Kurznachrichten


(Aktualisiert am 03.06.2020)

Europäischer Kulturerbepreis
Die Epitaphien (akademische Grabkunst des 16., 17. und 18. Jahrhunderts) in der Leipziger Aula und Universitätskirche St. Pauli gehören zu den diesjährigen Gewinnern des Europäischen Kulturerbepreises. Das haben die Europäische Kommission und der Denkmalschutz-Verbund Europa Nostra in Brüssel bekanntgegeben. Der Preis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für das Kulturerbe und würdigt herausragende Beispiele für dessen Pflege.
www.idw-online.de

Britische Kneipenkultur bedroht
Die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie haben nicht zuletzt für die britischen Pubs verheerende Auswirkungen. So teilte der britische Bier- und Kneipenverband (British Beer and Pubs Association) nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedern mit, dass 19.000 der 47.000 Pubs in Großbritannien der Meinung sind, dass sie ohne ein erweitertes finanzielles Unterstützungsprogramm bankrottgehen werden.
www.euractiv.de

Frankfurter Goethepreis
Der diesjährige Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main geht an den bosnischen Schriftsteller Dzevad Karahasan. Laut Aussage des Kuratoriums stehe das literarische Werk des 67-jährigen Preisträgers für die »Vermittlung zwischen Ost und West, zwischen Islam und Christentum«. Die Auszeichnung der Mainstadt ist mit 50.000 Euro dotiert und wird seit 1927 alle drei Jahre zur Feier des Geburtstages von Goethe am 28. August vergeben.
www.frankfurt.de

Samurai-Museum geplant
In Berlin wird es bald ein Samurai-Museum geben. Sein Gründer ist der Berliner Peter Janssen, dessen einzigartige Sammlung in dreißig Jahren auf rund 40 Rüstungen, 200 Helme, 150 Masken und 160 Schwerter angewachsen ist. Nach Ansicht von Experten verfügt die Hauptstadt über nichts Vergleichbares. Ähnliche Exponate des Asiatischen Museums verschwanden 1945 als Kriegsbeute nach Russland.
www.tagesspiegel.de

Hör auf Engels
Anlässlich des 200. Geburtstages ihres berühmten Sohnes hat die Stadt Wuppertal eine Friedrich-Engels-Hotline eingerichtet. Anrufer können seine Texte hören und mehr über den Theoretiker des Sozialismus erfahren. Der Fabrikantensohn Engels (1820–1895) hielt nicht viel von seiner Geburtsstadt, die er nach der gescheiterten März-Revolution 1849 in Richtung England verließ, wo sein Vater
Mitinhaber einer Baumwollspinnerei in Manchester war.
www.wuppertal.de

Geschichte der Behinderung
Ehemalige Redakteure der behindertenpolitischen Zeitschrift »die randschau« (1986 – 2000) haben in Marburg das Archiv Behindertenbewegung gegründet. Gesammelt werden Dokumente und Materialien zur Geschichte der emanzipatorischen Krüppel- und Behindertenbewegung in Deutschland. Ziel ist, gegen das Vergessen zu arbeiten und »der Normalität die Stirn, das Hinkebein, den Rollstuhl entgegenzusetzen«.
www.archiv-behindertenbewegung.org

Humboldtforum in Warteschleife
Die für September 2020 geplante Eröffnung des im rekonstruierten Berliner Stadtschloss untergebrachten Humboldtforums wird wieder verschoben. Wie die verantwortliche Stiftung mitteilte, seien wegen der Corona-Krise nur drei Viertel der Bauleute verfügbar gewesen, was den ursprünglichen Zeitplan zunichtegemacht habe. An der Eröffnungsfeier noch in diesem Jahr werde zum jetzigen Zeitpunkt allerdings festgehalten.
www.humboldtforum.org

Saving Antiquities
Die Volkswagen-Stiftung will den Kulturgutschutz spielerisch verbessern helfen. Vor diesem Hintergrund startet ab Oktober 2020 an der HU Berlin, dem Ägyptischen Museum und weiteren Partnereinrichtungen ein einjähriges Projekt mit dem Ziel, »die Rolle und Bedeutung der Altertumswissenschaften für den Erhalt des kulturellen Erbes nachvollziehbar zu machen«. Im Zentrum der mit 100.000 geförderten Maßnahme steht die Entwicklung eines kooperativen Gesellschaftsspiels.
www.berliner-antike-kolleg.org

Kunsthandel und Mehrwertsteuer
Der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler e.V. hat in einem Offenen Brief an Bundesfinanzminister Scholz, Bundeswirtschaftsminister Altmaier und Kulturstaatsministerin Grütters den ermäßigten Mehrwertsteuersatz im gewerblichen Kunsthandel gefordert. Angesichts der anhaltenden Krise auf dem deutschen Kunstmarkt gelte es, die Wettbewerbsbedingungen gegenüber einer besser gestellten ausländischen Konkurrenz zu verbessern.
www.bvdg.de

Migrantische Chefredakteure Mangelware
In den Chefetagen der reichweitenstärksten Medien in Deutschland sind Menschen mit Migrationshintergrund eher selten anzutreffen. Laut einer Studie der Neuen deutschen Medienmacher haben lediglich sechs Prozent der Chefredakteure einen nicht deutschen Elternteil, der wiederum ausschließlich aus EU-Staaten stammt. Befragt wurden dazu 126 Führungskräfte in 122 Redaktionen regionaler und überregionaler Medien
www.neuemedienmacher.de

Frauenprojektbüro geht weiter
Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Förderung des beim Deutschen Kulturrat ansässigen Projektbüros »Frauen in Kultur und Medien« um weitere drei Jahre verlängert. Das Büro habe sich vergangenen Jahren »einen herausragenden Ruf in der Kulturlandschaft« erarbeitet und sei »zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden«. Zu dessen Hauptaufgaben zählt ein Mentoringprogramm für weibliche Führungskräfte im Kulturbereich.
www.kulturstaatsministerin.de

Corona-Design
Das auf dem Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen ansässige Design Zentrum NRW vergibt jedes Jahr Auszeichnungen für ästhetisch besonders gelungene Produkte, den Red Dot Design Award. In der Kategorie Product Design wurden diesmal auch Werkstücke ausgezeichnet, die im Zuge der Corona-Pandemie entwickelt wurden: so das »Beatmungsgerät Atlan«, den »Megahealth Ring« und eine »Gesichtsmaske mit medizinischem Selbstklebeband«.
www.red-dort.org