Das Institut für Kulturpolitik


Kulturpolitik braucht valide Daten und Fakten, wenn sie sich weiterentwickeln will. Wissenschaftlich fundierte Informationen werden zukünftig als Planungsgrößen und Entscheidungshilfen im Kontext einer konzeptbasierten Kulturpolitik immer wichtiger werden. Dem steht gegenüber, dass die Kulturpolitik in Deutschland im Vergleich mit anderen Politikfeldern über keine ausreichend entwickelte Forschungsinfrastruktur verfügt. Andere europäische Länder liegen in dieser Hinsicht weit vorne.

Die Kulturpolitische Gesellschaft hat sich deshalb seit ihrer Gründung vor über vierzig Jahren für eine Stärkung der Kulturpolitikforschung eingesetzt. Mit dem Institut für Kulturpolitik (IfK), das im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn seit 1996 aufgebaut werden konnte, sind die Forschungsarbeiten intensiviert worden. Das IfK hat seitdem die Aufgabe, jene Fachlichkeit zu generieren, die eine entwickelte Kulturpolitik benötigt. Für die Kulturpolitische Gesellschaft ist dies besonders wichtig, weil ihre Autorität nicht nur angewiesen ist auf das Netzwerk ihrer Mitglieder und die durch Fachdiskurse gestärkte öffentliche Anerkennung, sondern auch auf konkrete faktenbasierte Argumente.

»Schon früh war der zentrale Ansatz des Instituts, die angewandte Kulturpolitikforschung voranzutreiben, vom Bund mit dem Prädikat ›förderungswürdig‹ versehen worden. Der Anspruch überzeugt, kulturpolitische Forschung nicht lediglich für den Elfenbeinturm, sondern gerade auch für die Praxis zu betreiben (…) Wir Kulturpolitiker zählen weiterhin auf das Institut für Kulturpolitik.« (Prof. Monika Grütters MdB: 20 Jahre Institut für Kulturpolitik 1996 bis 2016 – Profil, Aktivitäten, Projekte, in: Materialien, Heft 15, 2016, S. 8)

Andererseits sind das Netzwerk und der Kommunikationszusammenhang des Verbands die beste Gewähr dafür, dass die Arbeiten des Instituts praxis- und anwendungsbezogene Ergebnisse zeitigen, die in die unterschiedlichen Praxisfelder hinein vermittelt werden können. So entsteht im Idealfall ein sich gegenseitig verstärkender Effekt, der die Wirkungsmöglichkeit des Verbands und des Instituts erhöht – eine Synergie mit beiderseitigem Vorteil. Aufgrund seiner Aktivitäten und Verbindungen erhält der Verband viele Informationen und Einsichten über kulturpolitische Zusammenhänge, Vorgänge und Entscheidungsprozesse, die andere Institute, die über ein solches Netz nicht verfügen, erst mühsam erarbeiten müssten. Andererseits kann die Kulturpolitische Gesellschaft in ihrer Meinungs- und Willensbildung auf einen Bestand aufbereiteten Wissens zurückgreifen.

Dies ist der Grund dafür, dass die enge Verbindung von Institut und Verband gewählt wurde. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dieses Modell funktioniert und auch weiterhin Bestand haben kann.

Das Institut für Kulturpolitik wird gefördert von der
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.


Leitung des Instituts für Kulturpolitik
Dr. Norbert Sievers

Mitarbeiter*innen
Ulrike Blumenreich
Ralf Brünglinghaus
Annette Fischenich
Katrin Hüfner
Franz Kröger
Andrea Lahouse
Lotte Pfeiffer
Christine Wingert

Kuratorium
Prof. Dr. Olaf Schwencke (Kuratoriumsvorsitzender)
Gründungspräsident der KuPoGe, Berlin

Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer
Professorin für Musik und Medien, Universität Oldenburg/Berlin

Prof. Dr. Rainer Danielzyk
Wiss. Direktor des ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH, Dortmund

Dr. Cornelia Dümcke
Kulturökonomin, Culture Concepts, Berlin

Prof. Siegfried Hummel
Ehem. Kulturreferent der Landeshauptstadt München, Osnabrück

Prof. Dr. Dieter Kramer
Professor für Europäische Ethnologie, Wien

Thomas Krüger
Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn

Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha
Direktorin des Zentrums für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale (ZAK) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

Dr. h.c. Wolfgang Thierse
Bundestagspräsident a.D., Berlin

Prof. Dr. Raymond Weber
Head of Unit »Medium- and Long Term Development Perspectives«, Sahel and West Africa Club/OECD, Paris

Jahresbericht des Instituts für Kulturpolitik