amerikaner und Brasilianer weiterhin kaum nach Paris kämen. Direktor Martinez hofft jetzt schon auf die belebende Wirkung der Olympiade 2024 in der französischen Hauptstadt.
www.louvre.fr

Bestände des British Museum online
Das British Museum in London hat im Zuge der Erneuerung seiner Website knapp 2 Mio. Fotos aus seiner Sammlung kostenlos online gestellt. Es folgt damit einem Trend der großen internationalen Museen, die freie Zugänglichkeit zu eigenen Bilddatenbanken zu ermöglichen. Im Frühjahr 2020 hatte bereits das Smithsonian Institute in Washington knapp 3 Mio. Bilder für die nicht kommerzielle Verwendung freigeschaltet.
www.britishmuseum.org

Bunker-Kunst
Die U-Boot-Bunker von Bordeaux beheimaten bis zum Januar 2021 eine neue Bilderschau: Werke von Gustav Klimt und Paul Klee flimmern als multimediale Dauershow über die rauen Betonwände. Verantwortlich dafür ist der private Kulturveranstalter Culturespaces, der bereits mit ähnlichen Aktionen in anderen angesagten »Locations« auffiel. Die Bunker wurden 1941 von der deutschen Wehrmacht angelegt.
www.german-architects.com

Ehrenamtsstiftung gegründet
Unter der Ägide des Bundesfamilien-, Bundesinnen- und Bundeslandwirtschaftsministeriums ist die »Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt« mit Sitz in Neustrelitz aus der Taufe gehoben worden. Sie geht zurück auf Empfehlungen der Kommission »Gleichwertige Lebensverhältnisse«und soll mit jährlich 30 Mio. Euro vor allem in strukturschwachen ländlichen Regionen bürgerschaftliches Engagement nachhaltig unterstützen.
www.bmfsfj.de

GMD fordert Corona-Gleichbehandlung
Nach Ansicht der Generalmusikdirektoren- und Chefdirigentenkonferenz verhindern die strengen Hygienevorschriften bei Theater- und Konzertveranstaltungen eine »wirtschaftlich sinnvolle Saalbelegung«. Während in Flugzeugen, beim Friseur oder im öffentlichen Nahverkehr offensichtlich »wirtschaftsfreundliche« Abstandsregelungen praktiziert würden, gelte dies nicht für Kulturveranstaltungen und gefährde daher die »dichteste Theater- und Orchesterlandschaft der Welt«.
www.gmd-konferenz.de

Professionalisierung der Rassismusforschung
Das in Berlin ansässige Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) wird in den nächsten drei Jahren einen »Rassismus-Monitor« erstellen. Durch repräsentative Bevölkerungsbefragungen soll ermittelt werden, »wie verbreitet rassistische Ressentiments in der Bevölkerung sind und welche Ursachen das hat«. Der Bund stellt dafür 9 Mio. Euro zur Verfügung.
www.dezim-institut.de

Geld für freie Orchester
Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat ein Hilfspaket für private Musikensembles auf den Weg gebracht. Danach erhalten 27 freie Orchester und vergleichbare Klangkörper jeweils bis zu 200.000 Euro zur Bewältigung der Corona-Herausforderungen. Gefördert werden u.a. die Akademie für Alte Musik Berlin, das Ensemble Musikfabrik und das Mahler Chamber Orchestra als »wichtige Kreativitätsfaktoren unserer Musikkultur».
www.kulturstaatsministerin.de

Pressehilfen in Corona-Zeiten
Im aktuellen Nachtragshaushalt der Bundesregierung sind rund 220 Mio. Euro zur Unterstützung des Presse- und Verlagswesens vorgesehen. Konkret sollen mit dem Geld die digitale Transformation und der Absatz von Abonnementzeitungen und -zeitschriften befördert werden. Bereits in diesem Jahr sind 20 Mio. Euro für den entsprechenden Erhalt der Medienvielfalt in Deutschland eingeplant.
www.vdz.de

Future Museum
So nennt sich ein Forschungsprojekt, das gemeinsam vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation und der Museums Booster GmbH vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurde. Ziel sind Antworten auf die Frage, ob und wie sich Museumsbesuche durch den Einsatz innovativer Technologien und Smart Services verbessern lassen sowie die Vernetzung der entsprechenden Museumsszene.
www.future-museum.com

Getrübte Sangeslust
Die Corona bedingten Hygieneregeln bei kultureller Betätigung haben beim Deutschen Musikrat für Verstimmung gesorgt. Vor allem das vom Berliner Senat beschlossene Singverbot in geschlossenen Räumen sorgte für Unverständnis. Laut Generalsekretär Christian Höppner sei »Singen elementar für die Kulturnation Deutschland«, ein Verbot »würde das Ende gestaltender Kulturpolitik bedeuten«.
www.musikrat.de

Internet-Ticket ersetzt Konzertkarte
Die Deutsche Grammophon hat ein neues Vertriebsmodell gestartet. Es nennt sich »DG Stage« und will das Konzert-Erlebnis gleichsam ins Internet verlagern. Der Kunde kauft dabei ein Ticket für den Stream einer Live-Performance, der für die Dauer von 48 Stunden weltweit abgerufen werden kann. Die Kosten für das Streaming, bei dem die Künstler*innen zumeist vor leeren Rängen agieren, liegen je nach Angebot zwischen 4,90 Euro und 12,90 Euro.
www.deutschegrammophon.com