Regionalgruppe Rhein-Neckar

Kulturvisionen für Ludwigshafen

(v.l.n.r.): Eleonore Hefner, Nicole Sperk, Hans Uwe Daumann, Marion Schneid

Die Regionalgruppe Rhein-Neckar lud in Kooperation mit dem Kunstverein Ludwigshafen am 14. Mai 2019 unter dem Titel »Kulturvisionen für Ludwigshafen« zu einer Talkrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Kulturpolitik ein. Es diskutierten die CDU-Landtagsabgeordnete Marion Schneid, Eleonore Hefner von der SPD und Hans Uwe Daumann von Bündnis 90/Grüne. Sie erhielten Gelegenheit, die kulturpolitischen Positionen ihrer Parteien zu verdeutlichen, Vorhaben für die kommenden Jahre zu erläutern und sich gegenüber den anderen Parteien abzugrenzen. Die Moderation übernahm Nicole Sperk, Kulturjournalistin und Redakteurin bei der Rheinpfalz. Rund 70 Kulturpolitikinteressierte, darunter viele Vertreter der städtischen Kultureinrichtungen, waren der Einladung gefolgt.

Kulturvisionen für Ludwigshafen?
Entgegen des Titels der Veranstaltung war von Visionen »nicht im Entferntesten die Rede«, wie die Rheinpfalz im Nachgang berichtete. Die Diskussion der Parteivertreter war vor allem von Konsens gekennzeichnet. Die wenigen zur Verfügung stehenden Mittel, darin war man sich einig, sollten vor allem eingesetzt werden, um das Vorhandene sinnvoll in die Zukunft zu führen. Die Fragen aus dem Publikum machten indes deutlich, dass man sich mehr Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteivertretern gewünscht hätte. Auch wurde etwa gefragt, ob Mittelknappheit nicht auch zu »mehr Kreativität« und »unternehmerischem Denken« führen könnte.

Wenn auch keine Gegensätze, so waren doch immerhin unterschiedliche Schwerpunktsetzungen für die Gestaltung der Kulturpolitik in Ludwigshafen erkennbar. Eleonore Hefner (SPD) betonte, dass Kulturpolitik Gesellschaftspolitik sei und dass es bei der Gestaltung der Kultur in Ludwigshafen um das Zusammenleben der Stadtbevölkerung ginge. Problematisch sei vor diesem Hintergrund, dass die Bundes-CDU viel zu spät anerkannt hätte, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Darüber hinaus sprach sie sich dafür aus, dass die Kulturpolitik noch stärker im Kontext der Region Rhein-Neckar betrachtet werden sollte. Marion Schneid (CDU) schilderte hingegen ihre vergeblichen Bemühungen auf Landesebene, die Kultur zur Pflichtaufgabe zu erklären. Darüber hinaus kritisierte sie, dass Rheinland-Pfalz nicht ausreichend Mittel für die Kultur zur Verfügung stelle. Hans Uwe Daumann (Bündnis 90/Grüne) bezeichnete die Kultur gar als »Lebensmittel«, betonte die positive Reibung, die Kultur bieten könne, was in einer Stadtgesellschaft von besonderer Bedeutung sei. Hinsichtlich des Wahlausgangs machte er indes keinen Hehl daraus, dass er sich mit seiner Partei in der Opposition zu sehen glaubt. Aufgrund des großen Interesses an der Veranstaltung wird die Regionalgruppe Rhein-Neckar den Dialog zur Kulturpolitik in Ludwigshafen fortsetzen.

Regionalgruppe beim Denkfest Heidelberg
Das Denkfest 2019 des Kulturbüro der Metropolregion wird am 4./5.06.2019 in Heidelberg stattfinden. Unter dem Titel »Vom ICH zum WIR!? – Kunst und Kultur in Zeiten der Digitalisierung« beschäftigt sich das Denkfest in seiner achten Ausgabe mit den Auswirkungen und Möglichkeiten der Digitalisierung. Die Regionalgruppe Rhein-Neckar stellt im Rahmen des Denkfests seine Aktivitäten vor und lädt alle Interessierten zum Austausch ein. Das Treffen findet am 5. Juni 2019 um 10.30 Uhr im Tankturm Heidelberg statt.
Susanne Dengel, David Maier & Ingo Schöningh

Portrait

Die Regionalgruppe Rhein-Neckar ist die erste regionale Interessenvertretung der Kulturpolitischen Gesellschaft, die über drei Landesgrenzen hinweg tätig ist (Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg) und sich in ihrer Ausdehnung an der Metropolregion Rhein-Neckar orientiert. Seit 2016 lenkt hier ein Sprecherrat in organisatorischer und inhaltlicher Hinsicht die Geschicke der Regionalgruppe. Als Sprecher bzw. Sprecherin der Regionalgruppe sind Susanne Dengel, David Maier und Ingo Schöningh aktiv.

v.l.n.r.: Dr. Ingo Schöningh, Susanne Dengel und David Maier
Kontakt

Susanne Dengel, David Maier & Dr. Ingo Schöningh
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