Kurznachrichten


(Aktualisiert am 18.02.2020)

Aufarbeitung der Kolonialgeschichte
Der tansanische Botschafter in Berlin hat »eine schriftliche Vereinbarung zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte« im vormaligen Deutsch-Ostafrika gefordert. So müsse die Regierung sagen, »wie viele menschliche Gebeine und Kulturobjekte aus dem heutigen Tansania während der Kolonialzeit nach Deutschland gebracht wurden und wo sie sich heute befinden.« Allein in Berlin lagern noch rund 1.600 Menschenschädel aus Afrika.
www.tagesspiegel.de

Georgien ergänzt das Compendium
Das digitale Nachschlagewerk zur Kulturpolitik in Europa ist um ein weiteres Kapitel reicher. Der georgische Minister für Erziehung, Wissenschaft, Kultur und Sport verkündete den Beitritt seines Landes zum Kreis der Compendium-Mitglieder. Ein entsprechendes Länderprofil erläutert landesspezifische Grundlagen der kulturpolitischen Systems, der kulturellen Bildung und Teilhabe sowie der Kulturwirtschaft und öffentlichen Kulturfinanzierung.
www.culturalpolicies.net

Englisch bleibt EU-Arbeitssprache
Auch nach dem Brexit bleibt Englisch offizielle Arbeitssprache der EU. Wie die Kommission in Brüssel betonte, werde der Brexit keinen Einfluss auf die europäische Sprachordnung haben. Insgesamt hat die EU derzeit 24 Amtssprachen anerkannt. Jeder Bürger kann sich in einer dieser Sprachen an die EU-Behörden wenden und hat Anrecht auf eine Antwort im selben Idiom.
derstandard.at

Berliner Geschichtsentsorgung
Auf dem Walter-Benjamin-Platz in Charlottenburg ist eine als Kunst am Bau gedachte Bodenplatte mit dem Ezra Pound-Zitat »Bei Usura hat keiner ein Haus von gutem Werkstein …« entfernt worden. Kritiker hatten die antisemitische Konnotation des Wortes »Usara« (Wucher) bemängelt. Der Platz ist nicht im städtischen Besitz, sondern gehört der Investmentgesellschaft West Blackstone.
www.german-architects.com

»Vitale Dorfkerne«
Die sächsische Landesregierung setzt das Programm »Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum« auch 2020 fort. Im diesem Jahr stehen 25 Mio. Euro für neue Projekte in Dörfern und Kleinstädten zur Verfügung. Gefördert werden u.a. öffentliche Einrichtungen und dörfliche Begegnungszentren in bestehenden Gebäuden, Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie multifunktionale Platzgestaltungen.
www.smul.sachsen.de

Kruppsche Stifter-Wohltat
2015 hatte die Krupp-Stiftung in Essen mit 1 Mio. Euro den freien Eintritt in die Sammlung des Museums Folkwang bis 2020 ermöglicht. Dann sollte die Stadt die Mehrkosten in Höhe von 200.000 Euro jährlich tragen. Nun hat die Stiftung ihr finanzielles Engagement bis Ende 2021 verlängert. In den letzten 4 Jahren verdreifachten sich mit dem freien Eintritt die Museumsbesuche bei Folkwang.
www.krupp-stiftung.de

Fachjournalismus Religion
Das katholische Institut zur Förderung des publizistischen Nachwuchses (ifp) bietet ab Herbst 2020 die berufsbegleitende Fortbildung zum Fachjournalisten Religion an. Das bundesweit einmalige Angebot soll dazu qualifizieren, »sachkundig und kritisch über Religion in der modernen Gesellschaft zu berichten«. Das Programm ist ein Kooperationsprojekt des ifp mit der Universität Münster und der Katholischen Akademie Berlin.
www.journalistenschule-ifp.de

Clinic Concerts
Clinic Concerts nennt sich eine Initiative für Popmusik in Kliniken. Geboten werden Konzertabende für Patienten und Personal in ausgesuchten Räumlichkeiten von Krankenhäuern. Im Hintergrund steht dabei die Überlegung, dass Musik den Heilungsprozess befördert. Die Initiative geht zurück auf Studierende des Master-Studiengangs Music and Creative Industries der Pop-Akademie Baden-Württemberg in Mannheim.
https://clinicconcerts.com

Sachsen fördert Freie Szene
Die sächsischen Regierungsparteien sprechen sich in ihrem Koalitionsvertrag 2019 bis 2024 für die weitere Unterstützung der Freien Kunst- und Kulturszene im Lande aus. So heißt es: »Die Koalition bekennt sich zur besonderen Bedeutung der Freien Kulturszene für die Vielfalt und Lebendigkeit von Kultur und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb fördern wir die wichtige Arbeit der Kulturverbände weiter.«
www.mdr.de

Beethoven-Konjunktur
Zum 250. Geburtstag des Komponisten erklimmt der künstlich befeuerte Beethoven-Hype neue Höhen. Beethoven-Euro, Beethoven-Musikfrachter, Beethoven-Devotionalien allerorten. Nun hat auch die Deutsche Post AG Beethoven als Werbeträger entdeckt und eine Sondermarke kreiert, die mit ihrer Auflage von 625 Mio. Stück die höchste Erstauflage markiert, die das Unternehmen jemals herausgebracht hat.
www.deutschepost.de

Fernsehballett vor dem Aus
Das Deutsche Fernsehballett soll 2021 aufgelöst werden. Vor knapp 60 Jahren in der DDR gegründet, gehörte das Berliner Tanzensemble zum festen Bestandteil der Senderreihe »Ein Kessel Buntes«, der wohl beliebtesten Fernsehshow Ostdeutschlands. Nach der Wende 1989 unterstützte der MDR das Fernsehballett mit Auftragsproduktionen, konnte jedoch das schwindende öffentliche Interesse an den aufwendigen Bühnenshows nicht verhindern.
www.deutsches-fernsehballett.de

Instrument des Jahres
Die Violine ist Instrument des Jahre 2020. Wie der verantwortliche Landesmusikrat Schleswig-Holstein mitteilte, soll das Instrument »Neugier und Aufmerksamkeit für die vielen Facetten der Violine wecken«. Zu diesem Zweck starten in den zehn mitwirkenden Bundesländern Aktionen, die durch eigene Schirmherren unterstützt werden. Ein »abendländisches Musikleben ohne Violine sei schlicht nicht vorstellbar«.
www.instrument-des-jahres.de