Nachrichten aus der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Institut für Kulturpolitik

Klarer Auftrag für eine konzeptbasierte Kulturpolitik

Der Kulturteil im Koalitionsvertrag

Der Kulturteil im Koalitionsvertrag zeigt neben altbekannten programmatischen Aussagen auch neue Perspektiven auf. Die neue Regierung in spe setzt auf eine »moderne und ermöglichende Kulturpolitik«, die zentrale gesellschaftliche Herausforderungen wie »Integration, Inklusion, Demografie, Digitalisierung, Gleichstellung, Populismus, Zukunft von Arbeit und Kommunikation« in den Blick nimmt. Mit einer »Agenda für Kultur und Zukunft« soll die Kulturförderung des Bundes gemeinsam mit den Ländern weiterentwickelt werden. Ferner ist vorgesehen, die »Lage von Kunst und Kultur in unserem Land« im Deutschen Bundestag im Rahmen einer »Orientierungsdebatte« zu diskutieren. Zentrale Probleme der Kunst und Kultur in Deutschland, wie etwa die soziale Lage der Künstlerinnen, Künstler und Kreativen, sollen untersucht werden, um auf dieser Grundlage die Förderinstrumente des Bundes zu überprüfen. Kernthemen des Kulturteils sind u.a. die Entwicklung der kulturellen Infrastruktur und die Realisierung von Verteilungs-und Teilhabegerechtigkeit, nicht zuletzt in ländlichen Räumen. Dafür sollen infrastrukturbezogene Programme und die Angebote der kulturellen Bildung ausgebaut und qualifiziert werden. Vorgesehen ist auch, »bewährten Förderinstrumente, wie die Bundeskulturfonds« auszubauen und generell die Zuwendungspraxis des Bundes zu vereinfachen und zu entbürokratisieren.

  

Die Kulturpolitische Gesellschaft bewertet den Kulturteil nach der ersten Lektüre positiv. Präsident Prof. Dr. Oliver Scheytt sieht in dem Papier einen Fortschritt gegenüber der bisherigen Politik: »Der Koalitionsvertrag ist eine sehr gute Basis für die Kulturpolitik des Bundes in den nächsten vier Jahren. Besonders hervorzuheben sind die Ausführungen zur kulturellen Infrastruktur und Kulturellen Bildung sowie zu strukturschwachen und ländlichen Regionen. Damit wird an die Empfehlungen des Enqueteberichts des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2007 angeknüpft und die Richtung für eine konzeptbasierte Kulturpolitik markiert. Jetzt müssen den Worten Taten folgen, noch mehr, als dies in der letzten Legislaturperiode der Fall war.«

  

Ein differenzierte Auseinandersetzung mit dem Kulturteil folgt in der nächsten Ausgabe der Kulturpolitischen Mitteilungen.

PDFDie Erklärung als PDF finden Sie hier.

   

Ein schöner Land!

63. Loccumer Kulturpolitisches Kolloquium, vom 16. bis 18. Februar 2018

  

Auf dem Kolloquium der Evangelischen Akademie Loccum und der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. werden nicht nur kulturpolitische Konzepte und Strategien erörtert, die darauf abzielen, ein zeitgemäßes und attraktives kulturelles Angebot in ländlichen Räumen zu sichern, sondern es werden auch Praxisbeispiele gelungener Projekte vorgestellt und diskutiert, wie die Künstlerstadt Kalbe in Sachsen-Anhalt, das mobile »theater 3 hasen oben« aus Hessen oder die Aktivitäten des Vereins »LandLuft« zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen aus Österreich.

  

Information und Anmeldung: www.loccum.de/programm/p1813.html

  

Enquetebericht »Kultur in Deutschland« - Kontroverse Statements

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht im Enquetebericht einen »Kompass für die Bundeskulturpolitik«. Obwohl zahlreiche Handlungsempfehlungen aufgegriffen wurden, bleibt er weiterhin ein wichtiger Referenzpunkt.

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Der Kulturminister des Freistaates Thüringen Benjamin-Immanuel Hoff spricht sich für eine »kulturelle Daseinsvorsorge« aus und stellt die Frage, inwieweit die Debatte um Kultur als kommunale Pflichtaufgabe seit Vorlage des Enqueteberichts vorangekommen ist.

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KuPoGe Präsident Oliver Scheytt bezeichnet den Bericht als das »bedeutendste Dokument in der Geschichte der Kulturpolitik«. Über Grundsätze zur Kulturellen Grundversorgung, Cultural Governance und die Empfehlung für ein weiterführendes kulturpolitisches Monitoring.

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Mehr zum Thema Enquetebericht »Kultur in Deutschland« lesen Sie in den Kulturpolitischen Mitteilungen 159 / IV 2017

  

Kulturpolitik NRW

Partizpativ – zielorientiert – kreativ – so beschreibt der Kulturdezernent der Stadt Gütersloh Andreas Kimpel den Prozess der Kulturentwicklungsplanung. Aktuelle Schwerpunkte liegen in der Kulturellen Bildung, der Bildenden Kunst/Kunst im öffentlichen Raum und der Erinnerungskultur.

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KuPoGe Forschung

Indikatorenbasiertes Kulturmonitoring in Sicht?

Ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Projekt gibt der Kulturpolitischen Gesellschaft die Möglichkeit zu einem indikatorenbasierten Kulturmonitoring. Gestützt auf das Kulturfördergesetz und in enger Verbindung mit der gesetzlich vorgeschriebenen Erstellung des Landeskulturberichtes werden konzeptionelle Grundlagen für eine Kulturpolitikforschung erarbeitet.

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KuPoGe »Grüne Liste«

Das Heizkraftwerk Mitte Dresden, das Historische Museum Frankfurt am Main, das Museum Barberini Potsdam und andere stehen beispielhaft auf der von der KuPoGe neu eröffneten »Grünen Liste« für öffentliche Neu- und Erweiterungsbauten sowie Modernisierungen im Kulturbereich. Beiträge von Dieter Haselbach, Armin Klein und Tobias J. Knoblich setzten sich dazu kritisch mit der »Roten Liste bedrohter Kultureinrichtungen« des Deutschen Kulturrats auseinander.

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Neuer Arbeitskreis Geschlechtergerechtigkeit

  

Die Kulturpolitische Gesellschaft nimmt am Arbeitskreis Geschlechtergerechtigkeit, der begleitend zum neuen Projektbüro »Frauen in Kultur und Medien« vom Deutschen Kulturrat ins Leben gerufen wurde, teil. Der Arbeitskreis wird die Arbeit des Projektbüros bis 2020 begleiten. Thematisch soll es neben der Situation freiberuflicher KünstlerInnen u.a. auch um das Thema Geschlechtergerechtigkeit in Kultureinrichtungen und in der Kulturwirtschaft gehen. In der ersten Sitzung im Dezember wurde vorerst eine Bandbreite an Themen (u.a. Mentoring-Programm für Künstlerinnen und Kreative, Geschlechtergerechtigkeit bei Förderungen und in Jurys, Zusammenhang mit anderen gesellschaftspolitischen Feldern etc.) gesammelt. Daraus wir das Arbeitsprogramm für die kommenden drei Jahre zusammengestellt. www.kulturrat.de/thema/frauen-in-kultur-medien

  

Kulturpolitische Schwerpunkte, Kontroversen und Entscheidungsprozesse in Düsseldorf

Im Rahmen des Kulturentwicklungsplanes der Landeshauptstadt Düsseldorf hat Christine Wingert zehn Jahre Kulturpolitik in Düsseldorf analysiert. Ihre Quellen waren neben Interviews mit zentralen Akteuren und Beobachtern der kulturpolitischen Debatte sowie Presseartikel zu ausgewählten Themen die Protokolle des Kulturausschusses seit 2006. Entstanden ist daraus ein kulturpolitisches Narrativ, das nun auf der Internetseite des Kulturentwicklungplans Düsseldorf zur Verfügung steht. https://www.kep-duesseldorf.de/dokumente

  

»Synergien Auswärtiger Kulturpolitik im Inland am Beispiel von Kommunen« – Publikation veröffentlicht

Mitte November erschien die von Ulrike Blumenreich und Dr. Ole Löding verfasste Studie »Synergien Auswärtiger Kulturpolitik im Inland am Beispiel von Kommunen«, die im Rahmen des ifa-Forschungsprogramms »Kultur und Außenpolitik« vom Institut für Kulturpolitik erarbeitet wurde. Basierend auf einer Analyse von Programmen der Auswärtigen Kulturpolitik des Bundes und einer Befragung ausgewählter Kommunen zur Umsetzung ihres nationalen Kulturaustausches wurden Vorschläge für die weitere Erschließung von Kommunen als Akteure und Partner der Auswärtigen Kulturpolitik erarbeitet, um einen verstärkten Dialog zwischen Mittlerorganisationen, Kommunen und Kulturschaffenden anzuregen. Die Studie, die in der »ifa-Edition Kultur und Außenpolitik« veröffentlicht wurde, ist online verfügbar unter: https://publikationen.ifa.de/Zeitschriften-und-Editionen/ifa-Edition-Kultur-und-Aussenpolitik/Synergien-Auswaertiger-Kulturpolitik-im-Inland.html

  

IfK-Jahresbericht 2015/16 erschienen

 

Das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft (IfK) hat seinen Jahresbericht 2015/16 veröffentlicht. Nach der »Jubiläumsausgabe« anlässlich des 20-jährigen Bestehens 2016 widmet sich der neue Bericht wieder den Kernaufgaben der Institutsarbeit. Dazu gehören der Kulturpolitische Bundeskongress, das Jahrbuch für Kulturpolitik und das Kulturpolitische Informationssystem, die allesamt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert werden. Darüber hinaus werden ein Dutzend Projekte präsentiert, die das IfK im Berichtszeitraum ebenfalls durchgeführt hat.

 

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