Kurznachrichten


(Aktualisiert am 21.05.2019)

Weltkulturerbe Limes
Der Niedergermanische Limes, der das Römische Reich am Mittel- und Niederrhein vor den Einfall räuberischer Germanen schützte, soll UNESCO-Weltkulturerbe werden. Wie das nordrhein-westfälische Heimatministerium mitteilte, würde mit dem Eintrag in die Welterbeliste die Lücke zwischen dem Hadrian’s Wall und dem Obergermanisch-Raetischen Limes geschlossen, die bereits Welterbe-Status haben.
www.mhkbg.nrw.de

EU-Wahlmotivationshilfe
Das Erstarken rechtspopulistischer Parteien und die verbreitete europapolitische Skepsis haben das EU-Parlament dazu veranlasst, seine Überzeugungsarbeit zu verstärken und offensiv zur Wahlteilnahme aufzurufen. Zu diesem Zweck wurde ein Kampagnen-Etat in Höhe von 33,3 Mio. Euro eingerichtet, von dem auch deutsche Influencer profitieren.
www.europarl.europa.eu

Streit um tschechische Kulturpolitik
Die mit fadenscheinigen Argumenten vollzogene Absetzung des Direktors der Nationalgalerie in Prag, Jiri Fajt, durch Kulturminister Antonin Stanek hat internationale Reaktionen ausgelöst. So haben mehr als 35 renommierte Museumschefs aus aller Welt in einem Protestschreiben gegen den Rauswurf des äußerst erfolgreichen Direktors protestiert. Der tschechische Kulturminister ist inzwischen zurückgetreten.
www.vlada.cz/en

Musikpädagogik als Lehre der Kunst
Um die Anerkennung der Elementaren Musikpädagogik (EMP) als Lehre der Kunst bemüht sich der Deutsche Musikrat im Dialog mit der Künstlersozialkasse (KSK). Hintergrund ist die damit verbundene Sozialversicherungspflicht bei der KSK, die selbstständigen Lehrkräften der EMP eine besser abgesicherte Tätigkeit sowie die Gleichstellung mit den Musiklehrenden im Instrumental- und Gesangsbereich ermöglichen würde.
www.musikrat.de

Erhalt des schriftlichen Kulturguts
Kulturstaatsministerin Monika Grütters stellt auch in diesem Jahr wieder Sondermittel zum Erhalt schriftlichen Kulturguts bereit. Aus dem entsprechenden Programm werden insgesamt 92 Vorhaben von Einrichtungen des Bundes, der Länder und Kommunen sowie von kirchlichen und privaten Trägern mit jeweils 50 Prozent der Gesamtkosten gefördert. In diesem Jahr stehen dafür 4,5 Mio. Euro bereit.
www.kulturstaatsministerin.de

Inklusive Schauspielausbildung
Mit finanzieller Hilfe der Landesregierung NRW entsteht am Wuppertaler Theater ein inklusives Schauspielstudio. Menschen mit Behinderung im Alter von 18 bis 27 Jahren können dort nach einer Aufnahmeprüfung ein dreijähriges Qualifizierungsprogramm absolvieren mit dem Ziel, anschließend professionell als Schauspielerin oder Schauspieler zu arbeiten. Die Ausbildung ist kostenlos.
www.wirsindglanzstoff.de

Jüdischer Mitgliederschwund
Nicht nur die beiden großen Amtskirchen in Deutschland verlieren zunehmend ihre Gläubigen, auch die jüdischen Gemeinden hierzulande leiden seit Jahren unter Mitgliederschwund. Wie die jüdische Zentralwohlfahrtsstelle in Frankfurt/M. mitteilte, sank die Zahl jüdischer Gemeindemitglieder auf rund 96.000. Nicht erfasst sind dabei allerdings sekuläre Juden, deren Anzahl erheblich höher liegen dürfte.
www.migazin.de

Glückliche Open-Air-Kinos
Nach Aussage der Filmförderanstalt konnten die Kinos in Deutschland mit Programmangebot unter freiem Himmel im letzten Jahr ein großes Plus verzeichnen. Während die Lichtspielhäuser einen Rückgang bei Besucherzahlen und Umsatz hinnehmen mussten, legten Open-Air-Kinos in beiden Bereichen um knapp 40 Prozent zu. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Die Open-Air-Konjunktur ging an den Autokinos nahezu spurlos vorbei.
www.ffa.de

Ländliche Kulturförderung
TRAFO, das Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes für »Modelle(n) für Kultur im Wandel«, hat Empfehlungen zur Kultur im ländlichen Raum verabschiedet. Darin heißt es: »Ausgewählte Kultureinrichtungen in den Regionen sollten in ihrer neuen Rolle als kultureller Anker in der Region gestärkt werden. Dafür müssen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen und die Veränderungsprozesse der kulturellen Infrastruktur unterstützt werden.«
www.trafo-programm.de

Starke Frauen im Verlagsgeschäft
In der Buchbranche können sich Frauen offensichtlich immer besser behaupten. Nach einer Umfrage von »Buchreport« finden sich bei den 100 größten Verlagen in Deutschland mittlerweile  23 Prozent Frauen in der Geschäftsführung. Gegenüber 2005 bedeutet das einen Anstieg der Frauenquote um nahezu 50 Prozent. Auch bei den sonstigen »leitenden Positionen« konnten Frauen in den letzten Jahren erheblich zulegen.
www.buchreport.de

Deutscher Sachbuchpreis
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat erstmalig den Deutschen Sachbuchpreis ausgelobt, der bereits im Juni d.J. im Humboldt Forum verliehen werden soll. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 42.500 Euro, 25.000 Euro gehen an den Gewinner und jeweils 2.500 Euro an die anderen Nominierten. Als Hauptförderer des Deutschen Sachbuchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung mit an Bord.
www.buchreport.de

Problematische Keks-Geschichte
Nach den eher unbedarften Äußerungen der Firmenerbin Verena Bahlsen zur Behandlung von »Fremdarbeitern« während der NS-Zeit, hat der Chef des Verwaltungsrats, Werner M. Bahlsen, eine »schonungslose Aufarbeitung der NS-Geschichte des Unternehmens und seiner Familie« angekündigt. Es sei gut, dass nun alles auf den Tisch komme, sagte der Patriarch gegenüber der Bild-Zeitung.
www.bahlsen.de