Kurznachrichten


(Aktualisiert am 14.07.2019)

Kultur als Imagepflege
Im März 2020 soll in Saudi-Arabien das erste Filmfestival des Landes an den Start gehen. Wie die Verantwortlichen des »Red Sea International Film Festival« bekanntgaben, sollen dort vor allem Produktionen aus den arabischen Ländern sowie aus dem globalen Süden gezeigt werden. Trotz der Kritik am saudischen Königshaus haben sich bereits mehrere bekannte Namen der internationalen Filmszene bereit erklärt, beim finanziell gut ausgestatteten Festival mitzuwirken.
http://saudigazette.com.sa/

Charakterschutz bei »Zwei mal drei macht vier«
Seit 50 Jahren singen Kinder das Pipi-Langstrumpf-Lied, dessen Text Wolfgang Franke 1969 dichtete. Nun hat die Astrid Lindgren-Erbengemeinschaft gegen den deutschen Rechteinhaber, die Filmkunst-, Musikverlags- und Produktionsgesellschaft mit Sitz in München, geklagt, weil es sich dabei um eine »abhängige Bearbeitung des Originals« handele. Die deutsche Seite beharrt dagegen darauf, den Kinderbuchstoff frei benutzt zu haben.
www.fkmv.net

Jugend erinnert
Mit dem altersbedingten Verschwinden der Zeitzeugen steigt der Bedarf nach neuen Formaten und Methoden der Erinnerungskultur. Vor diesem Hintergrund hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters bereits im letzten Jahr das neue BKM-Programm »Jugend erinnert« zu den Folgen von Diktatur und Gewaltherrschaft ins Leben gerufen. Die bislang dafür zur Verfügung stehenden 2 Mio. Euro werden 2020 auf 5 Mio. Euro aufgestockt.
www.kulturstaatsministerin.de 

Kinos im ländlichen Raum
Im Rahmen ihrer Förderinitiative für ländliche Räume hat die Bundesregierung auch die Modernisierung der kulturellen Infrastruktur in Angriff genommen. So wurde ein Soforthilfeprogramm für Kinos im ländlichen Raum aufgelegt, mit dem in diesem Jahr einmalig Finanzhilfen von jeweils bis zu 25.000,- in Gemeinden mit höchstens 25.000 Einwohnern beantragt werden können. Insgesamt hat das Soforthilfeprogramm ein Volumen von 5 Mio. Euro.
www.ffa.de

Fonds Soziokultur fördert
Das Kuratorium des Fonds Soziokultur hat seine Förderentscheidungen für das zweite Halbjahr 2019 bekanntgegeben. Danach erhalten 82 beispielhafte soziokulturelle Projekte Finanzhilfen in Höhe von insgesamt 1,1 Mio. Euro. Die thematische Bandbreite reicht dabei von Vorhaben zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution über Projekte zur ländlichen Kulturarbeit bis hin zu Kulturangeboten für Menschen mit Beeinträchtigungen.
www.fonds-soziokultur.de

Theater der Saison
Das Schauspielhaus Bochum hat in der ersten Saison unter der Intendanz von Johan Simons bei den Kritikern gepunktet. In der Umfrage der »Welt am Sonntag« wurde das Haus zum »Theater der Saison« in NRW gewählt. Es löst damit das Schauspiel Dortmund, den Spitzenreiter der vergangenen drei Jahre, ab. Die Jury zeigte sich vor allem von den Bochumer Premieren und Neuaufführungen beeindruckt.
www.welt.de

Koloniale Aufarbeitung kostet
Nach Ansicht des Deutschen Museumsbundes (DMB) ist die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit mit den vorhandenen finanziellen und personellen Mitteln nicht zu leisten. Anlässlich der Vorstellung des neuen »Leitfaden(s) zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten« sieht DMB-Präsident Eckart Köhne für jedes Kunst- und kulturgeschichtliches Museum in Deutschland einen erheblichen personellen Mehrbedarf.
www.museumsbund.de

Weltkulturerbe zählt
Der Naumburger Dom verzeichnet seit einem Jahr steigendes öffentliches Interesse. Hintergrund ist die Anerkennung des mitteldeutschen Sakralbaus als UNESCO-Weltkulturerbe. Laut Stiftungsdirektor Holger Kunde sind seitdem die Besuchszahlen um mehr als 20 Prozent gestiegen. Für 2019 rechne man mit mehr als 150.000 Besuchen, darunter immer häufiger Touristen aus dem Ausland.
www.naumburger-dom.de

Gebärdenpoesie
Können Gedichte ohne Worte auskommen? In Berlin zeigt die Initiative »handverlesen«, wie das geht, indem sie gehörlose Poetinnen und Poeten auf die Bühne bringt. Dort entsteht dann Lyrik allein durch die Bewegung des Körpers. Die behindertenfeindlichen Barrieren im Literaturbetrieb sind zwar nicht beseitigt, nach Ansicht der Initiative sei damit jedoch eine weitere Möglichkeit geschaffen, »Literatur in die Hand zu nehmen«.
www.poesiehandverlesen.de

Anne-Klein-Frauenpreis
Die Heinrich-Böll-Stiftung hat auch in diesem Jahr ihren Anne-Klein-Frauenpreis ausgeschrieben. Die mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die an die vormalige Berliner Senatorin für Jugend, Frauen und Familie erinnert, richtet sich an Frauen, »die sich durch herausragendes Engagement für die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie auszeichnen«. Bewerbungsschluss ist der 1. September 2019.
www.boell.de

Öffentlich-rechtlicher Finanzbedarf
Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland haben ihren Finanzbedarf für die Jahre 2021 bis 2024 angemeldet. Danach fordern die Sendeanstalten rund 3 Mrd. Euro, wobei die ARD 1,84 Mrd. Euro und das ZDF 1,06 Mrd. Euro geltend machen. Das Deutschlandradio schlägt lediglich mit 104 Mio. Euro zu Buche. In der Konsequenz müsste damit der monatliche Rundfunkbeitrag von jetzt 17,5 Euro auf 19,20 Euro steigen.
www.medienkorrespondenz.de

Hommage an Karl Lagerfeld
Eine neu entdeckte australische Springspinne trägt künftig den Namen Karl Lagerfelds. Wie das Zentrum für Naturkunde an der Universität Hamburg bekanntgab, zeigt die »Jotus karllagerfeldi« auffällige Gemeinsamkeiten im Erscheinungsbild mit dem kürzlich verstorbenen Modeschöpfer aus Paris. So erinnerten z.B. die riesigen schwarzen Augen an die Brille des Ausnahmetalents.
www.cenak.uni-hamburg.de