Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

Kulturpolitischen Mitteilungen Nr. 158 – III/2017 erschienen

Die neueste Ausgabe der Kulturpolitischen Mitteilungen widmet sich der Entwicklung der kulturellen Infrastruktur in Deutschland als Heftschwerpunkt. Weitere Themen sind die Regionale Kulturpolitik in NRW, die Reformationsfeierlichkeiten zum Ende der Lutherdekade, die baubezogene Kunst der DDR, das Spannungsverhältnis von Deutschsein und Superdiversität im Migrationsdiskurs und die Kulturpolitikforschung.

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Wachstum oder Schrumpfung der kulturellen Infrastruktur

Schwerpunkt des Heftes 158 – III/2017

Die Kulturpolitik lebt von den Erzählungen des Wachstums und des Verlusts gleichermaßen. Einerseits werden Vielfalt und Reichtum der kulturellen Angebote in Deutschland als Alleinstellungsmerkmale immer wieder hervorgehoben, andererseits scheint der kulturpolitische Diskurs angewiesen zu sein auf das Narrativ des Mangels, der Schrumpfung und der Auszehrung. Wer diese Paradoxie auflösen und Genaueres wissen, gar Entwicklungen und Trends nachvollziehen will, braucht Fakten. Diese sind jedoch schwer zu bekommen. Zu lückenhaft ist das Zahlenmaterial und zu viele neue Angebote bleiben dabei unberücksichtigt. Mit dem Landeskulturbericht Nordrhein-Westfalen liegt zumindest für das bevölkerungsreichste Bundesland erstmals belastbares Zahlenmaterial für die nordrhein-westfälische Kulturlandschaft vor. Das Ergebnis: Der Kulturbereich wächst immer noch, aber die Situation ist differenziert zu betrachten.

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KuPoGe-Treffen der LandesgruppensprecherInnen in Kassel

Am 21. Oktober 2017 trafen sich die SprecherInnen der KuPoGe-Regional- und Landesgruppen in Kassel, um – neben anderen Punkten – über den zukünftigen Umgang mit der AfD in Kulturpolitik und Kulturarbeit zu diskutieren. Darüber hinaus berichtete die neu gewählte Kulturdezernentin der Stadt Kassel, Susanne Völker, über den Stand der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt sowie die anstehende Kulturentwicklungsplanung, die vom Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft betreut wird.

v.l.n.r.: Magdalena Paluska, Dr. Hagen Lippe-Weißenfeld, Barbara Neundlinger, Susanne Völker, Mara Kaeser, Katrin Lechler, Dr. Annette Jagla, Dr. Ingo Schöningh, Britt Baumann, Torge Korff, Susanne Dengel, Michael Flohr, Friederike Menz sowie Isa Edelhoff
Foto: Franz Kröger

  

Die Kulturpolitische Gesellschaft wächst

Die Kulturpolitische Gesellschaft konnte im letzten Quartal ihre Mitgliederzahl steigern. Aktuell verfügt der Verband bundesweit über 1.331 Einzelmitglieder und 231 Korporative Mitglieder.

Informationen zu neuen Mitgliedern finden sich im Mitgliederrundbrief, der zusammen mit den Kulturpolitischen Mitteilungen vierteljährlich versandt wird sowie auf der KuPoGe Website unter Mitglieder oder auch »Ich bin Mitglied weil …«.

  

KuPoGe zum Austritt der USA und Israels aus der UNESCO

Der geschäftsführende Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. bedauert den Schritt der Regierungen der USA und Israels, dieses wichtige Forum internationaler Kulturzusammenarbeit zu verlassen. Gleichwohl räumt er Reformbedarf ein. Reformen bedürfen aber des Miteinanders, auch in schwierigen Zeiten. Einseitige Rückzüge schaden der Staatengemeinschaft. Große Hoffnung setzt die Kulturpolitische Gesellschaft in Audrey Azoulay, die die UNESCO künftig führen soll.

Erklärung

Neue Räume für neue Aufgaben

Institut für Kulturpolitik der KuPoGe richtet Zweigstelle ein

v.l.n.r.: Ingo Brünglinghaus, Oliver Göbel, Prof. Dr. Andreas J. Wiesand, Dr. Norbert Sievers, Dr. Ole Löding und Christian Sondergeld;
Foto: Jörg Hausmann

  

Das Institut für Kulturpolitik (IfK) hat nunmehr eine kleine Außenstelle in der Irmintrudisstraße 17 in der Bonner Nordstadt. Am 18. Oktober fand die symbolische Schlüsselübergabe statt. Der Direktor des Europäischen Instituts für vergleichende Kulturforschung (ERICarts), Prof. Dr. Andreas J. Wiesand, der ERICarts nun von Köln aus betreibt, überreichte sie an den IfK-Leiter Dr. Norbert Sievers. Dieser erklärte dazu: »Wir wollen uns in diesen Räumen vor allem um nordrhein-westfälische Themen der Kulturpolitikforschung kümmern. Das Haus der Kultur in der Weberstraße bot dafür keinen Platz mehr. Kulturpolitikforschung braucht zwar keine Abgeschiedenheit, aber Konzentration. Mit der Auswertung des ersten Landeskulturberichts und der Entwicklung eines wissenschaftlichen Kultur(politik)monitorings haben wir in den nächsten Monaten ein anspruchsvolles Programm, mit dem wir zeigen wollen, was in diesem Thema auch für die Kulturpolitik in Deutschland an Potenzial steckt.«

Mehr Kulturpolitikforschung

  

Offener Brief | Für Freiheit und Vielfalt in Kunst und Kultur!
Die AfD darf den Vorsitz des Kulturausschusses im Bundestag nicht erhalten

Auf Initiative der Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering wenden sich Iris Berben, Dr. Diether Dehm MdB, Amelie Deuflhard, Tanja Dückers, Dr. Bernd Fabritius MdB, Ronald Grätz, Prof. Christian Höppner, Alfred Holighaus, Andreas Kämpf, Ulrich Khuon, Prof. Dr. Eckart Khöne, Shermin Langhoff, Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Prof. Jeanine Meerapfel, Elisabeth Motschmann MdB, Dr. Thomas Oberender, Prof. Dr. Hermann Parzinger, Prof. Dr. Bernd Scherer, Prof. Dr. Oliver Scheytt, Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Klaus Staeck und Olaf Zimmermann in einem Offenen Brief an den Ältestenrat des Deutschen Bundestages.

Die UnterzeichnerInnen fordern darin alle VertreterInnen des Deutschen Bundestages, insbesondere die Mitglieder des Ältestenrates, dazu auf, sich dazu zu bekennen, dass der Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag keinesfalls einem AfD-Vorsitz unterstellt werden darf.

Die Kulturpolitische Gesellschaft e.V. unterstützt diesen Offenen Brief.

Der Appell kann mit unterstützt werden. www.kulturausschuss-schuetzen.de