Kurznachrichten


(Aktualisiert am 02.04.2020)

Arts Council hilft
Kulturelle Sonderprogramme finden im Zuge der Corona-Pandemie mittlerweile europaweit statt. So hat der Arts Council in England ein Rettungspaket von 173 Mio. Euro geschnürt, um eine kulturelle Depression zu verhindern. 20 Mio. Euro fließen davon in die Unterstützung von Einzelpersonen, 100 Mio. Euro sind für die bisherigen Empfänger entsprechender Subventionen bestimmt. Der Rest geht an Organisationen, die bislang keine Förderung erhielten.
www.artscouncil.org.uk

»Freundschaft fürs Lesen«
So nennt sich eine Gutschein-Aktion, die den Buchhandel in Corona-Zeiten unterstützen will. Initiator der Kampagne ist »Literaturtest«, eine Agentur für Buch-PR und Literaturmarketing. Dabei kaufen jetzt Menschen Gutscheine für sich oder andere, die sie später online oder analog in der Buchhandlung ihrer Wahl einlösen können. Auf der Kampagnenseite wird laufend aktualisiert, welche Buchhandlungen bei der Aktion mitmachen.
www.freundschaftfuerslesen.org

Jüdisches Museum Berlin
Das Jüdische Museum Berlin wird modernisiert. So soll es ein neues visuelles Erscheinungsbild geben. Es bezieht sich nicht mehr wie bisher direkt auf die Architektur von Daniel Libeskind. Da die jüdische Kultur stark von der Schrift geprägt sei, so die Idee hinter dem visuellen Konzept, steht sie fortan im Zentrum der Gestaltung. Das Museum soll bereits im Mai 2020 wiedereröffnet werden.
www.german-architects.com

Corona-Kulturerbe?
Zusammen mit der Uni Hamburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen baut die Ruhr-Uni Bochum ein Corona-Archiv auf. In dem offenen Online-Portal sollen Bilder, O-Töne und Videos zur Corona-Pandemie aus Presse und Social Media gesammelt werden. Jeder kann und soll Fundstücke aus dem Alltag und persönliche Erinnerungen in Form von Texten, Fotos, Sounds und Videos hochladen.
https://coronarchiv.de

SPK startet Forschungsnewsletter
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat im April 2020 einen neuen Forschungsnewsletter gestartet. Mit dem neuen Format soll einem breiten Publikum die Vielfalt der Forschungsprojekte der SPK vermittelt werden. Insbesondere bemühe man/frau sich, auf populäre Art und Weise zu zeigen, »wie interessant Grundlagen- und Provenienzforschung, Material- und Wahrnehmungsforschung sein kann«, so SPK-Präsident Hermann Parzinger.
www.preussischer-kulturbesitz.de

Last Chance Autokino
Will man/frau in diesen Zeiten ins Kino, dann bietet Essen dazu landesweit die einzige Möglichkeit. Hier bietet ein Autokino mit Sondergenehmigung Filme »in freier Wildbahn« an. Maximal zwei Personen können aus dem Auto heraus cineastische Durchschnittswahre bewundern. Bundessweit existieren noch 13 Einrichtungen. Das erste Autokino in Deutschland eröffnete übrigens vor 60 Jahren in Neu-Isenburg.
www.essen-autokino.de

Biertrinken gegen Clubsterben
Die Neuköllner Brauerei Berliner Berg hat sich etwas Besonderes gegen das in Corona-Zeiten grassierende Clubsterben ausgedacht. Einnahmen über den hauseigenen Online-Shop sollen zukünftig an die Berliner Clubcommission gehen. Letztere wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und versteht sich als offizielle Anlauf- und Beratungsstelle für Hilfesuchende der Club- und Veranstalterbranche in der deutschen Hauptstadt.
www.berlinerberg.com

Kurzfilmpreis ausgeschrieben
Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den diesjährigen Kurzfilmpreis ausgeschrieben. Er wird in fünf Kategorien verliehen und ist mit insgesamt rund 260.000 Euro dotiert. Die Preise sind zweckgebunden für die Herstellung eines neuen Films mit künstlerischer Qualität zu verwenden. Interessierte Verbände und Einrichtungen des deutschen Films können sich mit entsprechenden Vorschlägen bis zum 15. Mai 2020 bewerben.
www.kulturstaatsministerin.de

Akademie für Theater und Digitalität
Die im vergangenen Jahr gegründete und bundesweit einmalige »Akademie für Theater und Digitalität« soll als sechste Sparte des Theaters Dortmund ein eigenes Haus erhalten. Für 8,9 Mio. Euro wird am Hafen ein knapp 2.200 Quadratmeter großes Gebäude für die Kunstschaffenden als Teil eines Digital- und Innovationscampus entstehen. Eine entsprechende Vorlage der Dortmunder Verwaltungsvorstandes wurde auf den Weg gebracht.
https://theater.digital

#takecare
Der Fonds Darstellende Künste hat angesichts der Corona-Pandemie seine Initialförderung neu ausgerichtet. Er reagiert damit auf die bundesweiten Ausfälle von Aufführungen, Proben und Premieren. Betroffene frei produzierende Künstler*innen, die in den letzten zehn Jahren durch den Fonds gefördert wurden, können sich um einen Zuschuss in Höhe von maximal 5.000 Euro bewerben. Die Höhe der Förderung orientiert sich an den nachweisbaren Einnahmeausfällen.
www.fonds-daku.de

Deutsch-dänisches Weltkulturerbe
Deutschland und Dänemark haben das bi-nationale Zusammenleben in der Grenzregion offiziell für die Aufnahme in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen. Die Nominierung wurde vor Ablauf der Antragsfrist bei der Kulturinstitution der Vereinten Nationen eingereicht. Die Koexistenz der jeweiligen nationalen Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzgebiet gilt international als vorbildlich.
www.unesco.de

Corona-Splitter und -Balken
Bei Verfassungseinschränkungen durch staatliche Schutzmaßnahmen existiert in der EU eine gewisse Doppelmoral. So haben im Blick auf Ungarn 13 Mitgliedstaaten vor nachhaltigen Eingriffen in die Grundrechte im Zuge der Corona-Krise gewarnt. Die Unterzeichnerstaaten, darunter Deutschland, zeigten sich in einem Statement »tief besorgt« über Risiken für die Rechtsstaatlichkeit, die durch »bestimmte Notfallmaßnahmen« entstehen könnten.
www.tagesspiegel.de