Liebe Mitglieder der KuPoGe,

Applaus zahlt keine Miete – Strategien und Ziele von Interessenvertretungen im (freien) Kulturbereich und ihre Wirkmacht

Ein Resümee der Kooperations-Veranstaltung der Landesgruppen Berlin-Brandenburg und Hamburg am 17.03.21 mit Impulsgeberin Dr. habil Alexandra Manske und anschließender Diskussion mit Janina Benduski, Senator Dr. Carsten Brosda und MdB Erhard Grundl

In den letzten Jahren vollzieht sich ein Wandel in den kollektiven Interessenvertretungen im Kulturbereich. Es zeichnet sich eine Pluralisierung von Formen ab. Im Fokus stehen – nicht nur während der Pandemiezeit – die Wahrnehmbarkeit von Kunst und Künstler*innen und deren soziale Lage. Über 80 Teilnehmende aus Kulturbetrieben und -verwaltungen aus ganz Deutschland waren interessiert am Thema und beteiligten sich lebhaft an der Diskussion.

In einem Impulsvortrag stellte Dr. habil. Alexandra Manske zunächst zentrale Ergebnisse ihrer Studie vor, die die Strukturen und Entwicklungen der Interessenvertretungen im Bereich der darstellenden Künste untersucht hat. Gegenstand ihrer Forschung waren sowohl der öffentlich geförderte Theaterbereich als auch die freie Szene und die unterschiedlichen Akteure*innen im Bereich der Interessen­vertretung – vom Deutschen Bühnenverein über den Bundesverband der freien darstellenden Künste und Ensemble Netzwerk bis zu klassisch-gewerkschaftlich organisierten Vertretungen wie der GDBA und Verdi.

In der anschließenden Podiumsrunde diskutierten Dr. Carsten Brosda (Senator für Kultur und Medien, Hamburg, und Präsident des Deutschen Bühnenvereins), Erhard Grundl (Kulturpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen) und Janina Benduski (Vorständin Bundesverband der freien Darstellenden Künste) die Ergebnisse und formulierten weitere Handlungsbedarfe, um Produktionsbedingungen und soziale Sicherungssysteme zu verbessern Ein weiterer relevanter Punkt: die stärkere Kooperation der unterschiedlichen Interessenvertretungs-Organisationen trotz unterschiedlicher Arbeitsschwerpunkte – was auch in und mit dem Publikum intensiv diskutiert wurde.

Quervernetzung auf Länderebene – Kooperation zwischen Berlin-Brandenburg und Hamburg

„Dank“ Corona sind wir alle viel versierter im Umgang mit digitalen Kommunikationswegen geworden – Online-Veranstaltungen sind selbstverständlich und erleichtern eine standortübergreifende Zusammenarbeit zwischen einzelnen regionalen Strukturen der KuPoGe. Für die Veranstaltung haben die Landesverbände Berlin-Brandenburg und Hamburg erstmalig miteinander kooperiert und konnten so einen größeren Mitglieder- und Interessentenkreis adressieren.

Verantwortlich für Konzeption und Umsetzung: Wibke Behrens, Dr. Annette Jagla, Friederike Köhler, Naciye Demirbilek, Sarah Zalfen

Thesenpaier von Dr. habil Alexandra Manske

Sprecher*innenteam

 

©Stefan Specht
Mario Zetzsche, geb. 1980 in Potsdam, hat Kulturmanagement in Görlitz, Vilnius (B.A.) und Riga (M.A.) studiert. Von 2005 bis 2008 war er für die lettische Staatsagentur »Die drei neuen Brüder« am Aufbau des Nationalmuseums für zeitgenössische Kunst beteiligt. Für diese Tätigkeit erhielt er das Fellowship für Kulturinnovation der Alfred Toepfer Stiftung FVS. Seit Ende 2008 ist er für die Verwaltung der Fontanestadt Neuruppin tätig. Zunächst als Sachgebietsleiter für Kultur und Sport, ab 2018 als Projektleiter für das Fontanejubiläum „fontane.200/Neuruppin“ 2019. Seit 2021 ist er Kulturreferent.
 
Mein Augenmerk möchte ich im Rahmen der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg den Bedarfen der Kunst- und Kulturakteure sowie Kulturverwaltungen in den ländlichen Strukturen Brandenburgs widmen. Sowie gemeinsam mit den Mitgliedern und dem Team das Profil und die Sichtbarkeit der Regionalgruppe weiter schärfen.
©Stiftung Genshagen
Moritz von Rappard, geboren 1965 in Hannover, hat Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Pädagogik an der Universität zu Köln studiert. Nach vielfältigsten Projekten als Projektentwickler, Kurator, Regisseur und Dramaturg sowie einer Zusatzqualifikation als Moderator und Mediator beschäftigt er sich seit 2015 intensiv mit Diversitätsentwicklung, Öffnung und Teilhabe in Kulturinstitutionen. So entstand im Rahmen des von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien initiierten Kompetenzverbunds KIWit nicht nur die bundesweite Reihe „Diversität in Arbeit“, sondern auch die g3-Methode für besseres Arbeiten in heterogenen Gruppen. Seit 2020 ist er im Beratungs- und Entwicklungsnetzwerk „Hands on“ aktiv.
 
Als ein Sprecher der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg möchte ich mich dafür einsetzen, dass die KuPoGe mit ihren Qualitäten und Kompetenzen von unterschiedlichsten Seiten als inspirierender Partner erlebt werden kann. Dabei sollte das Engagement im besten Fall weit über das Diskursive hinausreichen und immer auch auf konkretes Tun fokussieren. 
Sarah Zalfen hat Kulturpolitik und -betrieb schon von den verschiedensten Seiten betrachtet – als Opernforscherin, als Produktionsleiterin freier Kulturprojekte, als Studentin der Kulturadministration sowie aktuell als Kommunalpolitikerin in Potsdam und als Mitarbeiterin im Brandenburger Kulturministeriums. Ihre Begeisterungsfähigkeit und Leidenschaft für die Kunst selbst hat sie dabei nie verloren.
 
Ich spreche sowohl „Kultur“ als auch „Politik und Verwaltung“ und freue mich, im Rahmen der KuPoGe als Dolmetscherin immer wieder ein Bisschen zur Verbesserung und Verständigung der Welt beitragen zu können. Mitglied der KuPoGe bin ich seit 2005.
©Carolin Schulz
Wibke Behrens M.A., studierte Designhistorikerin + Kulturwissenschaftlerin, verantwortet in der nGbK den Verlag + die Programmplanung. Sie ist Systemischer Coach, hat u.a. einen Lehrauftrag für Cultural Governance am International Graduate Center der Uni Bremen. Sie ist Gründungsmitglied der Koalition der Freien Szene (von 2012-2018 im Sprecher*innenkreis), seit 2017 im Leitungsteam der AG Alte Münze. Seit 2012 KuPoGe-Sprecherin für Berlin-Brandenburg, 2018 in den Bundesvorstand der KuPoGe gewählt. Stellv. Vorsitzende des Fachausschuss XII Kulturpolitik SPD Berlin. Im Januar 2019 wurde von Wibke Behrens, Dr. Janet Merkel und Dr. Sven Sappelt das Institute for Cultural Governance gegründet.
 
Die Arbeit im Sprecher*innenteam kann ich mit einem leidenschaftlichen und konstruktiven Blick auf die Hauptstadtkulturpolitik und unterschiedliche Dialogformate bereichern. Die KuPoGe wird Stück für Stück ein sichtbarer Teil des Kulturellen und Kulturpolitischen Netzwerkes Berlins – daran möchte ich auch weiterhin arbeiten.
Ankündigung VA: Netzwerke der Solidarität. Interessenvertretung im Kulturbereich
Unsere nächste Veranstaltung (auch die wird online stattfinden) wollen wir zusammen mit der Regionalgruppe Hamburg erarbeiten. Im Mittelpunkt steht die geplante (Buch-)Publikation „Netzwerke der Solidarität“ von Dr. habil. Alexandra Manske. Die Soziologin untersucht darin unterschiedliche Strategien und Ziele von Interessenvertretungen im Kulturbereich und deren politische und gesellschaftliche Wirkmacht. Beispiele aus den Bereichen der darstellenden Künste, der freie Szene und des öffentlich geförderten Theaterbetriebs stammen aus Hamburg und Berlin.
Die Einladung veröffentlichen wir, sobald es soweit ist, auf der Seite der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg auf www.KuPoGe.de und verschicken sie natürlich auch per Mail.
PROFIL

Die Arbeit der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg ist in Ihren Themen so vielfältig wie es die Mitgliedschaft ist. In unterschiedlichen Formaten, an wechselnden Orte und mit einer Vielzahl an Gesprächspartner*innen, initiieren wir den Austausch untereinander, bündeln die kulturpolitische Expertise innerhalb wie außerhalb der Mitglieder und aktivieren den Diskurs zu regional und aktuell wichtigen Themen der Kulturpolitik.

Unsere Aktivitäten zielen darauf, verstärkt in Kollaborationen und Kooperationen zu denken, Ideen zu teilen, Interessen zu wecken und mit Angeboten und Formaten aus dem eigenen Umfeld zu verbinden. Durch solche Synergien machen wir die Arbeit der Kulturpolitischen Gesellschaft weithin sichtbar und erweitern so unseren inhaltlichen Radius. Anregungen zu neuen Themen und Veranstaltungen sind uns stets herzlich willkommen.

Bisherige Kooperationspartner und Gäste: Radialsystem; rbb Kultur; neue Gesellschaft für Bildende Kunst (nGbK); SO 36; Institute for Cultural Governance, Musikakademie Rheinsberg, Ensemble Phönix 16, Stadtmuseum Neuruppin, Abgeordnetenhaus Berlin, Stiftung Genshagen, u.a.

Die Regionalgruppe Berlin-Brandenburg wird seit Frühjahr 2019 vertreten von den bestätigten Sprecherinnen Wibke Behrens aus Berlin und Sarah Zalfen aus Potsdam. Turnusmäßig wird alle zwei Jahre gewählt. Interessierte für die ehrenamtliche Mitarbeit können sich gerne bei den derzeitigen Sprecher_innen und oder der Geschäftsstelle in Bonn bis 1. Februar 2021 melden.

Kontakt

KulturpolitischeGesellschaft@berlin.de
Wibke Behrens, Dr. Sarah Zalfen