Kulturpolitik für ländliche Räume - Relevanz und Status quo von Kultur(politik)

Di, 29.11.2022, 16.30-18.00 Uhr

Ländlichkeit ist keine eindeutige Kategorie – auch nicht in der Kulturpolitik. Je nach Perspektive wird Ländlichkeit räumlich enger oder weiter gefasst, als kulturell vielfältig oder öde wahrgenommen. Der erste WebTalk geht der Frage nach, welche kulturpolitischen Aufgaben sich aktuell vorrangig stellen und welche Ansätze es für die vielfältigen Herausforderungen für Kultur in ländlichen Räumen auf den verschiedenen politischen Ebenen gibt.

Impulsgeber*innen:

I: Christine Wingert,Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Insititut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.

II: Dr. Philipp Riecken, Referatsleiter Grundsatzangelegenheiten der Kultur im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Land Brandenburg

III: Samo Darian, Leiter des Programmbüros TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel

Christine Wingert befasst sich seit vielen Jahren mit dem Themenkomplex Kulturpolitik in ländlichen Räumen und für ländliche Räume. Ein aktueller Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf kulturpolitischen Strategien und Konzepten der Flächenländer im Hinblick auf die Diversität ländlicher Räume. Sie studierte Kulturwissenschaft, Französisch und Kunstwissenschaft in Bremen und Tübingen. 1995 bis 2000 war sie Kulturbeauftragte der Gemeinde Worpswede und arbeitete bis 2004 freiberuflich in Bereich Kulturberatung und Forschung. Seit 2004 ist sie bei der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. in verschiedenen Funktionen tätig: 2004 bis 2008 war sie Referentin im Cultural Contact Point Germany (heute: Creative Europe Desk), 2008 bis 2017 Leiterin der Kontaktstelle Deutschland »Europa für Bürgerinnen und Bürger«.

Dr. Philipp Riecken ist Leiter des Referates Grundsatzangelegenheiten der Kultur in Brandenburg. Er hat Musik (Violoncello) und Rechtswissenschaft in Edinburgh, Bonn und Berlin studiert und zudem an der Humboldt Universität im Verfassungsrecht promoviert. Seit 2001 ist er in unterschiedlicher Funktion für das Land Brandenburg tätig. So war er im Kulturministerium als Referatsleiter u.a. mit der Organisatonsentwicklung, der Bau- und Investitionsplanung für den Hochschul- und Kulturbereich sowie mit den EU-Strukturförderprogrammen des Geschäftsbereiches betraut. Seit Ende 2011 leitet er das Grundsatzreferat in der Kulturabteilung des MWFK Brandenburg und hat sich seitdem intensiv mit planerischen Entwicklungsprozessen in der Kultur beschäftigt. Nach der ersten Kulturstrategie in Brandenburg aus dem Jahr 2012 befindet sich das MWFK derzeit in einer neuerlichen Phase der Erarbeitung einer Kulturstrategie, mit einer Reihe von Regional- und Landeskonferenzen. Seit einigen Jahren stehen neben den klassischen Themen der Kulturellen Bildung und des Kulturtourismus u.a. die Strukturentwicklung in der Lausitz, die Digitalisierung im Kulturbereich wie auch die Entwicklung des ländlichen Raumes auf der Agenda des Grundsatzreferates.

Samo Darian leitet seit 2015 das TRAFO-Programm. Er studierte Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien in Passau, London und Granada. Vor seiner Tätigkeit bei TRAFO arbeitete er als Geschäftsführer für regionale Kulturprojekte in Deutschland, u.a. Erste Brandenburgische Landesausstellung, Netzwerk Neue Musik, und für Programme zur Förderung internationaler Kulturkooperationen, u.a. relations, Zipp - deutsch-tschechische Kulturprojekte, bipolar – deutsch-ungarische Kulturprojekte und Büro Kopernikus – deutsch-polnische Kulturprojekte.